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Weißiger Kita ohne Anschluss an Kanalisation

Weißiger Kita ohne Anschluss an Kanalisation

Keine Toilette und kein Händewaschen: Die Kita in Weißig, Hauptstraße 4, hätte auch ohne Asbestfund nicht pünktlich am kommenden Montag in Betrieb gehen können.

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Antrag verschusselt? Bei der Kita in Weißig fehlt der Abwasseranschluss.

Quelle: Stephan Klingbeil

Von Madeleine arndt und Heiko Weckbrodt

Wie die Stadtentwässerung Dresden auf DNN-Anfrage berichtet, fehlt bislang die Genehmigung für den Anschluss an das städtische Kanalnetz.

"Bevor jemand unsere Anlage anfasst, muss ein Antrag eingereicht werden. Da wird am Montag garantiert nichts angeschlossen", sagt Torsten Fiedler von der Stadtentwässerung Dresden. Wiederholt seien die Hochland Immobilien GbR und deren Chef Hans-Jürgen Behr schriftlich und telefonisch angemahnt worden, den Antrag zur Herstellung eines Anschlusses an die öffentlichen Abwasseranlagen einzureichen. Die letzte Frist ist laut Fiedler gestern abgelaufen.

"Offenbar sind solche Genehmigungsverfahren für Herrn Behr ,Lappalien', die man einfach mal ,vergessen' kann", schimpft Christiane Filius-Jehne, Fraktionsvorsitzende der Dresdner Grünen. In einem Brief an die Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) haben die Grünen jetzt ausdrücklich die Suspendierung des Weißiger Ortsvorstehers Hans-Jürgen Behr (CDU) gefordert. Behr sei "als Grundstückseigentümer der Hochland-Immobilien GbR und als Geschäftsführer der mit dem Umbau beschäftigten Baufirma für die illegale Entsorgung und damit auch für die Verzögerung der geplanten Eröffnung der Kita am 16.9.2013 verantwortlich", so die Argumentation.

Vergangene Woche war das Umweltamt Hinweisen nachgegangen und hatte bei Probebohrungen unter der neuen Weißiger Kita gefährliche Asbestplatten gefunden. Die Stadt zeigte den Fall umgehend bei der Staatsanwaltschaft an, da das Vergraben von Asbest unter den Straftatbestand der illegalen Müllentsorgung fällt (DNN berichteten). Kita-Eigenbetriebs-Chefin Sabine Bibas hat inzwischen angekündigt, Behrs Gesellschaft alle Kosten in Rechnung zu stellen, die Stadt wie Eltern durch die geplatzte Eröffnung entstehen.

Die Grünen fordern nun die vorläufige Dienstenthebung Behrs "vor dem Hintergrund, dass sowohl eine strafrechtliche Relevanz also auch Schadensersatzansprüche zu prüfen sind". Filius-Jehne erklärte gegenüber den DNN, dass die Stadt hier die Rechtsaufsicht habe und in diesem Sinne auch zum Handeln verpflichtet sei.

Das sieht die Verwaltung anders: Die Oberbürgermeisterin könnte ein Disziplinarverfahren einleiten, auf Grund dessen Ergebnisses dann die Landesdirektion eine Suspendierung des Ortsvorstehers erwirken könnte. Man habe aber keine Anhaltspunkte, um solch ein Verfahren zu eröffnen und sei auch keine Strafverfolgungsbehörde, betont Stadtsprecher Kai Schulz. Zuerst ist laut Stadt die Staatsanwaltschaft gefordert, die den Fall untersuchen muss.

Derweil setzen sich die Pfusch-Probleme mit Neubau-Kitas in Dresden fort: Ausgerechnet in der noch recht jungen Kita an der Neukircher Straße, in der die Kinder untergebracht werden sollen, die für die "Behr-Kita" angemeldet waren, sind Wasserschäden entdeckt worden. Das teilte Kita-Eigenbetriebs-Chefin Sabine Bibas nun dem Jugendhilfeausschuss mit.

Erst kürzlich hatte es ein ähnliches Malheur gegeben: Die Anfang 2012 eingeweihte Kita in der Liebenauer Straße 1 musst jetzt wegen Nässe in den Wänden schließen, schuld sind nach Verwaltungsangaben Baumängel. Immerhin seien im Falle der Neukircher Straße die Probleme nicht so gravierend wie an der Liebenauer Straße, betonte Bibas, daher könnten die Reparaturen diesmal wohl bei laufendem Betrieb erledigt werden, das Haus müsse voraussichtlich nicht schließen.

Die genauen Hintergründe und die Schuldfrage werden derzeit zwar noch ermittelt. Aber an der Kita an der Neukircher Straße war anscheinend ein Regenabflussrohr zwischen zwei Innenwänden verlegt worden. Als später Arbeiter an eben diesen Wänden Dübel für die Garderoben setzten, wurde das Rohr beschädigt und Regenwasser sickerte seitdem in den Zwischenraum - bis schließlich Nässe und Schimmel sichtbar wurden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.09.2013

Madeleine Arndt

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