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"Uns fehlt Gradmesser für Erfolg" - Interview mit Dresdens SPD-Unterbezirksvorsitzenden Sabine Friedel

"Uns fehlt Gradmesser für Erfolg" - Interview mit Dresdens SPD-Unterbezirksvorsitzenden Sabine Friedel

Die Vorwürfe sind hart: "Unsere Potenziale werden nicht annähernd ausgeschöpft", "Es besteht ein ausgeprägtes Unbehagen über den weiteren Kurs der Partei". In einem Brief haben bekannte SPD-Mitglieder wie Ex-Ministerin Eva-Maria Stange und Ex-OB-Kandidat Peter Lames ihre Unterbezirksvorsitzende Sabine Friedel attackiert und ihr "situativ-konfliktvermeidende Führung" vorgeworfen.

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Sabine Friedel

Quelle: Martin Förster

In DNN spricht die Gescholtene nun Klartext.

Frage: Sind Sie noch im Amt?

Sabine Friedel: Was für eine Frage. Selbstverständlich.

Haben Sie nach Lesen des Briefes nicht mal darüber nachgedacht, den Bettel hinzuwerfen?

Ich habe das nicht in Erwägung gezogen. Ich habe meinen Rücktritt auch nicht als Anliegen der Autoren des Briefes verstanden. Sie haben auch selbst betont, dass sie das nicht erreichen wollen.

Alle fünf Autoren sind Mitglieder des Unterbezirksvorstandes. Sehen Sie sich so selten, dass Sie sich Briefe schreiben müssen?

Wir sind Kollegen im Stadtrat, im Landtag, im Stadtvorstand. Daher sehen wir uns eigentlich recht oft. Miteinander reden ist besser als Briefe schreiben. Das haben wir am Mittwochabend nachgeholt. Wir hatten ein gutes Gespräch. Wir haben dabei auch festgestellt, dass wir noch lange nicht fertig sind, sondern weiter im Gespräch bleiben müssen.

Wie soll es weitergehen?

Das werden wir im Vorstand besprechen. Das hängt auch davon ab, was die fünf Briefschreiber konkret wollen.

Hat die Dresdner SPD die bevorstehenden Wahlen verschlafen?

Nein - im Gegenteil. Wir überlegen schon sehr lange, wie wir die Wahlen angehen. Wir haben frühzeitig Konzepte für die diesjährige Bundestagswahl erarbeitet. Schon seit August 2011 gibt es eine Runde, die die Stadtratswahl 2014 vorbereitet. Wir haben dafür ein Strategiepapier beschlossen. Da passiert also eine ganze Menge.

Warum dann diese Diskussion?

Vielleicht fehlt uns einfach der Gradmesser für Erfolg. Wir hatten die letzte Kommunalwahl 2009. Seit vier Jahren arbeiten wir sehr fleißig. Aber wir wissen nicht, wo wir stehen. Das werden wir erst bei der Wahl erfahren. Wir denken intensiv darüber nach, wie wir es schaffen können, den Erfolg herbeizuführen.

Stichwort Kommunalwahl 2014: Was wäre für Sie ein Erfolg?

Ich denke, es ist ein gutes Ziel, in jedem Wahlkreis dieser Stadt eine Person in den Stadtrat zu bekommen. Dann hätten wir zwölf Mandate errungen und damit drei mehr als gegenwärtig. Das würde einem Wahlergebnis von etwa 15 Prozent entsprechen. Für eine Volkspartei wie die SPD ist das sicher nicht riesig. Aber wir reden hier von der Stadt Dresden, in der die SPD seit vielen Jahren bei rund zehn Prozent steht. Insofern wäre das eine realistische Messlatte.

Die SPD hat Anfang des Jahres erstmals für den Stadthaushalt gestimmt - gemeinsam mit CDU und Grünen. Welchen Einfluss könnte das auf das Wahlergebnis haben?

Keinen großen. Wir sind in der Kommunalpolitik doch nicht Opposition aus Überzeugung, sondern entscheiden anhand der Sachthemen. Viele unsere Anträge haben im Stadtrat eine Mehrheit gefunden. Da gibt es auch Themen, bei denen uns die CDU näher ist als beispielsweise Linke oder Grüne.

Sie sind seit 2008 Unterbezirksvorsitzende. Werden Sie 2014 zur Wiederwahl antreten?

Ja, das werde ich. Ich habe vorgeschlagen, dass die Vorstandswahl im Unterbezirk nach der Kommunalwahl stattfinden wird. Ich bin zweimal wiedergewählt worden, einmal mit 79 Prozent, einmal mit 87. Ich mache die Arbeit gerne und meine Ergebnisse zeigen, dass ich sie ganz ordentlich mache.

Sind Sie eigentlich menschlich von den Briefeschreibern enttäuscht?

Es geht hier um Zusammenarbeit in der Politik. Da haben Gefühle wie Enttäuschung nichts zu suchen. Wer Kritik nicht aushalten kann, darf sich nicht um Führungspositionen bewerben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.05.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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