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Tillichs Regierungssprecher Cohausz geht Ende Mai in Pension

Tillichs Regierungssprecher Cohausz geht Ende Mai in Pension

(DNN). Auf den ersten Blick ist es eine Einladung wie viele andere: In etwa einer Woche lädt Johann-Adolf Cohausz zum kleinen Stelldichein, "Grillfest des Regierungssprechers" nennt sich der Abend im Fischhaus am Rand der Dresdner Heide.

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Johann-Adolf Cohausz

Dresden

(DNN). Auf den ersten Blick ist es eine Einladung wie viele andere: In etwa einer Woche lädt Johann-Adolf Cohausz zum kleinen Stelldichein, "Grillfest des Regierungssprechers" nennt sich der Abend im Fischhaus am Rand der Dresdner Heide. An genau demselben Ort fand im Vorjahr ein ähnliches Treffen statt, aber diesmal ist die Lage anders: Nach Informationen der DNN wird Cohausz Ende Mai ausscheiden, das Grillfest wird sein letztes sein - zumindest in Amt und Würden.

Formaler Anlass ist das Erreichen des Rentenalters. Cohausz ist Jahrgang 1947 und bereits im April 65 geworden. Allerdings greift bei ihm die erste Stufe der Anhebung des Ausstiegsalters auf 67 Jahre, der Sprecher muss exakt einen Monat länger arbeiten - bis Ende Mai.

Das ist die formale Seite der Medaille, die inhaltliche lautet: Unter seiner Führung lahmt die PR-Arbeit der Staatsregierung erkennbar. Längst mehren sich in der CDU/FDP-Koalition intern Stimmen, die aus Sorge um den öffentlichen Auftritt den Wechsel fordern.

Das hat offenbar auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zur Kenntnis genommen. Gestern wurde bekannt, dass der Regierungschef bereits am 17. April bei einer Vorstandssitzung des CDU-Kreisverbands Bautzen angekündigt hat, Cohausz werde "noch in diesem Jahr" gehen. Das war nach Aussage mehrerer Teilnehmer in einem Hotel in Kamenz und steht in Widerspruch zur früheren Lesart. Danach sollte der Sprecher bis zum Ende der Legislatur 2014 im Amt bleiben.

Das ist jetzt Geschichte. Und dennoch ist Cohausz nicht der einzige Auslöser für die schleppende Performance. Zwar wirkt der gebürtige Westfale bis heute wie ein Diplomat, und natürlich hat er sich auch mit seiner Medienschulung für 4500 Euro pro Tag keinen Gefallen getan. In Dresden aber gilt es als offenes Geheimnis, dass sich die Staatskanzlei nur schwer verkaufen lässt. Arg zäh sind die Verwaltungsabläufe, hierarchisch ist die Binnenstruktur. Da hat es jeder Sprecher schwer.

Nun muss Tillich einen Nachfolger suchen. "Ein Mann" soll es werden, heißt es in der Staatskanzlei, dabei sitzt dort längst eine Fachfrau ersten Ranges: Monika Zimmermann, frühere Sprecherin von Ex-Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) in Sachsen-Anhalt. Cohausz wiederum dürfte nach seinem Ausstieg kaum in ein Loch fallen. Er firmiert als Staatssekretär und ist entsprechend gut bezahlt. B 9 ist seine Besoldungsstufe, und in Beamtenkreisen gilt der Satz: "B 3 macht frei" - und alles darüber erst recht. Konkret liegt das Grundgehalt bei satten 9442 Euro im Monat, macht im Falle Cohausz rund 7460 Euro Pension.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.05.2012

Jürgen Kochinke

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