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Zornausbruch im Internet: Dresdner Grünen-Stadtrat will am liebsten alles hinwerfen

Zornausbruch im Internet: Dresdner Grünen-Stadtrat will am liebsten alles hinwerfen

Für die Dresdner Grünen könnte es derzeit in der Kommunalpolitik besser nicht laufen: Sie stellen die drittgrößte Fraktion im Stadtrat und haben Verantwortung für den Haushalt übernommen, werden längst nicht mehr nur als Opposition, sondern als gestaltende politische Kraft wahrgenommen.

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Thomas Trepte

Quelle: Archiv

Der Rücktritt von Jens Hoffsommer als Fraktionsvorsitzender Anfang des Jahres war da nur ein kleiner Betriebsunfall, der sich nahezu geräuschlos vollzog, weil Hoffsommer auf ein Nachtreten verzichtete und seiner Fraktion treu blieb.

Am Dienstag wählte die elfköpfige Fraktion ihren neuen Vorstand. Mit großer Mehrheit wurden Christiane Filius-Jehne und Thomas Löser in ihrem Amt als Sprecher bestätigt. "Die Fraktion zieht gut aufgestellt in den Wahlkampf", erklärte Löser gestern. Eitel Sonnenschein also bei den Grünen? In all die Harmonie platzte plötzlich Thomas Trepte, sportpolitischer Sprecher der Fraktion, und erklärte gestern früh in einem sozialen Netzwerk im Internet, wie enttäuscht er von seiner Fraktion sei. "Ich suche nach Alternativen", kündigte er an.

Trepte, der seit 2004 im Stadtrat sitzt und als Fotograf arbeitet, sprach gegenüber den DNN von Differenzen in der Fraktion. "Das betrifft sowohl inhaltliche Dinge als auch zwischenmenschliche Spielregeln", erklärte er. Es handele sich um einen langen Prozess, der bereits vor etwa vier Jahren begonnen habe. "Nächstes Jahr sind Wahlen. Jetzt ist der Moment, in dem ich meine Überlegungen anstellen muss und werde." Seine Äußerungen im Netz will Trepte als "Aufschrei" verstanden wissen, die "einige Leute über gewisse Dinge" zum Nachdenken bringen sollten. In den nächsten Monaten werde er eine Entscheidung fällen, kündigte er an.

Fraktionsvorsitzender Thomas Löser sagte den DNN, er habe Trepte sofort eine Kurznachricht geschickt, nachdem er von dem Ausbruch im Internet erfahren habe. "Wenn jemand unzufrieden ist, müssen wir miteinander darüber reden. Mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen", so der Grünen-Fraktionschef.

Er habe einige Anrufe und Kurznachrichten als Reaktion erhalten, bestätigte Trepte. Im Internet machten ihm Kommunalpolitiker von anderen Fraktionen und Parteien Mut. "Diese Enttäuschung kennt doch jeder von uns", schrieb Christoph Hille, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger im Stadtrat. "Oh, wenn man das schon öffentlich macht, muss es ja schlimm sein. Aber es wäre schade, wenn ausgerechnet die Vernünftigen bei den Grünen gehen", meinte FDP-Kreisvorsitzender Johannes Lohmeyer, der unlängst selbst im Netz seinen Ärger über seine Partei öffentlich gemacht hatte.

Trepte scheinen diese Worte aufgebaut zu haben. "Ich will das Wort Fraktionsaustritt nicht in den Mund nehmen, es gibt auch andere Alternativen...", schrieb er wenige Stunden nach seinem Ausbruch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.10.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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