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Wirbel in Dresden um Sachsens Verbindungsbüros in Prag und Breslau

Wirbel in Dresden um Sachsens Verbindungsbüros in Prag und Breslau

(DNN). Die Personalpolitik der sächsischen Staatsregierung sorgt weiter für Wirbel in Dresden. Nachdem vor wenigen Tagen Meldungen die Runde machten, dass ein Anwalt mit guten Kontakten zum FDP-geführten Wirtschaftsministerium einen lukrativen Halbtagsjob in Prag erhält, gibt es jetzt Kritik an einer Stellenbesetzung in Breslau.

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Andreas Grapatin

Dresden

(DNN). Die Personalpolitik der sächsischen Staatsregierung sorgt weiter für Wirbel in Dresden. Nachdem vor wenigen Tagen Meldungen die Runde machten, dass ein Anwalt mit guten Kontakten zum FDP-geführten Wirtschaftsministerium einen lukrativen Halbtagsjob in Prag erhält, gibt es jetzt Kritik an einer Stellenbesetzung in Breslau. Auch dabei geht es um den Posten in einem sogenannten Verbindungsbüro des Freistaats, und erneut hat der dort installierte Beauftragte einen guten Draht zu Regierungskreisen. Sein Name ist Andreas Grapatin, ein CDU-Mann aus Dresden, der von 1999 bis 2009 Landtagsabgeordneter war.

Damals allerdings war Grapatin nicht gerade durch besonderes Engagement aufgefallen. In CDU-Kreisen gilt er noch heute als "wenig präsent", was so viel heißen soll wie: nicht unbedingt der Fleißigste. Ausgeschieden ist er nach zehn Jahren, weil er das interne Rennen gegen den CDU-Innenpolitiker Christian Hartmann verloren hatte, der jetzt für ihn im Landtag sitzt.

Dafür kann Grapatin nun den Freistaat in Polen vertreten, was für den Europapolitiker der Linken, Heiko Kosel, wenig überzeugend ist. "Mit dieser fragwürdigen Besetzung brüskiert die Staatskanzlei die polnischen Partner", sagt Kosel. Schließlich sei mit Grapatin ein Vertriebenenpolitiker versorgt worden, der in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal zu rechtslastigen Bemerkungen geneigt habe - unter anderem mit seiner Gleichsetzung des Holocauts mit der Vertreibung der Deutschen aus Russland.

Das Liebäugeln von Grapatin mit dem rechten Rand legt auch eine Geburtstagsfeier nahe. Zu der hatte der CDU-Mann 1996 geladen, zusammen mit zwei Freunden. Einer davon war mal Gastredner bei der inzwischen verbotenen neonationalsozialistischen Wikingjugend. Und auch die dazugehörige Gästeliste passt in dieses Bild: Neben CDU- und auch FDP-Politikern tauchen Vertreter rechtsextremer Parteien und Gruppen im halben Dutzend auf - Republikaner zum Beispiel.

Zuvor hatte bereits die Personalie im Verbindungsbüro in Prag für Unmut gesorgt. Den Job übernimmt der Anwalt David Michel, dem gute Kontakte zu Wirtschaftsstaatssekretär Harmut Fiedler nachgesagt werden. Für seinen Einsatz in Tschechien erhält er 5849 Euro. Das ist beachtlich, schließlich ist Michel dort nur halbtags tätig. Entsprechend lästerte SPD-Generalsekretär Dirk Panter bereits über "Sachsens teuerste Halbtagsstelle". Per parlamentarischer Anfrage will er nun klären, ob dabei alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.06.2012

Jürgen Kochinke

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