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Städtische Krankenhäuser in Dresden vor Fusion

Städtische Krankenhäuser in Dresden vor Fusion

Vor mehr als drei Jahren haben die Dresdner bei einem Bürgerentscheid die Weichen gestellt: Die städtischen Krankenhäuser Neustadt und Friedrichstadt bleiben Eigenbetriebe und werden nicht privatisiert.

Nach drei Jahren läuft die Bindungsfrist für einen Bürgerentscheid aus. Womit die Frage steht: Wie geht es weiter mit den städtischen Krankenhäusern? Eine DNN-Analyse.

Gibt es neue Pläne für eine Privatisierung der Krankenhäuser?

Angesichts einer rot-grün-roten Mehrheit im Stadtrat denkt niemand im Ernst darüber nach, die Umwandlung der Krankenhäuser in eine GmbH vorzuschlagen. Was aber ansteht, ist eine Fusion der beiden Häuser zu einem Betrieb, der Städtisches Klinikum Dresden heißen könnte. Das würde weitere Synergieeffekte und Einsparpotenziale mit sich bringen. Die Personalräte beider Häuser können sich nach DNN-Informationen eine Fusion zum 1. Januar 2017 vorstellen. Jetzt ist die Kommunalpolitik gefragt, einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat einzubringen.

Wie stehen die Häuser wirtschaftlich da?

Friedrichstadt besser als erwartet, Neustadt schlechter. Insgesamt haben die Häuser damit die Vorgaben für 2014 in etwa erfüllt. Dieses Jahr soll unter dem Strich eine schwarze Null stehen. Der zuständige Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) ist zuversichtlich, dass dieses Ziel auch erreicht werden kann.

Worauf begründet sich der Optimismus?

Auf mehreren Bausteinen: Vor wenigen Tagen erhielt die Stadt den Bescheid zum Erhalt der Neurochirurgie. Mehr als drei Jahre hatte die Stadt um dieses lukrative medizinische Fachgebiet gekämpft. Nun hat sie es schwarz auf weiß, dass die Neurochirurgie erhalten bleibt, auch wenn sie von Neustadt nach Friedrichstadt umziehen muss. Die neue geschaffene Plastische Chirurgie in Neustadt ist sehr gut angelaufen, die Klinik profitiert auch von der Schließung der Geburtenstation in Radebeul.

Die Krankenhäuser sollen ohne Personalabbau aus den Roten Zahlen kommen. Wie soll das funktionieren?

Mit einem Wachstumskonzept. Die Kliniken sollen sich nicht "gesundschrumpfen", sondern vom Wachstum der Bevölkerung in Dresden und der demografischen Entwicklung profitieren. Dresden wird immer größer, die Dresdner werden immer älter - entsprechend steigt der Bedarf an stationärer medizinischer Versorgung. Das strategische Konzept der Krankenhäuser geht von steigenden Fallzahlen bei nahezu konstantem Personal aus. So soll aus Defiziten perspektivisch ein kleiner Gewinn werden.

Der Freistaat Sachsen will in diesem Jahr die Zuschüsse für Investitionen in Krankenhäuser anheben. Hat die Stadt schon Pläne in der Tasche?

Nein. Die Stadt hat laut Sittel noch keine konkreten Daten zu der Ankündigung vom Freistaat vorliegen.

Wer betreut künftig die Krankenhäuser?

Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit plant mit Unterstützung der CDU, die Krankenhäuser wieder dem Sozialbürgermeister zuzuordnen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.04.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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