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Stesad oder Groß-Woba? Dresdens rot-grün-rote Stadtratsmehrheit ist sich beim Wohnen nicht einig

Stesad oder Groß-Woba? Dresdens rot-grün-rote Stadtratsmehrheit ist sich beim Wohnen nicht einig

"Wir werden bald die Pläne für unsere städtische Wohnbaugesellschaft vorstellen", kündigte Linken-Fraktionsvorsitzender André Schollbach jüngst an. Doch bislang ist es ausgerechnet beim Kernthema der Linken äußerst ruhig geblieben.

Das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. "Wir wollen erst noch einmal in Ruhe unsere Ideen und Vorstellungen zusammenfassen, ehe wir an die Öffentlichkeit gehen", teilte Kris Kaufmann, die bei der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit (RGR) den Hut für Wohnen aufhat, auf Anfrage der DNN mit.

Zwar ist das Thema städtische Woba, das den Linken den Sieg bei der Kommunalwahl beschert hat, nur ein Baustein des Wohnkonzeptes, mit dem RGR die Situation auf dem Wohnungsmarkt entspannen will. Die Frage des "Wie" bei städtischem Wohnungseigentum ist umstritten. SPD und Grüne wollen nach DNN-Informationen die Infrastruktur der städtischen Gesellschaft Stesad nutzen und aus steuerlichen Gründen eine Tochtergesellschaft gründen, die sich dem Thema Wohnungsbau widmet.

Vorteil dieser Konstruktion: In der Stesad sind Kompetenz und Fachwissen vorhanden, der Bau städtischer Wohnungen könnte rasch beginnen. Und damit auch die Akquise von Fördermitteln, mit der städtischer Wohnungsbau steht und fällt. Dabei schauen Grüne und SPD sehr genau auf das, was Großvermieter Gagfah plant: Das Unternehmen will in diesem Jahr 150 Wohnungen bauen und verhandelt schon mit dem sächsischen Innenministerium über Zuschüsse (DNN berichteten).

Die Stesad hat vier Wohnungsbauvorhaben in der Schublade und könnte ebenso rasch wie die Gagfah mit dem Ministerium in Verhandlungen treten. 150 Wohnungen will das städtische Unternehmen bauen und dabei besondere Bedarfsgruppen wie Familien oder Betreutes Wohnen bedienen. Ein weiteres Argument, das für die Stesad spricht: Das Unternehmen hat nicht nur Erfahrungen im Bau, sondern auch bei der Verwaltung von Wohnungen.

Einigen Linken geht der Stesad-Vorschlag indes nicht weit genug. Sie wollen nach DNN-Informationen eine "richtige" Woba, die bis zu 1000 Wohnungen pro Jahr auf den Markt wirft. Dieses Volumen wäre dann eine Hausnummer zu groß für die Stesad. Deshalb ist die Gründung einer Woba unter dem Dach der Technischen Werke Dresden (TWD), zu denen unter anderem die Dresdner Stadtwerke (Drewag) gehören, im Gespräch. Auch bei diesem Modell müsste sich die Stadt nicht für den Wohnungsbau verschulden.

Allerdings: Die TWD subventionieren bereits mit den Gewinnen der Drewag die Dresdner Verkehrsbetriebe und die verlustreichen städtischen Bäder. Zwar könnte das Unternehmen mit Krediten Wohnungen bauen, aber schwerlich Millionenzuschüsse für günstige Mieten stemmen. Zumal die Gewinnerwartungen in der Energiewirtschaft in den kommenden Jahren alles andere als rosig sind. Die Ansichten zur städtischen Woba sind bei RGR zwar kontrovers, die Diskussionen dafür höchst konstruktiv, bestätigen alle Seiten. "Es wäre falsch, von einem Streit zu sprechen. Wir arbeiten sehr zielorientiert", erklärte Kaufmann. Man werde ein Konzept vorlegen, das Hand und Fuß habe und sich die dafür erforderliche Zeit nehmen. Ob Stesad-Tochter oder unter einem Dach der TWD: Eine Million Euro Startzuschuss hat RGR der Woba schon mal in den Haushalt für 2015 geschrieben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.01.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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