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Unklarheit über Zukunft des Dresdner Kulturpalastes - Stadt sucht nach Alternativen

Unklarheit über Zukunft des Dresdner Kulturpalastes - Stadt sucht nach Alternativen

Der Umbau des Dresdner Kulturpalasts muss ohne Fördermittel der Europäischen Union vonstatten gehen. Wie die Stadt bestätigte, sei man von der EU-Kommission über die Absage informiert worden, wenn auch noch nicht schriftlich.

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Blick in den Saal des Kulturpalastes in Dresden. (Archiv)

Quelle: Ulrich Löser

Nun wolle man alle Optionen prüfen und weitere Gespräche mit dem Freistaat führen. „Parallel zu diesen Gesprächen im Freistaat werden wir eine Stadtratsvorlage vorbereiten, mit der der erreichte Planungsstand der Architekten und Fachplaner einerseits und das gesamte Tableau der zur Verfügung stehenden Handlungsoptionen zum Umgang mit der eingetretenen Situation systematisch entwickelt werden sollen", umreißt Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) die Planung.

Einig sind sich alle Fraktionen des Stadtrats, das Eile geboten ist. Denn Ende des Jahres läuft die Betriebserlaubnis für den Saal ab. Nach Angaben der Stadt gibt es keine Aussichten auf eine Verlängerung. Die nicht geklärte Finanzierung könnte auch Auswirkungen auf den im Juli geplanten Baubeginn haben. „Die ersten Bauleistungen für den Abriss müssen im März ausgeschrieben werden", sagte Stadtsprecher Kai Schulz. „Wenn bis dahin eine Lösung gefunden wird, bleibt alles wie geplant, wenn nicht, könnte sich der Umbau nach hinten verschieben."

Doch was nun geschehen soll, dass sehen die Parteien sehr unterschiedlich. Die CDU baut weiter auf den Freistaat. „Wir sind der Überzeugung, dass die dringend erforderliche Sanierung mit Einbau des neuen Konzertsaales trotz dieser schlechten Nachricht realisiert wird", erklärt Stefan Zinkler, Pressesprecher der CDU-Fraktion. Auch die Grünen plädieren für einen Umbau. „Niemand in Dresden wird verstehen, wenn in Sachsen angesichts der vielen Straßenbaugroßprojekte ausgerechnet dafür das Geld nicht reichen soll", sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen.

Der Dresdner SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Lames sieht hingegen keine realistische Chance auf Landesmittel mehr. "Ich sehe kein Förderprogramm, das so etwas hergeben würde. Und selbst wenn der Freistaat zu Lasten anderer Aufgaben mal eben 35 Millionen Euro für die Landeshauptstadt Dresden locker macht, dann wäre dieses Geld in Schulen, Kindertagesstätten, Sportstätten und Straßen besser investiert. Wir sollten uns jetzt auf das Machbare beschränken, auch um die Finanzierung des Kulturkraftwerks Mitte nicht zu gefährden", plädiert er für einen günstigeren Umbau im Bestand.

Gleich alle städtischen Großprojekte will die FDP auf den Prüfstand stellen: „Bisher vorgesehene Ausbaustandards müssen generell hinterfragt werden. Angesichts des enormen Finanzierungsbedarfs im Bereich Schulhausbau und Kindertagesstätten muss die Stadt ihre Prioritäten konsequent ordnen. Für Träumereien und Wunschdenken gibt es keine Spielräume mehr", so Fraktionschef Holger Zastrow. Dazu gehörten nicht nur der Neubau des Kulturkraftwerks Mitte sondern auch die Schwimmhalle Freiberger Straße oder die geplanten Neubaulinien der Dresdner Verkehrsbetriebe.

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Zur Spielzeiteröffnung der Philharmonie im Herbst 2015 soll der neue Kulturpalast wiedereröffnet werden.

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Die Linken betonen, dass auch die Dresdner Philharmonie, das Theater Junge Generation und die Staatsoperette langfristige Planungssicherheit und angemessene Spielstätten benötigen und nicht gegen Schulsanierungen ausgespielt werden dürfen. „Die Stadtverwaltung ist nun dringend aufgefordert, dem Stadtrat eine Sanierungsvariante für den Kulturpalast vorzulegen, die sowohl die Bedürfnisse der Dresdner Philharmonie an einen modernen Konzertsaal berücksichtigt als auch eine neue Spielstätte für die Dresdner Herkuleskeule. Ob der Einzug der Städtischen Bibliotheken in einer abgespeckten Variante möglich ist, muss darüber hinaus ebenfalls geprüft werden," fordert Stadträtin Annekatrin Klepsch.

Im März 2011 hatte der Stadtrat das als umstritten geltende Projekt endgültig besiegelt. Der 1969 eröffnete Palast sollte im Sommer, also nach Abschluss der jetzt laufenden Saison, umgebaut werden. Zentraler Punkt ist dabei die Umgestaltung des Mehrzwecksaales in ein Auditorium für die Dresdner Philharmonie. In dem alten Saal müssen die Philharmoniker unter schlechten akustischen Bedingungen musizieren. Zudem sollen das Kabarett „Die Herkuleskeule" und Dresdens Zentralbibliothek in den Palast einziehen.

Am 31. Juli läuft für den Saal die Betriebsgenehmigung aus. Im März 2007 war er wegen Mängeln beim Brandschutz geschlossen, nach Reparaturen die Genehmigung aber verlängert worden. Kritiker des Umbaus befürchten eine Explosion der Baukosten - manche gehen von Kosten jenseits der 100-Millionen-Euro-Marke aus. Immer noch anhängig ist zudem eine Klage des „Kulti"-Architekten Wolfgang Hänsch gegen die Stadt, der durch den Umbau sein Urheberrecht verletzt sieht.

dpa / sl / fs

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