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Streit um Laternen an der Altenberger Straße in Dresden eskaliert

Streit um Laternen an der Altenberger Straße in Dresden eskaliert

Paukenschlag im Blasewitzer Ortsbeirat: Das Gremium sprach sich am Mittwochabend mehrheitlich für den Abbau der erst vor einigen Monaten errichteten Lampen im Bereich Altenberger-/Oehmestraße aus.

Von Christoph Stephan

Früher standen dort die für Striesen und Blasewitz typischen Gaslaternen und genau die wollen die Ortsbeiräte zurückhaben - zumindest in der äußeren Hülle. "Die modernen Peitschenlampen müssen ersetzt werden und zwar durch eine dem Denkmalschutzgebiet entsprechende Anlage, vorzugsweise mit dresdentypischen, lichttechnisch optimierten Kandelabern", erklärt CDU-Stadtrat Sebastian Kieslich, der den entsprechenden Antrag einbrachte. Das Votum des Ortsbeirates Blasewitz bei diesem Thema ist zwar nicht bindend, gilt allerdings doch als wichtige Empfehlung für die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bau, die letztlich darüber entscheiden müssen.

Dass der Lampenstreit derart eskaliert, war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Denn den verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung ist es in den vie- len Monaten der Planung nicht gelungen, einen Kompromiss zu finden. Während das Straßen- und Tiefbauamt die Verkehrssicherheit im Blick hat und deshalb die Gaslaternen mit ihrem "Funzellicht" ablehnt, pochten Denkmalschützer auf deren Erhalt. Im Ergebnis setzten sich die Straßenbauer durch. "Es ist leider üblich, dass wir als Denkmalschutzbehörde erst an einem Punkt einbezogen werden, an dem die meisten und vor allem wichtigen Entscheidungen im Zuge einer Straßenbaumaßnahme schon getroffen wurden", beklagt Petra Eggert, Referentin für Denkmalpflege bei der Stadt.

Der Aufschrei in der Bürgerschaft, als die ersten der neun Meter hohen Peitschenlampen standen, ließ nicht lange auf sich warten. "Anstelle der kulturhistorisch bedeutsamen Gasleuchten hat man meterhohe, schmucklose Zinkmasten hingesetzt", schimpft Architekt Rainer Scholz, der sein Büro in der Oehmestraße hat. "Es gibt gestalterische und technisch ausgereifte Lösungen, die dem Charakter von Stadtteilen wie Striesen wesentlich besser entsprechen, aber ich denke, es wird überhaupt nicht nach solchen vernünftigen Lösungen gesucht, um den allgemeinen Fördermittelstandard bei einer Baumaßnahme nicht zu gefährden."

Scholz denkt an Lampen, die historisierende Elemente aufweisen und damit wie die mit Gas betriebenen Kandelaber stadtbildprägend wären, aber im Inneren voller moderner Elektrik stecken und die nötige Leuchtkraft gewährleisten. Genau in diese Richtung zielt die SPD, die die noch verbliebenen Gaslaternen in Dresden zukunftsfähig machen will. "Die aktuelle 'Konzeption zum Erhalt der historischen Gaslaternen' legt nur fest, wo sie zu erhalten sind, es gibt aber kein Konzept, das Entwicklung, Betrieb und Ertüchtigung des Gaslaternennetzes definiert", sagt SPD-Stadtrat Axel Bergmann. "Dabei gibt es vielfältige und auch wirtschaftlich günstige Möglichkeiten, die Leuchtkraft zu verbessern, etwa durch Verringerung des Lichtpunktabstands, mehr Glühkörper oder spezielle Schaltertechnik."

Die Grünen machen sich derweil unter anderem dafür stark, die historischen Kandelaber beim bevorstehenden Ausbau der Augsburger Straße zu erhalten und auf der Bergmannstraße nördlich der "Schandauer" keine technisch anmutenden elektrischen Leuchten zu errichten. Die entsprechenden Anträge beider Fraktionen fanden im Ortsbeirat ebenfalls Zustimmung.

Bezüglich des gewünschten Abbaus der Lampen im Bereich Altenberger-/Oehmestraße müsste OB Helma Orosz (CDU), falls der Bauausschuss mehrheitlich so entscheidet, dem Stadtrat bis zum 30. September alternative Modelle vorschlagen. Die erneute Umrüstung kostet nach DNN-Informationen mindestens einen sechsstelligen Betrag. Die Gaslaternen sind ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Dresden führte 1828 nach Freiberg und Berlin als eine der ersten Städte Deutschlands eine Gasbeleuchtung ein. Abgebaute Gaslaternen werden nicht verschrottet sondern wieder aufgearbeitet, um zum Beispiel den Neumarkt in ein warmes Licht zu tauchen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.08.2012

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