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Zwingerfestspiele: Stadt will Vertrag mit Dresden Tourismus GmbH kündigen

Zwingerfestspiele: Stadt will Vertrag mit Dresden Tourismus GmbH kündigen

Sie betreibt die touristischen Informationspunkte der Stadt, den Tourismus-Internet-Auftritt, den Versand touristischer Prospekte und die Tourist-Informationen - die Dresden Tourismus GmbH (DTG).

Von Ralf Redemund

Dafür erhält die Firma, die dem Tourismusverband Dresden (TVD) gehört, jährlich 900 000 Euro Zuschuss von der Stadt. Nächste Woche berät der Ausschuss für Wirtschaftsförderung über eine Verlängerung des Vertrages um vier Jahre und damit insgesamt 3,6 Millionen Euro Steuergeld. Doch Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) will nicht mehr. "Wir empfehlen die Kündigung", sagte Hilbert den DNN.

Damit bringt das Finanzdesaster um die Zwingerfestspiele (DNN berichteten mehrfach exklusiv) die Chefs von DTG und TVD endgültig ins Schlingern. Lange genug hatten DTG-Chef Ralph Sander und TVD-Chef Jeffrey Pötzsch die Probleme um die Dieter-Wedel-Inszenierung kaschieren können. Nach DNN-Informationen hinterließ das dreiwöchige Festspiel-Spektakel im August des vergangenen Jahres im Zwinger ein Einnahmeloch von knapp einer Million Euro. Doch mit Hilfe von nachträglichen Dienst- und Sponsorleistungen, Geldverschiebe-Tricks zwischen DTG und "Dresden Event GmbH" (DEG) sowie zahlreicher privater Darlehen gelang es Pötzsch und Sander lange Zeit, die wahren Finanzprobleme zu verschleiern.

Öffentlich fiel kundigen Beobachtern nur auf, dass lange nicht so viele Informationspunkte in der Stadt über Dresden berichteten, wie vertraglich vereinbart worden war, und dass die Stadt auf den Internetseiten für Touristen Veranstaltungen bewarb, die längst vorbei waren. Kein Wunder: Das zuständige DTG-Personal musste monatelang bei der DEG und den Zwingerfestspielen aushelfen.

Nun ist das Tischtuch zerschnitten. Lange hatten Sander und dessen Boss Pötzsch "einen hohen Vertrauensvorschuss", wie Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zugibt. Seit vergangener Woche ist die Vertrauensbasis zerstört. Die Finanzkapriolen zwischen DTG und DEG waren zuletzt auch für Hilbert nicht mehr plausibel nachvollziehbar. "Es gibt keine vollständige Transparenz", beklagt Hilbert. Entscheidend ist: Weder Sander noch Pötzsch konnten nachvollziehbar und glaubwürdig den Verdacht ausräumen, dass städtische Gelder in die Privat-Veranstaltung Zwingerfestspiele geflossen sind, um dort Finanzlücken zu stopfen - zumal sich der Stadtrat eindeutig gegen eine finanzielle Unterstützung ausgesprochen hatte.

Die Stadträte im Wirtschafsförderungsausschuss wiederum waren die Ersten, die - nach ausführlicher DNN-Berichterstattung - erhebliche Zweifel am Gebaren von DTG und DEG anmeldeten. So kam es - selten genug - fraktionsübergreifend zu einem Antrag, der eine Kündigung des Vertrages vorsieht. Denn wenn bis zum 19. April nichts passiert, verlängert sich der Dienstleistungsvertrag zwischen Stadt und DTG automatisch um vier Jahre. Dazu wollen die Stadträte eine Bewertung der Dresden Marketing GmbH (DMG) abwarten und prüfen, wie die derzeitige Arbeitsaufteilung zwischen DTG und DMG funktioniert.

Die schriftlich geäußerte DNN-Bitte an DTG-Chef Sander um eine klare Stellungnahme blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Unklar bleibt, ob es nächstes Jahr wieder Zwingerfestspiele geben wird. Regisseur Dieter Wedel stünde wieder zur Verfügung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.02.2012

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