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Streit um Albertbrücke in Dresden: Baubürgermeister Marx will Brückenbau ohne Sperrung

Streit um Albertbrücke in Dresden: Baubürgermeister Marx will Brückenbau ohne Sperrung

Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) hat den Stadtratsfraktionen gestern umfangreiches Material zur geplanten Sanierung der Albertbrücke übergeben.

Aus dem Variantenvergleich verschiedener Bauabläufe geht hervor: Die Stadt kann bis zu 4,4 Millionen Euro sparen, wenn die Brücke während der Bauzeit für den Fahrverkehr nicht voll gesperrt wird. Selbst die Dresdner Verkehrsbetriebe (DV) würden bei dieser Variante rund 200000 Euro sparen. Allerdings könnte der für September geplante Baustart nicht gehalten werden, da die Stadt umplanen müsste. Die marode Brücke könnte nicht vor Mitte 2014 saniert werden.

In einem internen Schreiben erklärt Baubürgermeister Jörn Marx (CDU): "Die Belastung der Landeshauptstadt Dresden und unserer Tochter DVB sind bei der Variante ohne Vollsperrung geringer. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sollte dieser nachgegangen werden." Bislang hat das Marx unterstellte Straßen- und Tiefbauamt eine Variante geplant, wonach die Brücke für den Individualverkehr mindestens neun Monate gesperrt wird (DNN berichteten). Begründet wurden die Planungen mit einer um sieben Monate geringeren Bauzeit und geringeren Gesamtkosten der Sanierung: 25,4 Millionen Euro würde der Bau mit Sperrung kosten, 28,7 ohne. Mehrkosten, die dem Steuerzahler aufgebürdet werden. Außerdem entstünden der Stadt bei einem verzögerten Baubeginn 70000 Euro Mehrkosten für den Unterhalt der Behelfsbrücke, 104000 Euro für den weiteren Unterhalt der Albertbrücke bis zu ihrer Sanierung sowie 245000 Euro für die Umplanung.

Nicht enthalten in dieser Rechnung sind indes die Kosten, die den Autofahrern durch die Vollsperrung entstehen. Rund elf Millionen zusätzliche Kilometer werden die Kraftfahrer auf Umleitungsstrecken zurücklegen, wenn die Brücke voll gesperrt ist - in Zeiten von Klimaschutz eine Hausnummer. Etwas mehr als eine Million Mehrkilometer entstehen, wenn das Bauwerk einspurig geöffnet bleibt.

FDP-Stadtratsfraktionschef Holger Zastrow, der seit zwei Jahren für einen Bau ohne Vollsperrung kämpft, erklärte gestern: "Die Fakten sind eindeutig. Die 2010 beschlossene Sanierung der Albertbrücke unter Offenhaltung für alle Verkehrsteilnehmer ist zwar insgesamt die teuerste Bauvariante, aber für die Stadt aufgrund von Fördermitteln die günstigste." Auch verkehrstechnisch sei es die beste Lösung - Autos und Straßenbahnen könnten während der Bauzeit über die Brücke fahren.

Axel Bergmann, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, bewertet die Fakten anders. Die Variante mit Vollsperrung sei die beste Lösung. Die ohne dagegen eine Verschwendung von Steuermitteln.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.05.2013

Baumann-Hartwig, Thomas

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