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Tag der Organspende: Dresdner Ärzte beklagen zu wenige Spender

Tag der Organspende: Dresdner Ärzte beklagen zu wenige Spender

„Als ich vor zirka acht Jahren hier im Herzzentrum angefangen habe, haben wir pro Jahr etwa ein Dutzend Herzen transplantiert. Im vergangenen Jahr waren es weniger als fünf“, beklagt Oberarzt Dr. Stefan Brose vom Transplantationszentrum des Herzzentrums Dresden.

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Zu wenige Deutsche bekunden ihre Bereitschaft zur Organspende mit einem Organspendeausweis.

Quelle: Tanja Tröger

„Die Tendenz ist fallend. Leider werden uns zu wenige Organe zur Verfügung gestellt. Letztes Jahr sind zwei Patienten verstorben, die hier in der Klinik auf ein Spenderorgan gewartet haben“, so Brose gegenüber DNN-Online. Momentan stehen etwa 15 Patienten aus Dresden und dem Umland auf der „Warteliste“ für ein Herz, zwei davon auf hochdringlicher Stufe.

Zum Stichtag 1. Juni 2012 hofften 93 Dresdner auf ein neues Organ, teilte die Stiftung Eurotransplant auf Anfrage von DNN-Online mit. Sachsenweit standen Ende Mai 835 Patienten auf der Liste, so Dr. Axel Rahmel, Medical Director bei Eurotransplant. Die Krankenhäuser melden die bedürftigen Patienten, diese werden dann je nach Dringlichkeit der Transplantation eingestuft.

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Der Tag der Organspende wirbt in Dresden für eine höhere Bereitschaft, nach dem Tod mit lebenswichtigen Organen das Weiterleben anderer Patienten zu sichern.

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Der Bedarf ist hoch, die Zahl der Spenderorgane nicht. Im gesamten Jahr 2011 haben Dresdner Ärzte insgesamt knapp 80 Nieren, Bauchspeicheldrüsen und Herzen transplantiert. Viel mehr könnten es sein. Dass die meisten Deutschen einer Organspende positiv gegenüberstehen, zeigen aktuelle Umfragen. Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wären etwa 80 Prozent bereit, nach ihrem Tod mit ihrem Herz, ihrer Lunge oder Leber anderen Patienten das Weiterleben zu ermöglichen. Allerdings halten nur rund 20 Prozent ihre Absicht schriftlich fest. Von allen Patienten, die 2011 in mitteldeutschen Krankenhäusern verstorben sind und deren Organe zur Transplantation freigegeben wurden, hatten laut DSO-Jahresbericht nur 6,6 Prozent ihren Willen durch einen Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung dokumentiert. In allen anderen Fällen müssen zunächst die Angehörigen ausfindig gemacht, informiert und um Zustimmung gebeten werden. Dabei vergeht kostbare Zeit, die die schwer kranken Patienten auf der Warteliste nicht haben.

Zudem ist der Erfolg der Gespräche keineswegs gewiss: Von 385 potentiellen Organspenden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen konnten nur 166 realisiert werden. In 103 Fällen lehnten die Hinterbliebenen die Organentnahme ab. Damit ist die Verweigerung der Hauptgrund, das Organe nicht transplantiert werden können. „Das ist das Dilemma, das wir haben“, konstatiert auch Nils-Horst Hildebrandt vom DSO-Organisationsstützpunkt Dresden. Deshalb präsentiert sich die DSO neben vielen anderen Organisationen auf dem Tag der Organspende, der 2012 in Dresden stattfindet.

In Deutschland regelt das Transplantationsgesetz die Entnahme und das Wiedereinpflanzen von Organen. Der Prozess ist in drei Abschnitte unterteilt, für die jeweils eine andere Institution zuständig ist. Die Organentnahme koordiniert die Deutsche Stiftung Organtransplantation, für die Vermittlung ist die Stiftung Eurotransplant mit Sitz in den Niederlanden zuständig, und um das Einsetzen der gespendeten Organe kümmern sich die jeweiligen Transplantationszentren vor Ort.

Während nur zertifizierte Transplantationszentren Organe einpflanzen dürfen, sind potentiell alle Krankenhäuser mit Beatmungsbetten, also mit einer Intensivstation, organspendende Kliniken. 2011 wurden im Uniklinikum Organe von 18 Verstorbenen entnommen, im Krankenhaus Friedrichstadt von drei und im Neustädter Klinikum von zwei.

Alle Kliniken mit Beatmungsbetten sind verpflichtet, der Deutschen Stiftung Organtransplantation Patienten zu melden, bei denen sicher der Hirntod festgestellt wurde. Die DSO-Koordinatoren prüfen dann, ob der Verstorbene als Spender infrage kommt. Die behandelnden Ärzte des Patienten sprechen mit den Angehörigen. Liegt die Spendenbereitschaft vor, sucht Eurotransplant einen oder mehrere passende Empfänger. So lange wird der hirntote Patient einer sogenannten "organerhaltenden Therapie" unterzogen. Ärzte des ausgewählten Empfängers prüfen dann, ob das Organ zu ihrem Patienten passt. Falls das zutrifft, fliegt ein sogenanntes Entnahmeteam, bestehend aus spezialisierten Ärzten und Pflegekräften der transplantierenden Klinik, zu dem Verstorbenen, prüft noch einmal, entnimmt das Organ, konserviert es und fliegt samt Transplantat in die eigene Klinik zurück. Dort wird das Organ in einer oft mehrstündigen Operation dem Empfänger eingepflanzt. Dabei kommt es auf jede Minute an. Ein Herz beispielsweise dürfe nur höchstens vier Stunden nicht durchblutet sein, erläutert Herzchirurg Dr. Brose vom Herzzentrum Dresden.

Seit 1995 transplantieren Experten vom Dresdner Uniklinikum und dem Herzzentrum Organe. Das vom Sozialministerium bestätigte Transplantationszentrum darf Patienten Spenderherzen, -lungen, -nieren und -bauchspeicheldrüsen einpflanzen.

Tanja Tröger

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