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19 Premieren plant das Theater Junge Generation - Der Umzug in die Stadtmitte soll Ende 2016 sein

19 Premieren plant das Theater Junge Generation - Der Umzug in die Stadtmitte soll Ende 2016 sein

Von Rente ist dieser Tage allenthalben die Rede. Kein Wunder, hat die Große Koalition gestern im Bundestag doch ihre entsprechenden Pläne durchgewunken. In Dresden war das bei einem Pressetermin dagegen kein Thema, obwohl es auch da um einen bevorstehenden 65. Geburtstag ging.

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Erlebte gestern Abend im Alten Pumpenhaus an der Marienbrücke seine Uraufführung: die tjg-Inszenierung "Freier Fall".

Quelle: Klaus Gigga

Selbst ein Theater kommt schließlich in die Jahre, und doch altert es kaum, was der permanenten Zufuhr jungen Blutes zu verdanken ist. Noch mehr bei einer Kinder- und Jugend-Bühne wie dem Theater Junge Generation (tjg).

Um mit dem Geburtstag fortzufahren: Die Party soll am 15. Oktober im Theater an der Meißner Landstraße steigen. "Es wird der letzte runde Geburtstag in diesem Haus, den wollen wir noch einmal groß feiern", blickte tjg-Intendantin Felicitas Loewe gestern zur Vorstellung der nächsten Spielzeit schon einmal gen Herbst. An diesem Tag werde das Theater geöffnet, "jede Ecke", damit die Besucher das tjg durchforsten und Erinnerungsfotos machen können, sagte Loewe.

Der nächste große Geburtstag werde dann im Kraftwerk gefeiert, fügte sie mit Blick auf den Umzug in die Stadtmitte an. Und sie nannte Termine: Ab 9. August 2016 werde das tjg sein neues Domizil auf dem Gelände des sogenannten Kulturkraftwerks beziehen, "die Eröffnung ist am 1. Dezember 2016". Ein Datum, das die Staatsoperette, die mit dem tjg unter dem Kraftwerksdach ein gemeinsames Zuhause haben wird, bestätigte. Der Termin Dezember 2016 sei vor wenigen Tagen in der Lenkungsgruppe genannt worden, sagte Operetten-Sprecherin Jana-Carolin Wiemer gestern auf Anfrage.

Für Loewe und ihre Kollegen steht aber erst einmal die "wahrscheinlich letzte ordentliche Spielzeit" an, wie sie es formulierte, weil die darauf folgende wegen des Umzugs sicher "chaotisch" werde. Loewe kündigte an, dass auch während des Umzugs die Stadt nicht ohne Kinder- und Jugendtheater bleiben werde. So soll es in dieser Zeit unter anderem mehr mobile Inszenierungen geben.

Für die kommende Saison sind 19 Premieren geplant, davon neun Uraufführungen und eine Deutsche Erstaufführung. Auftakt ist am 20. September die Inszenierung "Caspar David Friedrich. in betrachtung des mondes" von Jo Fabian, die den Schwerpunkt bildende Kunst der noch laufenden Spielzeit bereits in die nächste überführt. Für diese Premiere sei man in Gesprächen mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden über eine Kooperation, sagte Loewe. Im Albertinum ist ab Februar 2015 eine Ausstellung zu sehen, die Werke Friedrichs und seines norwegischen Freundes und Künstlerkollegen Johan Christian Dahl zeigen wird. Beim Thema bildende Kunst ist auch die Neuauflage einer Zusammenarbeit angesiedelt. Der Dresdner Maler Martin Mannig wird für die Uraufführung "O Patria Mia" am 18. April 2015 zum mittlerweile zweiten Mal am tjg für Bühne, Kostüme und Objekte verantwortlich zeichnen.

Das Programm bietet zudem mehrere Klassiker: "Aschenputtel" (Puppentheater, 29. November), "Alice im Wunderland" (Schauspiel, 7. Februar 2015) oder auch "Krabat" (Schauspiel, April 2015) sowie im Sommertheater im Zoo "Robin Hood" (12. Juni 2015). Dazu gesellt sich nach dem letztjährigen Erfolg von "Hilfe, die Herdmanns kommen!", die in 32 Vorstellungen mehr als 14 000 Besucher verbuchten, ein völlig neues und unbekanntes Weihnachtsstück. "Wir haben da ganz schön gegraben", umschrieb es die tjg-Chefdramaturgin Kathi Loch. Gefunden habe man ein schwedisches Kinderbuch, "das keiner kennt". Am 15. November soll "Elfrid, Mila und das Wunschzettelwunder" der Autorin Pernilla Oljelund Premiere feiern.

Das Puppentheater bringt ein Stück auf die Bühne, das nicht unbedingt sofort mit Kindern und Jugendlichen assoziiert wird: Franz Kafkas "Der Process" (27. Februar 2015). Noch in diesem Jahr, am 5. Dezember, kommt dort auch die Inszenierung "mensch maschine" des Dramatikers Konstantin Küspert auf die Bretter, eine Science-Fiction-Groteske.

Den Blick voraus garnierte das tjg gleichfalls mit einem zurück. Für die noch laufende Spielzeit werde mit etwa 79 000 Zuschauern gerechnet, das wären gut 3000 mehr als in der Spielzeit 2012/2013, sagte Theatersprecher Norbert Seidel. Mit den Teilnehmern bei Workshops oder den Gästen bei den Familiensonntagen ergebe sich eine Gesamtbesucherzahl von rund 89 000. "An guten Tagen spielen wir fünf Vorstellungen", sagte Loewe. "Wir kommen an unsere Kapazitätsgrenzen." Die Auslastung liege bei 86 Prozent. Im Kraftwerk werde es zwar keine größeren Säle geben, aber kürzere Wege. Diese Ökonomie könnte die bisher fast ausgeloteten Terminmöglichkeiten noch etwas erweitern, so Loewes Hoffnung.

Sie wies ebenfalls noch darauf hin, dass es dank Kultus- und Kunstministerium gelungen sei, am tjg eine Stelle zu schaffen, die ein sachsenweites Schülertheatertreffen reaktivieren soll. Damit seien jahrelange Bemühungen endlich erfolgreich. 2015 soll dieses Länder-Treffen am tjg stattfinden. Außerdem steht vom 20. bis 25. September 2015 das bundesweite Festival der Schultheater der Länder an, welches das tjg gemeinsam mit dem Staatsschauspiel Dresden ausrichten wird. All das klingt nicht nach Rente, sondern nach Vollbeschäftigung.

www.tjg-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.05.2014

Torsten Klaus

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