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Wiener Loch: Stadträte wollen Dresdens Finanzbürgermeister Vorjohann entmachten

Wiener Loch: Stadträte wollen Dresdens Finanzbürgermeister Vorjohann entmachten

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Bereits Ende vergangenen Jahres wollte Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) Dresdens Kummerbaustelle MK 5 - im Volksmund "Wiener Loch" genannt - verkauft haben.

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Das Umtaufen des "Wiener Loches" in "Prager Carrée" nutzte bislang nichts. Es fand sich kein Käufer, der die Fläche für zehn Millionen Euro erwerben wollte. Jetzt übernehmen die Stadträte, wollen notfalls billiger verkaufen.Montage: Dr. Lübke/www.bing.com

Von RALF rEDEMUND

Daraus wurde nichts. Jetzt gebe es wieder einen Investor. Doch Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) ließ im Bauausschuss durchblicken: Auch dieses Mal sind die Verhandlungen sehr vage. Jetzt haben die Stadträte die Faxen dicke, wollen ihren Kämmerer kalt stellen und selbst entscheiden. Bis 30. November soll die Verwaltung ein entsprechendes Verfahren und alle bisherigen Angebote vorlegen. Das hat der Bauausschuss jetzt ohne Gegenstimme auf Antrag der BündnisGrünen beschlossen.

In seltener Einmütigkeit übten sich CDU, Grüne, SPD, FDP und Bürgerfraktion (Linke enthielt sich). Das hässliche Loch gegenüber dem Dresdner Hauptbahnhof direkt an der Prager Straße soll endlich weg - nach über 14 Jahren. Bislang sträubte sich Vorjohann noch, das Filetgrundstück im Herzen der Stadt unter dem Verkehrswert von zehn Millionen Euro zu verkaufen. "Doch dieser Preis ist zurzeit nicht am Markt zu erzielen", sagt Thomas Löser (Grüne). Deshalb soll die Stadt sofort nochmals ausschreiben, die Ergebnisse umgehend dem Stadtrat vorlegen, dann könne der Rat noch bis Ende des Jahres auch unterhalb des Verkehrswertes verkaufen.

Löser glaubt, dass die Aufsichtsbehörde dem zustimmen werde. Voraussetzung sei die Existenz eines Konzeptes. Und das liege ja vor. Noch im vergangenen Jahr hat der Stadtrat in seiner Verkaufsnot auch Wohnen zugelassen. Das Immobilienunternehmen Dr. Lübke hatte im Auftrag von Vorjohann den bisherigen klotzigen Monolithen durch zwei ineinander gestellte L-förmige Blöcke (siehe Fotomontage) ersetzt. Die Nutzung sieht einen Mix aus Wohnen, Handel und Gastronomie sowie Dienstleistungen vor. Dr. Lübke sprach gezielt rund 150 Projektentwickler an, prüfte letztlich ganz konkret ein knappes Dutzend Angebote, darunter ein alter Bekannter (TLG Immobilien), aber auch neue Investoren wie die holländische Firma Ten Brinke. Am Ende scheiterte ein erfolgreicher Abschluss am Verkehrswert der Dresdner Sorgenbaustelle.

Hochwertiges Wohnen kann sich Löser an dieser Stelle vorstellen. Dresdens Bevölkerung wachse weiter, der Wohnungsmarkt werde enger, die Nachfrage auch nach gehobenem Wohnkomfort steige. Möglicherweise müsse sich der Stadtrat mit "nur" 9,5 Millionen Euro oder weniger Verkaufserlös zufrieden geben. Doch Hauptsache, das Loch werde gestopft. Die Alternative wäre eine Verfüllung für fünf Millionen Euro. Laut Verwaltung ist dieser Preis aber Stand von 2006. Real dürfte die Verfüllung der Baugrube derzeit noch weit mehr kosten.

Ursprünglich wollte die Stadt mal bis zu 18 Millionen Euro mit dem Verkauf von M(isch)K(omplex) 5 - wie es im Baujargon heißt - erzielen. Weil der Immobilienmarkt zusammenbrach, sank der Preis laut Gutachterausschuss auf 14,9 Millionen. Zuletzt lag der Mindestpreis bei zehn bis elf Millionen Euro. "Darunter geht es nicht", beteuerte Vorjohann immer wieder - auch mit Hinblick auf die Landesdirektion. Aber um hier endlich voran zu kommen, müsse jetzt der Spieß umgedreht werden, ist sich Grünen-Stadtrat Löser sicher. Die Stadt soll ein rechtssicheres Verfahren vorschlagen, dann ziehe sich der Rat die Entscheidung auf den Tisch. Allerdings muss der Finanzausschuss im November noch zustimmen. Da könnte es in diesem Jahr knapp werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2012

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