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Stadtverwaltung: Wachleute beim EM-Public-Viewing an der TU Dresden waren nicht geeignet

Stadtverwaltung: Wachleute beim EM-Public-Viewing an der TU Dresden waren nicht geeignet

Die Sicherheit war in Gefahr beim Public Viewing zur Fußball-Europameisterschaft auf dem Unicampus. Das hat eine Untersuchung der Stadt ergeben. Das Rathaus hatte diese Überprüfung eingeleitet, weil dort am 17. Juni ein Security-Mitarbeiter mit einem Thor-Steinar-Gürtel aufgefallen war.

Kleidungsstücke dieser Marke gelten in der Neonazi-Szene als Erkennungsmerkmal. Die Untersuchung der Stadt ergab jetzt: Zehn Subunternehmen waren damals im Auftrag der Firma Dresd- ner Konzertsicherheit Service GmbH (DKS) auf dem Campus im Einsatz. Dazu gehören auch sogenannte Einzelunternehmer, also Personen, die als Selbstständige auftreten. Einer dieser Einzelunternehmer hätte gar nicht als Security-Mitarbeiter arbeiten dürfen, ihm fehlte die Qualifikation, die laut Gewerbeordnung vorgeschrieben ist. Dieser Mann hat zugelassen, dass in seinem Auftrag eine weitere Person als Wachmann arbeitet. Ein anderer Subunternehmer hat versäumt, der Zulassungsbehörde einen Security-Mann zu melden, bevor dieser überhaupt als Wachmann eingesetzt wird.

Im Klartext: Mindestens drei Security-Mitarbeiter waren ungeeignet für diese Arbeit. Im Ernstfall hätten sie nicht sachgemäß eingreifen können, sie wären stattdessen womöglich selbst zum Sicherheitsrisiko geworden.

Das ist kein gutes Aushängeschild für die Firma DKS, die auf ihrer Internetseite als Referenz unter anderem zwei DNN-Berichte vom Dezember 2010 und vom Juni 2012 veröffentlicht hat. In der Meldung aus dem vergangenen Monat geht es um das Public Viewing zur Fußball-EM auf dem Filmnächtegelände am Elbufer. Der Wachschutzfirma ist offenbar der Passus aus der Polizeimeldung wichtig, in dem darauf hingewiesen wird, dass Security-Mitarbeiter dort einen Besucher an die Polizei übergeben haben, der den Hitlergruß gezeigt hat. Das war am 9. Juni, die deutsche Nationalmannschaft spielte damals gegen das Team aus Portugal.

Am Wochenende darauf machte die DKS GmbH der Stadt zufolge den Fehler, auch solche Mitarbeiter als Wachleute beim Campus-Public-Viewing einzusetzen, die diesen Job gar nicht erledigen dürfen. Einer davon soll Willy K. gewesen sein, einer der Rädelsführer der Schläger-Gruppie- rung "Hooligans Elbflorenz".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.07.2012

Christoph Springer

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