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Von Woche zu Woche: Der Kommentar von DNN-Chefredakteur Dirk Birgel

Von Woche zu Woche: Der Kommentar von DNN-Chefredakteur Dirk Birgel

Eine Jubelarie zu schmettern, wäre idiotisch, ein Loblied zu singen alles in allem unangemessen - aber für Anerkennung und Respekt ist die Zeit wahrlich reif. Dynamo Dresden hat eine Aufstiegssaison in der 2. Bundesliga gespielt, die aller Ehren wert ist, die niemand erwarten durfte, und die viele (auch ich) nicht für möglich gehalten haben.

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Vier Spiele vor Schluss die Klasse gesichert, stolze 40 Punkte auf der Habenseite und von einem gesicherten Mittelfeldplatz auf die dahinterliegende namhafte Konkurrenz aus Bochum, Cottbus und Aue zu schauen, das darf man eine kleine Sensation nennen.

Der Erfolg hat auch in diesem Fall viele Väter, aber ganz sicher ist Cheftrainer Ralf Loose der Garant für das Erreichte. Er war quasi über Nacht aufgestiegen - mit einer Mannschaft, die nicht zweitligatauglich war und daher radikal umgebaut werden musste. Mit vergleichsweise wenig Geld. Loose und Sportchef Steffen Menze kauften besonnen ein, ließen sich vom holprigen Saisonstart nicht beunruhigen und hatten nach dem glücklichen Pokalsieg gegen Leverkusen plötzlich das nötige Kleingeld für weitere Verstärkungen. Die sich, dazu gehört ein Quentchen Glück, überwiegend als solche entpuppten.

Ins Bild passt auch, dass Vereinsführung und -gremien die Saison über ohne größere Zerwürfnisse ihrer Arbeit nachgingen. Hat man rund ums Harbig-Stadion eher selten erlebt bislang. Und die Fans? Ja, selbst die haben sich seit ihrem entsetzlichen Ausraster beim Pokalspiel in Dortmund weitgehend im Griff gehabt. Dass alles ist kein Anlass, den Tag vor dem Abend zu loben, insbesondere bei Dynamo nicht, aber es sind gute Voraussetzungen, die nächste Saison zu planen, sich weiter zu verstärken und sich in der Liga zu etablieren. Alles andere, namentlich die Bundesliga, ist vorerst Utopie.

Einer dürfte die Entwicklung mit besonderem Wohlwollen verfolgt haben. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann. Sein Telefon bleibt diesmal stumm. Schwarzgelbe Hilfeschreie nach weniger Stadionmiete oder städtischen Bürgschaften sind dieser Tage nicht nötig, Dynamo hat die Lizenz in der Tasche. Das wiederum sollte die Stadt nutzen, und sich etwas intensiver um die Vereine kümmern, die zuletzt oft für Dynamo zurückstecken mussten. Die Volleyballerinnen des DSC brauchen Geld, um als Vizemeister in der Champions League antreten zu können. Ihre männlichen Kollegen vom VC Dresden sind in die Bundesliga aufgestiegen, die Basketballer der Titans spielen nächste Saison erstmals in der 2. Liga Pro B. Eine tolle Bilanz für den Dresdner Spitzensport, die nach besseren Trainings- und Wettkampfbedingungen schreit. Auch dies ist eine Frage der Angemessenheit. Auch wenn Dynamo der Dresdner liebstes Kind ist, sollte die Stadt die anderen Spitzenmannschaften weniger stiefmütterlich behandeln.

Ein schönes Wochenende

Ihr Dirk Birgel

d.birgel@dnn.de

www.twitter.com/CRDNN

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.04.2012

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