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TU-Untersuchung: Sachsens Spitzenpolitiker setzen bei Stimmenfang auf Markenstrategien

TU-Untersuchung: Sachsens Spitzenpolitiker setzen bei Stimmenfang auf Markenstrategien

Tillich der Wohlfühlstratege, Dulig der fachkundige Politiker und Gebhardt der Menschenfreund: Um sich ins rechte Licht zu rücken, versuchen die Spitzenkandidaten der sächsischen Parteien sich mit ähnlichen Strategien bei der Landtagswahl an den Wähler zu bringen wie Unternehmen ihre Produkte an den Kunden.

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Der Landtagswahlkampf läuft auf Hochtouren.

Quelle: Arno Burgi/Archiv

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Sprachwissenschaftlerin Laura Rudelt am Institut für

Germanistik an der TU Dresden.

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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU)

Quelle: Andreas Döring

Für ihre Masterarbeit untersuchte sie zwischen dem 1. September 2013 und 31. März 2014, also lange vor dem eigentlichen Landtagswahlkampf in Sachsen, die Kommunikation der Spitzenkandidaten der drei Parteien, die seit der Wende durchgehend im Landtag vertreten sind: Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), Martin Dulig (SPD) und Rico Gebhardt (Die Linke). Die Linguistin untersuchte dafür die Sprachstrukturen von Pressemitteilungen und Facebook-Einträgen.

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Der Vorsitzende der SPD Sachsen, Martin Dulig

Quelle: dpa

Sämtlich lesen musste Rudelt die Aussagen der Kandidaten nicht. Vielmehr jagte sie die Mitteilungen durch ein Computersystem und isolierte markante und am häufigsten benutzte Verben, Substantive und Adjektive. Das Ergebnis: Alle drei Kandidaten nutzen Markenstrategien, um über die Sprache langfristig ihr jeweiliges Image aufzubauen und zu vermitteln.

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Sachsens Linke-Landesvorsitzender Rico Gebhardt

Quelle: dpa

Während der Ministerpräsident auf fast ausnahmslos positive Begriffe wie „Familie“, „gut“, „neu“, „wichtig“, „stark“ oder „gemeinsam“ setzt, gibt sich Martin Dulig mit Aussagen wie „müssen“, „wollen“, „gestalten“ und „machen“ als fachkundig, forsch und fordernd. Rico Gebhardt hingegen setzt auf Begriffe wie „wir“ und „gemeinsam“ und zeigt sich damit menschenverbunden. Gegen seine Konkurrenten allerdings teile der konsequente Oppositionelle massiv aus.

„Stanislaw Tillich würde ich als Marke ‚Landesvater’ mit beruhigender Sprachweise einordnen“, erklärt Rudelt. Dulig kommuniziere sich als Marke „Macher“, der die Ärmel hochkrempelt. Inhaltlich verhalte er sich eher unparteiisch gegenüber Tillich, den er weder übermäßig angreife noch unterstütze.

Christin Grödel

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