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Zwei spontane Demonstrationen gegen den Aufmarsch der Rechten

Zwei spontane Demonstrationen gegen den Aufmarsch der Rechten

Dresden. Im Gegensatz zum Vorjahr blieb es beim Aufmarsch der 1291 Neonazis bis zum Abend weitgehend ruhig.DNN-Redakteur Christoph Springer und Mitarbeiter Benjamin Griebe waren am Sonntag den ganzen Tag in Dresden unterwegs.

Dresden. Im Gegensatz zum Vorjahr blieb es beim Aufmarsch der 1291 Neonazis bis zum Abend weitgehend ruhig.

DNN-Redakteur Christoph Springer und Mitarbeiter Benjamin Griebe waren am Sonntag den ganzen Tag in Dresden unterwegs. Hier ihr Protokoll der Ereignisse ihres Tages.

9 Uhr: Die Polizei ist längst im Stadtzentrum präsent, kontrolliert Personengruppen unter anderem an den Bahnhöfen.

9.30 Uhr: Gegner der Rechten versammeln sich an der Hochschule für Technik und Wirtschaft und wollen dort gegen die Rechten protestieren, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft hinter dem Hauptbahnhof versammeln sollen.

9.50 Uhr: Auch in der „Staats- und Universitätsbibliothek" am Zelleschen Weg wollen sich Gegendemonstranten sammeln. Die [link:700-NR_DNN_20891-1], wer sie verlässt, darf nicht wieder hinein. Das gilt den ganzen Tag lang.

10.20 Uhr: Die Polizei riegelt die Durchfahrt unter den Bahngleisen vor dem Haupteingang des Hauptbahnhofs ab. Damit sind dort auch die Straßenbahnverbindungen zwischen dem Zentrum und der Südvorstadt gekappt.

11 Uhr: Auf dem Comeniusplatz finden sich mehrere hundert Menschen ein. Sie wollen sich dem Verbot des Rundgangs „Täterspuren" in der Altstadt widersetzen. Auf dem Platz spricht der Bürgermeister von Jena, Albrecht Schröter (SPD). Es bleibt bei dem Treffen, der Rundgang findet in seiner geplanten Form nicht statt.

12 Uhr: Am Hauptbahnhof treffen Innenminister Markus Ulbig (CDU) und Landespolizeipräsident Bernd Merbitz ein. Sie sind gut gelaunt und sprechen mit den Beamten.

12.30 Uhr: Die ersten Teilnehmer des rechten Aufmarschs treffen ein. Für sie hat die Polizei einen Treffpunkt mit Zäunen abgesperrt. Jeder Teilnehmer wird von den Beamten durchsucht, bevor er in den eingezäunten Bereich auf der Strehlener Straße darf. Mehrere hundert Gegendemonstranten haben sich auf der Münchner Straße zwischen dem Nürnberger Platz und der Bergstraße versammelt.

12.45 Uhr: Am Hauptbahnhof stehen mittlerweile vier Wasserwerfer und drei Räumpanzer in Position, unzählige Beamte riegeln den Durchgang ab. Das führt zu Ärger, auf der Südseite des Bahnhofs werden viele Leute, die zur Menschenkette wollen, von der Polizei nicht durchgelassen und stattdessen angewiesen, über die Budapester Straße in die Innenstadt zu gehen.

13.45 Uhr: Aus Leipzig kommt eine Regionalbahn auf Gleis 10 im Hauptbahnhof an. Schätzungsweise hundert Rechte werden von der Polizei auf die Südseite des Hauptbahnhofs begleitet.

14 Uhr: Eine große Menschenmenge läuft über die Prager Straße in Richtung Hauptbahnhof. In vorderster Front halten Politiker der Grünne ein Transparent mit der Aufschrift „Nazis nein danke" in die Höhe.

15 Uhr: Das Geviert zwischen Strehlener Straße, Ackermannstraße, Zelleschem Weg, Bergstraße und Fritz-Löffler-Straße ist von der Polizei hermetisch abgeriegelt, es ist menschenleer. Auf der Strehlener Straße wächst die Zahl der Rechten, die an dem Aufmarsch teilnehmen wollen. Bis zu 700 Gegendemonstranten versammeln sich auf der Münchner Straße, etwa 1000 auf der Innenstadt-Seite des Hauptbahnhofs.

17 Uhr: Mit einer Stunde Verspätung setzen sich die Rechten in Bewegung, es sind rund 1300 und damit deutlich weniger, als die Anmelder des Aufmarschs erwartet haben. Sie ziehen über die Strehlener Straße, die Ackermannstraße, die Reichenbachstraße und die Fritz-Löffler-Straße. Das ist eine verkürzte Route, die direkte Begegnung mit den Gegendemonstranten an der Münchner Straße wird so umgangen.

18.50 Uhr: Auf dem Friedrich-List-Platz beenden die Rechten ihren Aufmarsch. Ein Redner lädt dazu ein, am kommenden Sonnabend wieder in Dresden zu demonstrieren. Zum Abschluss singen die Teilnehmer des Aufmarschs alle drei Strophen des Deutschlandliedes.

Benjamin Griebe/Christoph Springer

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