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Streik: Bis zu 12.000 Teilnehmer beteiligen sich bei Verdi-Kundgebung in Dresden

Streik: Bis zu 12.000 Teilnehmer beteiligen sich bei Verdi-Kundgebung in Dresden

Bis zu 12.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind am Donnerstag in Dresden auf die Straße gegangen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hatte im Vorfeld zum Streik aufgerufen.

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Die Verdi-Kundgebung in Dresden am Donnerstag.

Quelle: Dominik Brüggemann

Frank Fischer, Bezirksgeschäftsführer Dresden Oberelbe, äußerte sich sehr zufrieden: „Wir hatten mit rund 5000 Teilnehmern gerechnet und bis zu 12.000 Menschen aus ganz Sachsen sind gekommen. Das zeigt eindeutig die Bereitschaft der Beschäftigten für mehr Lohn auch auf die Straße zu gehen“, so Fischer gegenüber DNN-Online.

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Auf dem Postplatz versammelten sich die Teilnehmer zur Abschlusskundgebung.

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Nach Polizeiangaben waren es rund 7000 Demonstranten, die mit Luftballons, Trillerpfeifen, Trommeln und Transparenten ausgestattet waren. „Wir wollen Druck machen auf die dritte Verhandlungsrunde, die kommende Woche in Potsdam stattfindet“, sagt Norbert Hocke vom GEW-Hauptvorstand der Nachrichtenagentur dpa. „Bislang haben sich die Arbeitgeber nur minimalst auf uns zubewegt.“

Verdi übermittle damit ein wichtiges Zeichen an die Arbeitgeber, mit denen die Gewerkschaft zurzeit über höhere Löhne verhandelt. Nach der letzten Verhandlungsrunde habe Verdi erste Ännäherungen verzeichnen können. Um den Druck aufrecht zu erhalten, hatte Verdi zum Streik aufgerufen.Verdi fordert unter anderem eine Anhebung der Löhne von 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent mehr Geld. Zudem möchte die Gewerkschaft einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen für Beschäftige erreichen. In Dresden waren vom Streik am Donnerstag vor allem die Dresdner Verkehrsbetriebe und die kommunalen Kindertagesstätten betroffen.

Andrea Koscis, stellvertretende Bundesvorsitzende bei Verdi, sprach ebenfalls zu den Streikenden in Dresden. „Wir zeigen heute, dass wir auch noch viel mehr können“, so die Verdi-Gesandte. Vor Ort setzte sich auch Franziska Weiss, Erzieherin an einer Dresdner Kita, mit ihren Kolleginnen für eine Erhöhung der Löhne ein. „Sämtliche Ausgaben werden teurer, deshalb setzen wir uns dafür ein, dass wir unseren Lebensstandard halten können“, so Weiss. Sie wolle wenigstens ihre geringe Freizeit mit einem angemessenen Lohn gestalten können. Die Arbeitsbedingungen in der Kita seien sehr anstrengend. Gingen Kollegen in den Urlaub oder fielen krank aus, stünde kein Ersatzpersonal als Ausgleich zur Verfügung. „Die Mehrarbeit bleibt an jedem Einzelnen hängen“, so die Erzieherin. Landesweit blieben in Sachsen über 250 Kitas geschlossen, allein in Dresden 110, so die Gewerkschaft Gew.

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Dieses Mal wurden aber Notfall-Kitas eingerichtet.

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Wera Lindner vom Gew-Bezirksverband Dresden sagte: „Der weitere Kita-Ausbau kann nur im Dreiklang erfolgen: Die Eltern haben ein Recht auf einen Kita-Platz, die Kinder haben ein Recht auf qualifizierte Bildung und Betreuung und die Erzieher haben ein Recht auf angemessene Bezahlung und Arbeitsbedingungen.“

Von seinen Erfahrungen in Krankenhäusern berichtete der Krankenpfleger Wolfgang Vogel. Der tägliche Stress führe zu Behandlungsfehlern. „Wir sind überhastet und wir haben häufig ein schlechtes Gewissen, weil wir nicht mehr wissen, ob wir vielleicht etwas vergessen haben“, sagte Vogel. Das Problem sei kein Notfall, sondern ein systematisches Ausbluten im Gesundheitsbereich. Vogel betonte in seinen Forderungen die faire Bezahlung: „Wer gute Fachkräfte haben will, muss sie auch bezahlen.“

Bereits am Morgen hatten die Warnstreiks den öffentlichen Nahverkehr in Dresden blockiert. Laut Verdi beteiligten sich an den mehrstündigen Ausständen rund 600 Straßenbahn- und Busfahrer. Nach Gewerkschaftsangaben blieben alle Busse und Trams in den Depots. Auch in Chemnitz sorgten die Warnstreiks für Ausfälle und Behinderungen im Nahverkehr. Allein in Leipzig blieben 44 Betreuungseinrichtungen für Klein- und Schulkinder geschlossen. Auch in Dresden bleiben viele kommunale Kitas geschlossen. In neun weiteren Bundesländern legten Beschäftigte von Bund und Kommunen die Arbeit nieder, darunter auch in den sächsischen Nachbarländern Thüringen und Sachsen-Anhalt.

dbr / dpa

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