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Woba: Dresdner Grüne stellen die Preisfrage

Wieviel ist das Eigenkapital wert? Woba: Dresdner Grüne stellen die Preisfrage

Die Grünen im Stadtrat wollen es jetzt genau wissen: Wieviel sind die 13 für Wohnungsbau geeigneten Grundstücke wert, die der neuen kommunalen Wohnungsgesellschaft (Woba) als Eigenkapital zur Verfügung gestellt werden sollen?

Die städtische Tochter Stesad GmbH soll nach einem Stadtratsbeschluss den Bau von 800 Wohnungen planen.

Quelle: Archiv

Dresden. Die Grünen im Stadtrat wollen es jetzt genau wissen: Wieviel sind die 13 für Wohnungsbau geeigneten Grundstücke wert, die der neuen kommunalen Wohnungsgesellschaft (Woba) als Eigenkapital zur Verfügung gestellt werden sollen? Nach Schätzungen der Finanzverwaltung beträgt der Wert der Flächen rund 20 Millionen Euro. Nach dem Willen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit (RGR) sollen der Woba aber 50 Millionen Euro Eigenkapital zur Verfügung gestellt werden. „Wir haben jetzt eine Anfrage gestellt und warten auf die Antwort“, erklärte Thomas Löser, baupolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion.

Von der Auskunft sei abhängig, wieviele Wohnungen die Woba mittelfristig errichten könne. Bei einer Eigenkapitalquote von 15 Prozent könne die Woba am Kapitalmarkt Kredite in Höhe von 340 Millionen Euro aufnehmen, rechnet Löser vor. Bei Baukosten von 1800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und einer Wohnungsgröße von 65 Quadratmetern könnten mit einem Eigenkapital von 50 Millionen Euro rund 2900 kommunale Wohnungen gebaut werden.

„Wichtig ist aber, dass es nun endlich mit dem Wohnungsbau losgeht“, fordert der Grünen-Stadtrat. RGR habe bereits zu viel Zeit verloren. Außer Ankündigungen habe man noch nichts zustande gebracht. „Wir Grünen haben bereits 2014 vorgeschlagen, dass die Stesad wieder städtische Wohnungen bauen soll.“ Wäre der Stadtrat diesem Weg konsequent gefolgt, könnten jetzt die ersten Schlüssel an die Mieter übergeben werden.

Die städtische Tochter Stesad GmbH soll nach einem Stadtratsbeschluss den Bau von 800 Wohnungen planen. „Die Finanzierung dieser Wohnungen ist gesichert und der Bau sollte endlich starten“, fordert Löser. Wieviele Wohnungen darüber hinaus gebaut werden könnten, stünde fest, wenn die Stadt Auskunft zum Wert der Grundstücke erteilt.

Die von RGR angestrebten 8000 Wohnungen bis 2025 könnten nur mit Unterstützung des Freistaates gebaut werden, glaubt Löser. „Das geht nur mit Landesförderung.“ Allerdings könne sich um die in Aussicht gestellte Förderung für den Sozialen Wohnungsbau, die der Landtag noch in diesem Jahr beschließen dürfte, jeder Akteur auf dem Wohnungsmarkt bewerben. „Wir werden mit der Woba nicht die einzigen sein, die sich um Fördermittel bemühen“, glaubt Löser. Erst wenn die Rahmenbedingungen des Förderprogramms bekannt seien, könnte abgeschätzt werden, wie der kommunale Wohnungsbau in Dresden perspektivisch finanziert werden könne.

In einigen Fällen würden Investoren der Stadt einzelne Blocks in neuen Wohngebieten zum Kauf anbieten. „Wir sollten diskutieren, ob die Woba Zukäufe tätigen sollte.“ Alles stehe und falle mit einer soliden Finanzierung, so Löser. Das von seinem Parteifreund Michael Schmelich vorgeschlagene Modell einer Aktiengesellschaft hält er für eine interessante Idee. „Damit könnten die Dresdner am kommunalen Wohnungsbau beteiligt werden.“

Die Gesellschaftsform der Woba sei zwar eine wichtige Frage, so Löser, noch wichtiger sei aber ein schneller Baubeginn. „Alle anderen Fragen müssen wir in Ruhe klären und auch Experten zu Rate ziehen.“ Laut Christiane Filius-Jehne, Fraktionsvorsitzende der Grünen, soll die Woba ohne Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt auskommen. „Wir brauchen eine solide Finanzierung und stehen zum Verbot einer Neuverschuldung.“

Jens Matthis, Stadtvorsitzender der Linken, könnte sich auch mit einer Woba in der Rechtsform einer GmbH & Co KG anfreunden, wie es in einem Gutachten der Verwaltung vorgeschlagen wird. „Damit könnten städtische Grundstücke auf die Woba übertragen werden, ohne das Grundsteuer gezahlt werden muss.“ Die Steuerersparnis komme dem Wohnungsbau zugute, so Matthis.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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