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Stadtrat entscheidet: Dresdens Kulturpalast schließt definitiv im Sommer

Stadtrat entscheidet: Dresdens Kulturpalast schließt definitiv im Sommer

Der Kulturpalast schließt trotz offener Fragen zum geplanten Umbau im Juli seine Pforten. Der Stadtrat lehnte am Donnerstagabend auf seiner Sitzung mehrheitlich einen Antrag der Linksfraktion ab, das Haus bis zum Ablauf der Betriebserlaubnis Ende des Jahres offen zu halten.

Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) hatte zuvor erklärt, dass mindestens 60 Unterhaltungsveranstaltungen akquiriert werden müssten, damit das Defizit der städtischen Konzert- und Kongressgesellschaft nicht weiter anwachse. „Es ist vollkommen ausgeschlossen, jetzt noch so viele Konzerte zu organisieren", erklärte er. Außerdem müsse unbedingt noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden, damit der Kulturpalast mit Spielzeitbeginn der Philharmonie im September 2015 wiedereröffnet werden könne.

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Zur Spielzeiteröffnung der Philharmonie im Herbst 2015 soll der neue Kulturpalast wiedereröffnet werden.

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Michael Sanderling, Chefdirigent der Philharmonie, appellierte leidenschaftlich an die Stadträte, eine finanzielle Lösung für den Umbau zu suchen. „Seit 20 Jahren wird über einen Konzertsaal für die Philharmonie gesprochen. Der jetzige Saal ist funktionsuntüchtig." Wenn der Stadtrat seinen Beschluss zum Umbau abwandle oder aufschiebe, sei das der Startschuss für den Niedergang der Philharmonie als internationales Spitzenorchester. „Die Wirkung wäre verheerend."

André Schollbach, Fraktionsvorsitzender der Linken, bezeichnete den Vorschlag der Verwaltung, den Umbau mit Mitteln der Kreuzchorstiftung und der Sozialstiftung zu finanzieren (DNN berichteten), als unsolide. „Solche Konstruktionen kenne ich als Rechtsanwalt von Strafverfahren, wenn es um Geldwäsche geht. Der Vorschlag besitzt die Seriosität eines halbseidenen Gebrauchtwagenhändlers auf einem rumänischen Rummelplatz."

Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Fraktion, forderte den Stadtrat auf, die Prioritäten zu überprüfen. „Wir brauchen einen Kassensturz. Die Lösung der finanziellen Probleme könnte der Verzicht auf ein kulturelles Großprojekt sein. Wir müssen über das Kraftwerk Mitte sprechen."

Der Stadtrat beauftragte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) mehrheitlich, einen realistischen Finanzierungsvorschlag für den Umbau zu erarbeiten. Dabei sollen alle möglichen Umbauvarianten von unabhängigen Fachleuten geprüft werden, die Planungsunterlagen müssen den Stadträten vorgelegt werden. In der Sitzung am 4. April soll der Stadtrat über die Finanzierung des Umbaus entscheiden. Eine 150-seitige Vorlage wurde jetzt an die Stadträte verteilt.

Thomas Baumann-Hartwig

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