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Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars: "Bürger müssen verstehen, warum Menschen aus ihrer Heimat fliehen"

Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars: "Bürger müssen verstehen, warum Menschen aus ihrer Heimat fliehen"

Hans ten Feld, Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars in Deutschland, besuchte am Dienstag die Technische Universität Dresden und sprach dort über die drängendsten Probleme und den Schutz von Flüchtlinge im Rahmen der Vereinten Nationen.

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Hans ten Feld, Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars in Deutschland (UNHCR), besuchte am Dienstag die Technische Universität Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Im Interview mit DNN-Online berichtet er zusätzlich von seiner täglichen Arbeit und die aktuellen Herausforderungen.

Frage: Welche Gründe tragen maßgeblich zu den aktuell steigenden Flüchtlingszahlen bei und welche Konflikte sind in Deutschland eher unbekannt ? 

Hans ten Feld: „Von den Kriegen in Syrien und dem Irak wissen die Menschen. Aber die Konflikte im Jemen, Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik sind Krisen, die im letzten Jahr aufgekommen sind. Zugleich geraten seit Jahren bekannte Krisengebiete wie Afghanistan und Somalia ins Hintertreffen. Hier sind aber weiterhin viele Menschen auf der Flucht.“  

Wie engagiert sich der UNHCR in den aufnehmenden Ländern und wie sieht ihre konkrete Tätigkeit als UNHCR-Vertreter in Deutschland aus?  

„Wir haben Deutschland zum Beispiel soweit überzeugen können, dass sie sich an einem Resettlement-Programm (dauerhafte Neuansiedlung für besonders Schutzbedürftige aus Erstzufluchtsländern, Anm. d. Red.) beteiligen. Die EU versucht 20.000 Plätze zu finden, wir benötigen weltweit 80.000 Plätze pro Jahr. Deutschland hat hier pro Jahr 300 Menschen in den vergangen Jahren aufgenommen und baut diese Hilfe jetzt aus. Ich muss täglich bei vielen flüchtlingsrelevanten Themen Überzeugungsarbeit leisten gegenüber Regierung und Parlament, im Bund wie auf Länderebene. Rechtspolitik im Inland und Finanzierung von Hilfsprogrammen im Ausland stehen dabei im Vordergrund. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit wie dieser Vortrag über die UNHCR-Arbeit gehört zu meinem Alltag.“  

In Dresden gibt es die ausländer- und asylfeindliche Pegida-Bewegung. Gleichzeitig helfen viele Dresdner Flüchtlingen bei ihrem Leben vor Ort. Wie können Ressentiments auf lokaler Ebene weiter abgebaut werden?  

„Das ehrenamtliche Engagement in Deutschland ist heutzutage riesig. Auch seitens der Behörden sehe ich eindeutig, dass sie die Herausforderung annehmen und sich den Aufgaben wie der Unterbringungsfrage in den Kommunen stellen. Entscheidend ist, dass die Bürger verstehen, warum so viele Menschen aus ihrer Heimat fliehen und warum Hilfe notwendig ist. Letztlich handelt es sich wiederum um notwendige Überzeugungsarbeit, die auch vor Ort geleistet werden muss. Ich vertraue dabei auf das Zusammenspiel von Behörden und Zivilgesellschaft“.

Die Fragen stellte Dominik Brüggemann.

Dominik Brüggemann

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