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Streit über Geld für den Sport: CDU stellt neues Dynamo-Trainingszentrum in Frage

Haushaltsverhandlungen Streit über Geld für den Sport: CDU stellt neues Dynamo-Trainingszentrum in Frage

Wenige Tage nach der Vorlage des Haushaltsentwurfs durch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) nimmt die Debatte über die Finanzen für die Jahre 2017 und 2018 Fahrt auf. Die CDU kritisiert die Mittel für den Freizeitsport und stellt dabei auch die geplante Förderung des neuen Dynamo-Trainingszentrums in Frage.

Nach der Vorlage des Haushaltsentwurfs durch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) nimmt die Debatte über die Finanzen für die Jahre 2017 und 2018 Fahrt auf.

Quelle: imago

Dresden. Wenige Tage nach der Vorlage des Haushaltsentwurfs durch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) nimmt die Debatte über die Finanzen für die Jahre 2017 und 2018 Fahrt auf. Die CDU ging mit scharfer Kritik an der Sportförderung in die Offensive. Aus der SPD kommt Widerspruch und im Hintergrund schwelt der Streit um Zuständigkeiten.

Für die sportpolitische Sprecherin der CDU, Anke Wagner, ist der Haushaltsentwurf im Bereich „absolut enttäuschend“. Zu dieser Haltung sei die Fraktion bei einer ersten Prüfung der Ansätze bei einer Klausur in den letzten Tagen gekommen. Weder im Handeln von Oberbürgermeister Dirk Hilbert noch von Sportbürgermeister Peter Lames finde der Sport besondere Berücksichtigung. Die Gelder für die laufende Sportförderung der Vereine sei zu gering bemessen und auch bei den Investitionen werde zu wenig getan. Wagner verwies unter anderem auf geringere Fördermittel für die Sportvereine zur Anmietung von Sportanlagen. Insgesamt machte Wagner Forderungen von zusätzlich etwa sieben Millionen Euro geltend. Einen Deckungsvorschlag, woher das Geld kommen soll, gebe es zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch nicht. Wagner forderte die Sportler der Stadt auf, sich diesen Entwurf nicht gefallen zu lassen und dagegen zu protestieren.

Dynamo-Gelände oder Breitensport?

Die CDU-Politikerin verwies auch auf fehlende Investitionsmittel. So gebe es kein Geld für die weiteren Bauabschnitte bei der Sanierung des Steyerstadions, den Anbau an der Margon-Arena auf der Bodenbacher Straße und Investitionen ins Bootshaus des Rudervereins in Cotta. Wagner ging soweit, dass sie die Investitionen in das Trainingsgelände von Dynamo Dresden, für das fast fünf Millioen Euro im Doppelhaushalt enthalten sind, in Frage gestellt werden könnte, wenn das Geld für den Breitensport fehle.

Die Kritik kommt nicht zufällig. Hintergrund schwelt ein Streit um die künftige Zuständigkeit für den Sport in Dresden. Nach Ansicht der CDU sollte der Bildungsbürgermeister, für den die Fraktion das Vorschlagsrecht hat und den bisherigen Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann nominierte, auch für den Sport zuständig sein.

SPD hält dagegen

Widerspruch kam auf DNN-Anfrage gestern von der SPD. „Wir, die SPD, haben seit 4 Jahren den Haushalt der Stadt mitbestimmt und dabei immer dafür gesorgt, dass der Leistungs- und der Breitensport gefördert werden. So wird das auch zukünftig sein. Wir lassen es nicht zu, das Eine gegen das Andere auszuspielen.“

Auch Bürgermeister Peter Lames, bei dem gegenwärtig der Sport angesiedelt ist, widersprach der Kritik auf DNN-Anfrage. Die Ansätze für die Sportförderung entsprächen denen im letzten Haushaltsentwurf. Ein Veränderung gebe es, weil Auffüllbeträge für die Turnhallen-Mietung künftig direkt an die Schulen fließen. Auch im investiven Bereich entspreche der Entwurf den Ansätzen im letzen Haushalt und er enthalte die Gelder für die Sanierung des Daches der Margon-Arena und des Dynamo-Trainingsgeländes. Für den Anbau an der Halle auf der Bodenbacher Straße würden die Planungen vorangetrieben. „Wir machen dort weiter“, bekräftigte Lames. Es habe „konzeptionelle Gründe“, dass die Planungen noch einiger Zeit bedürfen. Der Ruderverein in Cotta beispielsweise sei ein Bundesstützpunkt und die Stadt nicht zuständig. Beim Steyer-Stadion werde die ehemalige Holztribüne weiter saniert. Für die Sanierung der Steintribüne sei der Bedarf angemeldet, könne aber finanziell in diesem Haushalt nicht dargestellt werden. „Das ist, leider, genauso wie in den Vorjahren.“

Stadtrat kann andere Prioritäten setzen

Der Entwurf sei besser als frühere Entwürfe, ein Haushalt müsse aber die Gesamtheit kommunaler Aufgaben wiederspiegeln. Bei der Sportförderung biete die derzeit in Arbeit befindliche Sportförderrichtlinie, die wohl im Frühjahr beschlussreif sein könnte, weitere Möglichkeiten zur Diskussion. Beim Haushalt sei es nun Sache des Stadtrates darüber zu beraten und gegebenenfalls andere Prioritäten zu setzen. Ein Streit ist aus Lames Sicht jedoch längst entschieden. Der Oberbürgermeister habe bereits erklärt, dass der Sport auch ab dem kommenden Jahr Geschäftsbereich 1 angesiedelt sein wird. Diesen Bereich leitet Lames.

Von Ingolf Pleil

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