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Trotz Babyboom arbeitet Dresdner Stadtverwaltung flott

Trotz Babyboom arbeitet Dresdner Stadtverwaltung flott

8577 Dresdnerinnen und Dresdner haben im vergangenen Jahr Elterngeld bezogen. Das teilte Abteilungsleiterin Jutta Opitz vom Jugendamt der Landeshauptstadt Dresden mit.

Von Thomas baumann-hartwig

"Wir gehen davon aus, dass die meisten Mütter und viele Väter einen Elterngeldantrag stellen", sagte Nadine Storl, die stellvertretende Sachgebietsleiterin.

Zahlreiche Empfänger von Hartz IV würden zwar zunächst keinen Antrag auf Elterngeld stellen, weil die ihnen zustehenden 300 Euro auf die Sozialleistungen angerechnet werden. Aber die Arbeitsagentur würde diese Eltern auffordern, den Antrag einzureichen, um weniger Hartz IV zahlen zu müssen. "Da spart sich die Arbeitsagentur die Mittel", so Storl. "Aber letzten Endes sind sowohl Hartz IV als auch Elterngeld staatliche Leistungen."

Das Elterngeld wird 14 Monate gezahlt, wenn beide Elternteile eine Auszeit zur Betreuung des Nachwuchses nehmen und betrug im vergangenen Jahr 67 Prozent vom Nettoeinkommen. Mehr als 1800 Euro pro Monat gibt es aber nicht, an dieser Grenze wird das Elterngeld gedeckelt. In Dresden wurden pro Elternteil im Durchschnitt 640,52 Euro im Monat ausgezahlt. Dabei führt die Stadt keine Statistik, wie viel Elterngeld Frauen und wie viel Männer erhalten. "Nach unserem Eindruck beziehen Väter ein höheres Elterngeld als Mütter", sagte Storl. Männer würden aber häufig bis zu 30 Stunden pro Woche Teilzeit während der Elternzeit arbeiten. Der Lohn dafür werde auf das Elterngeld angerechnet, das schlage sich auf den Durchschnittswert nieder. Es gebe aber auch viele Eltern mit niedrigen Löhnen, die auf nur 400 bis 500 Euro Elterngeld im Monat kommen würden.

Seit Beginn dieses Jahres wird nach einer Gesetzesänderung (DNN berichteten) das Elterngeld neu berechnet. Die Stadt hat die erforderlichen Computerprogramme schon installiert, so Storl, sie würden auch funktionieren. "Ob es wirklich klappt, können wir aber erst sagen, wenn die ersten Anträge für die 2013 geborenen Kinder vorliegen."

Trotz des Babybooms dauerte die Bearbeitung von Elterngeldanträgen im vergangenen Jahr im Schnitt nicht mehr als 50 Tage. Damit liegt Dresden im deutschlandweiten Vergleich mit an der Spitze. In Berlin, Bremen, Mainz oder auch Leipzig müssen Eltern deutlich länger auf ihren Bescheid und letztlich auf ihr Geld warten.

14 Mitarbeiter sind bei der Stadt mit der Bearbeitung von Elterngeldanträgen befasst. Sie geben aber auch telefonisch Auskunft und beraten dienstags und donnerstags jeweils von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr junge Eltern. "Es kommen zwischen 70 und 100 Besucher am Tag zu uns", sagte Storl. Stark in der Kritik stehen die Räumlichkeiten des Jugendamtes am Dr.-Külz-Ring, die wegen der Umbauarbeiten im Rathaus alles andere als repräsentativ sind. Auch die telefonische Erreichbarkeit der Elterngeldstelle werde häufig kritisiert, so Storl. "Aber wir müssen die Balance finden zwischen Beratung und Bearbeitung der Anträge. Jeder Mitarbeiter, der am Telefon sitzt, kann keine Akten bearbeiten", bittet sie um Verständnis.

Die stellvertretende Sachgebietsleiterin empfiehlt den Müttern und Vätern, so schnell wie möglich nach Geburt des Kindes einen Antrag zu stellen. "Unterlagen können nachgereicht werden. Aber der Antrag sollte uns frühzeitig vorliegen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.01.2013

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