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„Und dann kommt das Aber“ – Integrationsministerin Köpping will Vorurteile bewusst machen

„Und dann kommt das Aber“ – Integrationsministerin Köpping will Vorurteile bewusst machen

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) will die Sachsen bei den Themen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit besser aufklären.

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Petra Köpping

Quelle: Stephan Lohse

Mit Hilfe von verschiedenen Veranstaltungen in den Kommunen sollen den Bürgern Zahlen und Fakten nähergebracht werden. Zudem will sie die Menschen gegenüber Vorurteilen sensibilisieren.

Vielen sei gar nicht bewusst, dass so manche Einstellung und Meinung zumindest latent rechtsextrem oder menschenfeindlich sei, erklärte Köpping am Dienstagabend im Rahmen einer Veranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Dresden. Die Stiftung hatte die Ergebnisse ihrer neuesten „Mitte-Studie“ vorgestellt. Demnach seien rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellung bis in die Mitte der Gesellschaft weit verbreitet. Hier wolle sie das Bewusstsein für die jeweiligen Meinungen und Einstellungen schärfen.

Keine Gespräche mit Pegida-Organisatoren

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„Ich bin ja nicht rechts, und dann kommt das Aber“, fasst Köpping ihre zuletzt gesammelten Erfahrungen rund um die Dresdner Pegida-Demos zusammen. Dabei würden vielen Menschen grundlegende Kenntnisse fehlen. Auf Basis von Nichtwissen und Vorurteilen entstehen so Ressentiments. Neben vielen Gesprächen wie dem Auftakt der Dialogreihe der Landesregierung am Mittwochabend in Dresden sei unter anderem eine Postwurfsendung geplant, in der die Landesregierung alle Fakten aufbereiten will.

Sie wolle auf jeden Fall mit den Teilnehmern der Pegida-Demos reden. „Ich gebe sie nicht alle auf“, stellte Köpping klar. Mit den Pegida-Organisatoren schloss Köpping jedoch Gespräche grundsätzlich aus. In der Landesregierung gebe es dazu harte Debatten und Uneinigkeit mit dem Koalitionspartner CDU.

Studie: Abwertung sozial Schwacher wachse

Laut den Ergebnissen der „Mitte-Studie“ der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Universität Bielefeld sind Ausländerfeindlichkeit, Chauvinismus und Ablehnung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen weit verbreitet. Die Abwertung von Asylsuchenden, Muslimen aber auch von Langzeitarbeitslosen und Obdachlosen sei auch in der Mitte der Gesellschaft signifikant messbar. Dabei gebe es nicht „den“ Rassismus und „die“ Menschenfeindlichkeit. Dies speise sich aus vielen verschiedenen Indikatoren und Einstellungen. Auch die Distanz zur Demokratie und zur EU und eine Ökonomisierung des Soziallebens sei messbar gewachsen.

Das Problem werde zudem oft verschwiegen, klagt Marko Schmidt vom sächsischen Flüchtlingsrat. Wichtig sei, feindliche Einstellungen offenzulegen und anzusprechen. Nur dann sei es möglich, dem entgegenzuwirken, bevor sich rassistische Einstellungen dauerhaft festsetzen.

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Stephan Lohse

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