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UNHCR-Diplomat ten Feld über Flüchtlingskrise: „Wir erleben desaströse Ausmaße“

UNHCR-Diplomat ten Feld über Flüchtlingskrise: „Wir erleben desaströse Ausmaße“

Über 100.000 Menschen auf der Flucht vor Krieg, Not und politischer Verfolgung haben seit Anfang des Jahres das Mittelmeer von Nordafrika aus in Richtung Europa überquert.

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Hans ten Feld, Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars in Deutschland (UNHCR), besuchte am Dienstag die Technische Universität Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) setzt sich aktuell weltweit für rund 51 Millionen Flüchtlinge ein. Hans ten Feld, Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars in Deutschland, besuchte am Dienstag die Technische Universität Dresden und sprach dort über die drängendsten Probleme und den Schutz der Flüchtlinge im Rahmen der Vereinten Nationen. Seine Einschätzung fiel ernüchternd aus. „Wir erleben momentan desaströse Ausmaße“, so der Niederländer, der auf eine über 30-jährige Berufskarriere beim UNHCR mit Stationen in Kambodscha, Indien, Myanmar und vielen weiteren Ländern zurückblickt.

Die Kriege im Irak und in Syrien führen derzeit zu enormen Flüchtlingsströmen, dabei sind interkontinentale Bewegungen aber nur ein Bruchteil. Er kritisierte auch die Europäische Union. „Das Bild von der Festung Europa hat sich in den vergangenen Jahren verfestigt“, so der Diplomat. Die Flüchtlinge, die nach Europa kommen, müssten besser verteilt und versorgt werden. Die Harmonisierung des Asylrechts in den 28 EU-Staaten sei eine Mammutaufgabe und das Kardinalproblem der EU-Staaten münde darin, dass es weiterhin an einem gemeinschaftlichen Denken fehle. Zwar seien die Zahlungen für humanitäre Hilfe derzeit auf einem Höchststand, es genüge aber bei weitem nicht, um eine ausreichende Versorgung sicher zu stellen. Für das UNHCR und andere Hilfsorganisationen werde es zudem in den Krisengebieten schwerer Hilfe zu leisten, da dort teilweise Kämpfer lauerten, die jegliche humanitäre Prinzipien missachteten.

Die Asylpläne der Stadt Dresden:

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Durch den erhöhten Bedarf an Plätzen muss Dresden auch mehr Geld ausgeben.

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Das Engagement Deutschlands im Mittelmeer freue ihn, auch die Aufnahme von mehreren Tausend Menschen aus Syrien sei beispielhaft. „Für uns spielt Deutschland eine Vorreiterrolle“, so ten Feld, der darauf hinwies, das momentan die BRD zusammen mit Schweden die meisten Flüchtlinge aufnehme. Auch nach mehr als 30 Jahren Arbeit für das UNHCR würde er seine Laufbahn wieder so einschlagen. „Die Menschen in Not brauchen unsere Unterstützung. Ich hoffe, die jetzige Krise zeigt den Regierungen, dass sie auch in die Flüchtlingshilfe investieren müssen“, so ten Feld am Ende seines Vortrages, den er auf Einladung des sächsischen Landesverbandes der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und der Juristischen Fakultät hielt.

Ein Interview mit Hans ten Feld lesen Sie hier.

Dominik Brüggemann

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