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Unermüdliches Engagement: Kaum irgendwo in Dresden sind die Bürger so rührig wie im Wahlkreis 3

Unermüdliches Engagement: Kaum irgendwo in Dresden sind die Bürger so rührig wie im Wahlkreis 3

Bürgerengagement wird im Kommunalwahlkreis 3 groß geschrieben: Ob Initiativen, die Stadtteilfeste organisieren, rührige Vereine oder Einwohner, die zusammenhalten und sich gern auch einmal lautstark öffentlich zu Wort melden – kaum irgendwo in Dresden sind die Bürger so aktiv wie rund um Pieschen.

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Die Stadtteile Pieschen und Mickten aus der Vogelperspektive: Zu sehen sind unter anderem die Molebrücke, die Leipziger Straße,
das Ballhaus Watzke und – rechts neben dem Sportplatz – eines der Sorgenkinder: das Sachsenbad.

Quelle: Jürgen M. Schulter

Das wohl aktuellste Beispiel für derartiges Engagement ist der Streit um die Hufewiesen in Trachau. Hier kämpft ein Verein unermüdlich dafür, die 13 Hektar große Grünfläche als Kleinod zu erhalten und torpediert dabei das Wohnprojekt einer großen Hamburger Immobilienfirma, die die Hufewiesen bereits erworben hat. Was zunächst an den Kampf zwischen David und Goliath erinnert, scheint mittlerweile gar nicht mehr so aussichtslos. Denn da das Grundstück als Hochwasserschutzzone ausgewiesen ist und sowohl in der Einflugschneise des Flughafens als auch an einer Bahntrasse liegt, besteht für die Hufewiesen bislang kein Baurecht. Dagegen werden die Ideen des Vereins, was alternativ mit den weitläufigen Grünflächen passieren könnte, immer konkreter.

Wie die Vorsitzende Anja Osiander neulich erzählte, träumen die Vereinsmitglieder von einem „Idyll aus bäuerlichem Grün mitten in der Stadt“. Waldflächen, Streuobstwiesen, Bienenweiden und kleine Gärten sollen die Hufewiesen prägen – konzipiert und gepflegt von den Bürgern selbst, was sonst.

Bei der jüngsten Hochwasserkatastrophe im Juni letzten Jahres war es genau dieser starke Bürgerwille, der in Pieschen schlimmere Überflutungen abwehrte. Als die Sandsackdämme an der Leipziger Straße zu brechen drohten, waren die Menschen zur Stelle und schützten in Eigenregie ihren Stadtteil vor der braunen Brühe der Elbe.

Angesichts dieser besonderen Mentalität im Wahlkreis 3 ist es kein Wunder, dass sich die allermeisten Kandidaten parteienübergreifend die Stärkung des Bürgerengagements auf die Fahnen geschrieben haben. Darüber hinaus gibt es aber auch Sorgenkinder innerhalb des Viertels – große wie kleine – denen sich der nächste gewählte Stadtrat wohl annehmen muss. Ganz oben auf der Liste steht natürlich die hässliche Ruine vom Sachsenbad. Die einstige Schwimmhalle an der Wurzener Straße wurde 1994 stillgelegt und verfällt seitdem zusehends. Zentrale Wahlkampfthemen sind sicher auch zwei umstrittene Investitionen: der Globus-Markt auf dem Gelände vom „Alten Leipziger Bahnhof“ und die Hafencity. Der Einzelhandelsriese würde den kleinen Läden in Pieschen den Todesstoß versetzen, befürchten Anrainer. Und die Hafencity mit ihren geplanten Luxuswohnungen ist vielen Anwohnern ein Dorn im Auge, da sie als überdimensioniert empfunden wird.

Christoph Stephan

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