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Widerstand gegen geplantes Heim für Asylbewerber: Standort am Waldrand in Klotzsche umstritten

Widerstand gegen geplantes Heim für Asylbewerber: Standort am Waldrand in Klotzsche umstritten

Die Pläne der Landeshauptstadt Dresden, in der ehemaligen Außenstelle des Gymnasiums Klotzsche An der Wetterwarte ein Asylbewerberheim zu errichten, stoßen auf Widerstand.

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Soll ab Anfang nächstens Jahres 60 Asylbewerber aufnehmen: Die frühere Außenstelle des Gymnasiums Klotzsche.

Quelle: Dietrich Flechtner

Der Ortschaftsrat Weixdorf hat die Pläne jüngst abgelehnt. "Das Grundstück liegt unmittelbar an der Flurgrenze zu Weixdorf", erklärt Ortsvorsteher Gottfried Ecke (CDU), warum die Weixdorfer Räte über das geplante Heim diskutiert haben. Der Standort würde dem Integrationsgedanken zuwiderlaufen, habe es nahezu unisono geheißen.

Asylbewerbern müsse die Möglichkeit eingeräumt werden, sich in die Gesellschaft zu integrieren. "Da kann man sie nicht einfach an den Waldrand abschieben", so der Ortsvorsteher. Es sei auf keinen Fall so, dass die Ortschaft ein Asylbewerberheim ablehne. "Aber wir sind grundsätzlich für eine dezentrale Unterbringung in kleineren Objekten."

Ähnlich sieht es auch CDU-Stadtrat Stefan Zinkler, der im Landesamt für Umwelt und Geologie An der Wetterwarte arbeitet und die Verhältnisse vor Ort bestens kennt. "Das Vorgehen der Stadt ist konzeptionslos. Man nimmt ein Gebäude, das zufällig da ist, und baut ein bisschen daran herum - schon ist es ein Asylbewerberheim." Dresden brauche dringend ein Konzept für die Unterbringung von Asylbewerbern. "Dann würde es solche Zufallsprodukte nicht mehr geben."

Der Standort sei denkbar ungünstig für ein Asylbewerberheim, findet Zinkler. Die nächste Einkaufsmöglichkeit sei 1,4 Kilometer entfernt, es gebe weder soziale noch kulturelle Einrichtungen. "Das birgt Spannungsfelder in sich, von der Frage der Sicherheit mal ganz abgesehen", so Zinkler, der seiner Fraktion eine Ablehnung empfehlen will, wenn die Pläne am 28. Februar im Stadtrat zur Abstimmung stehen. Der Sozialausschuss des Stadtrates hat allerdings jüngst mit knapper Mehrheit das Asylbewerberheim gebilligt.

Höchst skeptisch äußern sich Unternehmer, die in dem Gewerbepark An der Wetterwarte ihren Firmensitz haben. Ein Geschäftsmann, der namentlich nicht genannt werden will, sagt: "Wir haben allergrößte Bedenken." Es würden quasi eine größere Anzahl von Angehörigen unterschiedlicher Kulturkreise "zusammengesperrt". Diesen Menschen bleibe es verwehrt, sich um Arbeit und einen sinnvoll geregelten Tagesablauf zu bemühen. "Das birgt Konfliktpotenzial. Dass da der eine oder andere auf dumme Gedanken kommen kann, liegt auf der Hand."

Das Umfeld im Industriepark Klotzsche, An der Wetterwarte, sei für Mittelständler sehr gut geeignet. "Für eine Wohnunterkunft für Asylbewerber ist das aber definitiv der falsche Ort", so der Unternehmer. Statt Integration würden Unversehrtheit und Sicherheit der benachbarten Grundstücke auf dem Spiel stehen.

Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) plant, das frühere Schulgebäude mit rund 450000 Euro zu einem Wohnheim für rund 60 Asylbewerber umzubauen. Sollte der Stadtrat Ende Februar seinem Vorschlag zustimmen, könnte das Gebäude im Januar 2014 bezogen werden. Die ehemalige Außenstelle des Gymnasiums Klotzsche biete mit großzügig bemessenen Räumen gute Voraussetzungen für eine lockere Belegung der Unterkünfte. Der Status einer kommunalen Einrichtung sei ein weiterer Vorteil - nur vier von 15 Asylbewerberheimen würden zum kommunalen Eigentum zählen. Das mache die Stadt abhängig von externen Dritten, heißt es in der Vorlage.

Grund für den Bau eines weiteren Wohnheims seien die für die nächsten Jahre prognostizierten hohen Zahlen von Asylbewerbern. Sollte Dresden 2012 zunächst 378 Personen aufnehmen, so stieg die Zahl zum Jahresende auf 470. Wegen der Unruhen im vorderasiatischen und afrikanischen Raum sei nicht mit einer Entspannung zu rechnen, steht in Seidels Vorlage.

Am 18. Februar wird der Ortsbeirat Klotzsche über das geplante Asylbewerberheim diskutieren. Zu der Sitzung wird auch der Sozialbürgermeister erwartet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.02.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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