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Zukunft des Sachsenbades könnte bald Thema im Dresdner Stadtrat sein

Der Wille ist da, aber es fehlt am Geld Zukunft des Sachsenbades könnte bald Thema im Dresdner Stadtrat sein

Es kommt Bewegung in die Diskussion zur Zukunft des Sachsenbades. Der Ortsbeirat Pieschen stimmte in seiner Sitzung am Dienstagabend mit einer großen Mehrheit für einen Antrag von Stadtrat Veit Böhm (CDU), der die Stadtverwaltung damit beauftragen will, alle verfügbaren Möglichkeiten für ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept zu überprüfen.

Das Sachsenbad gammelt seit über 20 Jahren Zeit vor sich hin. Was zukünftig mit dem denkmalgeschützten Objekt passiert, ist völlig offen.

Quelle: DNN Archiv

Dresden. Es kommt Bewegung in die Diskussion zur Zukunft des Sachsenbades. Der Ortsbeirat Pieschen stimmte bereits in seiner Sitzung am Dienstagabend mit einer großen Mehrheit für einen Antrag von Stadtrat Veit Böhm (CDU), der die Stadtverwaltung damit beauftragen will, alle verfügbaren Möglichkeiten für ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept zu überprüfen, um anschließend dem Stadtrat Vorschläge zu unterbreiten.

Zudem stimmten die Pieschener Ortsbeiräte für weitere Forderungen im Antrag. So beispielsweise für ein Verkaufsverbot des Sachsenbades an einen privaten Investor. Auch ein altes Stesad-Konzept aus dem Jahr 2010 solle noch einmal neu bewertet und geprüft werden. Gleichzeitig soll die Verwaltung auch eine Bedarfsanalyse zu den Punkten „Schwimmen“, „Gesundheit“ und „Wellness“ für den Dresdner Nordwesten erstellen, auf deren Grundlage dann eine Reaktivierung des Sachsenbades evaluiert werden solle.

Veit Böhm als Initiator des Antrages steht den Änderungen durch den Ortsbeirat skeptisch gegenüber. Er warnte die Beteiligten vor einer „Überfrachtung“ des Antrages. Dieser solle eigentlich nur der Startschuss für eine offene und zielgerichtete Diskussion werden. Böhm will mit seinem Antrag erreichen, dass die Stadtverwaltung innerhalb von sechs Monaten alle in Frage kommenden Möglichkeiten für das seit 1994 leer stehende Sachsenbad prüft. Dazu gehören Förderprogramme von Land, Bund und EU sowie verschiedene Nutzungskonzepte. „Es wäre schön gewesen, hätte sich der Antrag auf den Kern der Sache fokussiert, nämlich das Sachsenbad“, sagt Böhm. So hätten die Ortsbeiräte ein schweres Paket geschnürt, das den Gang durch die Gremien definitiv verlängern und verkomplizieren werde. „Es wird schwierig, das zu sortieren. Zum einen lassen sich Begriffe wie Gesundheit und Wellness nicht in Zahlen fassen, auf der anderen Seite gehört das auch nicht unbedingt zu den Aufgaben der Stadt“, so Böhm. Er hätte sich stattdessen noch den ein oder anderen konkreten Prüfauftrag zur Immobilie von den Ortsbeiräten gewünscht.

Böhm sieht jetzt die Gefahr, dass dem Antrag durch den Finanz- oder den Bauausschuss schon vorzeitig der Garaus gemacht werden könnte. Sollte es der Antrag dennoch bis in den Stadtrat schaffen und beschlossen werden, sei das Ergebnis offen, befürchtet Böhm. „Es besteht auch die Möglichkeit, dass nichts passiert.“ Immerhin würde eine Sanierung, egal ob als Schwimmbad oder für eine andere Nutzung,  bis zu 20 Millionen Euro kosten. Dafür stünden aber momentan und auch in absehbarer Zukunft keine Mittel im Haushalt der Stadt bereit, so Böhm. Zudem besteht auch innerhalb der Stadtratsfraktionen Uneinigkeit darüber, ob das Sachsenbad im Falle einer Sanierung überhaupt wieder als Schwimmbad hergerichtet werden soll oder eine Nutzung als Stadtteil- oder sogar Kulturzentrum sinnvoller wäre. „Auch innerhalb der CDU sind wir für das Nutzungskonzept komplett offen“, so Böhm.

Im Ortsbeirat Pieschen ist man sich jedoch parteiübergreifend einig, dass man ein neues Schwimmbad im Dresdner Norden brauche und die Möglichkeit der Reaktivierung des Sachsenbades auf jeden Fall eine Rolle spielen müsse. Anfang Oktober äußerte die SPD-Fraktion im Stadtrat aber Pläne, wonach das ehemalige Bahnbetriebswerk Pieschen als möglicher Standort für ein neues Schwimmbad im Dresdner Norden geprüft werden soll. Im Raum steht ein ähnlich großes Schwimmbad wie der Neubau in Bühlau, der etwa 9,3 Millionen Euro kostete.

„Wenn man das Sachsenbad wieder reaktiviert, würde es zwar doppelt so teuer werden, man hätte aber auch doppelt so viel Schwimmfläche. Diese benötigt der wachstumsstarke Dresdner Norden dringend“, so Ortsbeirätin Heidi Geiler, die auch gleichzeitig Vorsitzende des Pro Pieschen e.V. und der Initiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“ ist.

Als nächstes steht der Antrag auf der Tagesordnung im kommenden Finanzausschuss. Ehe der Antrag dann im Stadtrat diskutiert wird, muss er auch noch durch den Bauausschuss. Die Stadtverwaltung kündigte laut Böhm aber bereits an, das man, sollte der Antrag beschlossen werden, zwölf statt sechs Monate Zeit brauche, um alle Möglichkeiten zu evaluieren.

Von Sebastian Burkhardt

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