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Stadt plant Flüchtlingsheim in Großzschachwitz an der Försterlingstraße

Stadt plant Flüchtlingsheim in Großzschachwitz an der Försterlingstraße

Die Landeshauptstadt Dresden will im ehemaligen Arbeiter- und Lehrlingswohnheim auf der Försterlingstraße 20 in Großzschachwitz eine Unterkunft für Asylbewerber mit 168 Plätzen einrichten.

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In diesem früheren Lehrlingswohnheim auf der Försterlingstraße sollen 168 Asylbewerber untergebracht werden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Das Haus soll so schnell wie möglich umgebaut und ab Mitte 2016 in Betrieb genommen werden. Nach dem Umbau soll das Gebäude über 65 Zimmer verfügen, die von jeweils zwei bis drei Personen genutzt werden könnten. Gemeinschaftsräume, zentrale Küchen und Sanitärbereiche seien in ausreichender Zahl vorhanden.

Laut einer aktuellen Vorlage von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) für den Stadtrat würden jährliche Betreiberkosten von 496 174 Euro und Mietaufwendungen in Höhe von 567 023 Euro anfallen. Die Kosten will die Stadt mit Mitteln des Freistaats für die Unterbringung von Flüchtlingen begleichen.

Nach Seidels Plänen sollen Kellergeschoss, Erdgeschoss sowie erste und zweite Etage des viergeschossigen Zweckbaus aus DDR-Zeiten voll ausgebaut werden. Die dritte und vierte Etage würden lediglich baulich gesichert. Die Sanierung soll auf Kosten des Gebäudeeigentümers erfolgen. Der Mietvertrag wird zunächst auf fünf Jahre befristet. Im Umfeld des Objektes würden sich Einkaufsmöglichkeiten, Haltestellen des Öffentlichen Nahverkehrs und soziale Einrichtungen befinden - das wären gute Voraussetzungen für eine solche Unterkunft.

Mit der Einrichtung dieses großen Heimes verabschiedet sich die Stadt nicht vom Konzept der dezentralen Unterbringung von Asylbewerbern. Das Gebäude ist nicht als dauerhafte Unterkunft für seine Bewohner gedacht, sondern als sogenannte "Clearingstelle", in der die Menschen nur etwa vier Wochen lang unterkommen sollen. Sie kommen den Plänen zufolge direkt von der Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaats nach Großzschachwitz und werden dort sozial betreut. Danach entscheiden Sozialarbeiter, ob die Asylbewerber in der Lage sind, Wohnungen zu beziehen oder ob sie besser in kleineren Wohnheimen mit bis zu 60 Plätzen untergebracht werden sollten.

Grund für die Einrichtung des Heimes sind die dramatisch steigenden Asylbewerberzahlen. "Die Erweiterung der städtischen Kapazitäten ist unabdingbar, um auch in den kommenden Jahren dem entstehenden Bedarf nicht mit kurzfristigen Interimsstandorten begegnen zu müssen", heißt es in der Vorlage.

20 zusätzliche Plätze für Asylbewerber sollen außerdem in den Heimen in der Pillnitzer Landstraße 273 und der Florian-Geyer-Straße 48 entstehen. Die Stadt will im Erdgeschoss des Wohngebäudes Prohliser Allee 3 und 5 ein Wohnheim für obdachlose ältere Menschen errichten. Bislang wurde das Objekt von der Arbeiterwohlfahrt als Kurzzeitpflege genutzt. Der soziale Träger hat es der Stadt zur Nutzung für fünf Jahre angeboten. Es kann ohne größeren zeitlichen und finanziellen Aufwand seinem neuen Zweck zugeführt werden, schreibt Seidel in einer Vorlage an den Stadtrat.

Zum 9. Juni hätten 91 wohnungslose Menschen, die 50 Jahre und älter sind, in Übergangswohnheimen gelebt. 32 wohnungslose Menschen seien älter als 60 Jahre. Für Menschen in diesem Alter würde sich diese Unterbringungsform als Dauersituation manifestieren.

Mit den 20 Plätzen in der früheren Kurzzeitpflege könnten Obdachlose aus den Wohnheimen in Johannstadt und in Niederpoyritz nach Prohlis umziehen. Die frei werdenden Plätze sollten für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden.

Der Stadtrat soll am 29. Oktober einen Beschluss zu beiden Vorlagen treffen. Zuvor werden die Pläne in den Ortsbeiräten sowie in mehreren Ausschüssen diskutiert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.08.2015

Thomas Baumann-Hartwig

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