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Zusätzliche Flüchtlinge: Dresden macht Turnhallen zu Notunterkünften

Asyl Zusätzliche Flüchtlinge: Dresden macht Turnhallen zu Notunterkünften

Die Stadt Dresden muss bei der Unterbringung von Asylsuchenden erstmals Notunterkünfte öffnen. Wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Mittwoch mitteilte, werden ab Donnerstag gut 200 Menschen in vier Turnhallen untergebracht.

Dresden. Die Stadt Dresden muss bei der Unterbringung von Asylsuchenden erstmals Notunterkünfte öffnen. Wie Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Mittwoch mitteilte, werden ab Donnerstag gut 200 Menschen in vier Turnhallen der Stadt untergebracht.

Grund dafür ist, dass die Stadt in den kommenden Tagen 400 zusätzliche Flüchtlinge aus den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes übernimmt. Hilbert habe sich dazu entschlossen, um die Zeltstadt in der Bremer Straße schnellstmöglich auflösen zu können. Die dortigen Zelte sind nicht beheizt und bei den aktuellen Nachttemperaturen nicht mehr bewohnbar.

Dadurch muss die Stadt in den kommenden Tagen nicht wie geplant 98, sondern 498 Menschen aufnehmen. Dafür reichen die Kapazitäten nicht aus. Selbst mit der neu eingerichteten Unterkunft in der Heidenauer Straße kommt Dresden nur auf rund 300 freie Betten, weswegen jetzt Turnhallen nötig sind. Diese werden mit Klappbetten, einschließlich Decken und Bettwäsche sowie Tische, Stühle und Kleinmobiliar ausgestattet. Auch Betreuung und Wachschutz sind organisiert.

Belegt werden die Hallen Ginsterstraße 3, Thäterstraße, Terrassenufer und Schleiermacherstraße. Bereits am Donnerstag sollen die ersten Menschen dort einziehen. Hilbert betonte, dass es allesamt Hallen sind, die nicht für den Schulsport genutzt werden. Betroffen sind 24 Sportvereine, für die nun Alternativen gesucht werden. „Natürlich ist der Wegfall der Hallen für den Vereinssport ein großer Einschnitt, aber das Wohl der hilfesuchenden Menschen wiegt noch schwerer. Ich werbe hiermit um das Verständnis der Sportlerinnen und Sportler. Auch die umliegenden Anwohnerinnen und Anwohner bitte ich, diese kurzfristige Handlung zu entschuldigen. Wir müssen in schwierigen Zeiten kurzfristige Lösungen finden und schnell handeln“, so Hilbert. Er hofft, dass andere Vereine in Form von Hallenzeiten oder Trainingsgemeinschaften aushelfen.

Hilbert: Dresden ist stark genug, das zu meistern

Hilbert richtete in diesem Zusammenhang auch noch einmal eindringliche Worte an die Dresdner: „Die Dresdner Bürgerschaft ist stark und entschlossen genug, das zu meistern“, sagte er. Die Dresdner hätten in den vergangenen Monaten und auch beim Hochwasser 2002 und 2013 gezeigt, wie groß ihre Hilfsbereitschaft ist. Zudem müssten nun alle Institutionen des Staates ihre Leistungsfähigkeit beweisen, nicht zuletzt bei der Kommunikation mit den Bürgern.

Zudem richtete der scharfe Worte in Richtung Pegida und Co: Politik und Verwaltung das Vertrauen zu entziehen sei keine Lösung, genauso wie Angst und Ablehnung. „Die Antwort liegt nicht auf der Straße“, sagte der Oberbürgermeister. Wer Fragen und Ängste habe, könne sich an ihn wenden. Wer sachliche Fragen habe, dem werde er antworten und auch zugeben, wenn er einmal keine Antwort habe.

Stadtratsmehrheit stärkt Hilbert den Rücken

Die Stadträte von SPD, Grünen und Linke befürworteten die Entscheidung des Oberbürgermeisters, die Menschen in der Stadtr aufzunehmen. „Es muss Priorität haben, dass Menschen nicht bei diesen Temperaturen in Zelten leben müssen. Das Zeltlager in der Bremer Straße muss vollständig geleert werden, um eine winterfeste Unterbringung gewährleisten zu können. Daher finden wir es richtig, dass die Stadt kurzfristig auch auf Turnhallen ausweicht. Wir danken ausdrücklich den betroffenen Sportvereinen für ihr solidarisches und mitmenschliches Verhalten, wohlwissend, wie groß die Einschränkungen für sie sind“, sagte die Grünen-Fraktionschefin Christiane Filius-Jehne.

„Die Dresdnerinnen und Dresdner können und werden ihren Beitrag der Solidarität mit den Menschen zu leisten, die aus ihren Heimatländern flüchten müssen. Deren Unterbringung und Integration müssen jetzt alle Kommunen im Land gemeinsam meistern. Wir bitten die Menschen in unserer Stadt: Viele von Ihnen engagieren sich bereits mit Spenden, Sprachkursen und vielem mehr für die Geflüchteten. Bitte bleiben Sie so offenherzig und großzügig, behalten Sie Ihren Mut und Ihre Kraft. Und wer dies bisher noch nicht getan hat, schließen Sie sich denjenigen an, die diese Menschen hier in Dresden willkommen heißen“, so Dana Frohwieser, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD.

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