Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Streit um Gehalt der neuen Dresdner Philharmonie-Intendantin

Streit um Gehalt der neuen Dresdner Philharmonie-Intendantin

Der Sächsische Landesrechnungshof schrieb es der Landeshauptstadt schon mit seinem Prüfbericht 2011 ins Stammbuch: Der Intendant der Dresdner Philharmonie erhält eine Vergütung, die über dem Grundgehalt von Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) liegt.

Voriger Artikel
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kommt am Freitag nach Dresden
Nächster Artikel
Stillstand bei www.dresden.de - Vergabe städtischer Internetseite nicht vor Sommer 2014

Frauke Roth

Quelle: Kammerakademie Potsdam

Das ist aus Sicht der Rechnungsprüfer unangemessen, da der Intendant mit dem Orchester eine rechtlich und wirtschaftlich unselbstständige Einrichtung leitet. "Der Leiter eines Regiebetriebes trägt im Vergleich mit dem einer GmbH wesentlich geringere Haftungsrisiken", heißt es in dem Bericht.

Der Rechnungshof fordert: "Die Bezüge des Intendanten sind nach Ablauf des Vertrages unter Beachtung der gegebenen Hinweise in angemessener Höhe und erfolgsabhängig zu vereinbaren." 2014 endet der Vertrag von Intendant Anselm Rose und wird nicht verlängert. Ab 1. Januar 2015 soll Frauke Roth, bisher bei der Kammerakademie Potsdam tätig, die Geschicke der Philharmonie in den Händen halten. In dem Vertrag, den der Stadtrat am 12. Dezember verabschieden soll, wird die Forderung des Sächsischen Rechnungshofes ignoriert. Roth soll eine Jahresvergütung von 142 000 Euro erhalten - ohne Erfolgsklausel. Das sind rund 12 000 Euro mehr, als der Vorgänger verdiente.

Am Montagabend wurde im Ausschuss Allgemeine Verwaltung über den Dienstvertrag der neuen Intendantin debattiert. Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) soll auf die gestiegenen Preise im Kultursektor verwiesen haben. Diese Entwicklung werde von allen Kulturbürgermeistern in Deutschland beklagt. Sie lasse sich aber durch Klagen nicht aufhalten. Eine Erfolgsklausel lehnte der Kulturbürgermeister ab, weil dann kein Platz mehr für Spartenprogramme bleibe, das Orchester nur noch den Massengeschmack bedienen werde.

Letztlich passierte der Dienstvertrag den federführenden Ausschuss, die Diskussion wird bis zum 12. Dezember aber nicht abebben. Wie viel darf die Intendantin eines großen Orchesters verdienen? Die Oberbürgermeisterin erhält 133 000 Euro im Jahr, ihr Finanzbürgermeister geht mit 102 000 Euro nach Hause, der Baubürgermeister mit 97 000 Euro. Der neue Intendant der Semperoper soll dem Vernehmen nach etwa das Doppelte seiner künftigen Philharmonie-Kollegin erhalten, der Intendant der Stuttgarter Philharmoniker ungefähr das Gleiche.

Frauke Roth soll ab 1. Januar 2014 einen Vorbereitungsvertrag erhalten und von Rose in die Materie eingearbeitet werden. Für dieses Jahr wurde die halbe Vergütung vereinbart. Bis 31. Oktober 2016 soll die Oberbürgermeisterin dem Stadtrat berichten, ob ein im Vertrag vereinbarter Widerspruch in Anspruch genommen werden soll. Für einen normalen Arbeitnehmer würde diese Klausel heißen: Die Probezeit beträgt zwei Jahre.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.11.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.