Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Google+
Stadt entlastet Mitarbeiter des Dresdner Veranstaltungsbüros - Stadträte hegen erhebliche Zweifel

Stadt entlastet Mitarbeiter des Dresdner Veranstaltungsbüros - Stadträte hegen erhebliche Zweifel

Die Mitarbeiter des städtischen Veranstaltungsbüros haben sich rechtmäßig verhalten. Dies sei das abschließende Ergebnis einer Untersuchung des Dresdner Rechnungsprüfungsamtes und des Rechtsamtes, teilte die Stadt mit.

Voriger Artikel
Zockerei von Amts wegen - Riesas Kämmerer jongliert mit Millionen wie ein Börsenspekulant
Nächster Artikel
Dresdner Linke wollen mehr Geld in die Schwimmhalle Freiberger Straße stecken

Jörn-Torsten Verleger, ehemals Chef des Dresdner Veranstaltungsbüros.

Quelle: Sebastian Kahnert

Der interne Bericht habe ergeben, „dass es keine ausreichenden Anhaltspunkte für ein kriminelles Verhalten von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern des Veranstaltungsbüros gibt und somit auch keine Notwendigkeit besteht, die Staatsanwaltschaft einzuschalten", teilte Pressesprecher Kai Schulz am Montag mit. Zudem seien am Freitag alle zwölf Stadtratsanfragen mit 93 Einzelfragen zur Arbeitsweise des Veranstaltungsbüros beantwortet worden.

Letztere Aussage wird sowohl von FDP-Stadträtin Barbara Lässig als auch von ihrem SPD-Kollegen Thomas Blümel dementiert „Ich kann mich nur wundern", so Lässig. „Wir haben nichts gekriegt. Ich warte seit 16 Wochen auf eine Antwort von der Stadt." Blümel habe seine Unterlagen erst am Montag auf Nachfrage von der Verwaltung erhalten, berichtet er.

„Die offenen Fragen bleiben weiter offen. Da ist noch nichts geklärt", sagte der SPD-Stadtrat gegenüber DNN-Online. So sei seine Anfrage zu den Dienstreisen des Veranstaltungsbüros nur teilweise beantwortet worden. Für den Zeitraum 2006 bis 2008 habe die Verwaltung keine Angaben gemacht. „Ganz fest" rechne er damit, dass dort einiges im Argen liegt, sagte Blümel.

Vor allem die Stadträte Blümel, Lässig sowie Jan Kaboth von der Bürgerfraktion hatten schon seit einiger Zeit vermutet, dass im Veranstaltungsbüro unter dessen Chef Jörn-Torsten Verleger nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein soll. Das Büro hatte die städtischen Großveranstaltungen Frauenfußball-WM, der Frauen-U20-WM sowie den Kirchentag mitorganisiert. Dabei legte Barbara Lässig Wert darauf, dass sie im Gegensatz zur Pressemeldung der Stadt nie von kriminellem Verhalten sondern stets von Unregelmäßigkeiten gesprochen habe. Mit der Untersuchung auf kriminelle Machenschaften habe die Stadt die Messlatte absichtlich höher gelegt.

Für Blümel ergeben sich weitere Fragen: So hatte die Stadt mitgeteilt, dass das Rechnungsprüfungsamt alle Unterlagen zu den beiden Frauenfußball-Turnieren geprüft hätte. Nach Informationen von Blümel hätten sich die Rechnungsprüfer aber ausschließlich mit der Vergabe der WM-Ehrenkarten beschäftigt. Hierzu liege dem amtierenden Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bereits ein Bericht vor, der mehrere Mängel offenbart, so der Stadtrat. Die SPD habe den Bericht jedoch bisher nicht einsehen dürfen.

„Mehr als merkwürdig" finde er auch, dass laut Stadt die Arbeitsgruppe Antikorruption nicht mit der Prüfung der Arbeitsvorgänge innerhalb des Veranstaltungsbüros befasst gewesen sei und stattdessen das Rechtsamt der Landeshauptstadt geprüft habe. Die Anwälte von Verleger hätten noch im August das Gegenteil erklärt. „Herr Verleger muss sich dringend von seinen Anwälten trennen", meinte Blümel.

Der Fall war ins Rollen gekommen, nachdem Veranstaltungsbüro-Chef Jörn-Torsten Verleger vor dem WM-Viertelfinale im Juli eine sogenannte Ehrenkarte verbotenerweise verkauft hatte. Diese hatte die Stadt vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zur kostenlosen Weitergabe erhalten, Verleger hatte jedoch von einem Fan 238 Euro kassiert. Der Vorfall war beobachtet und gemeldet worden. Verleger hatte den Sachverhalt nach Angaben der Stadt noch am gleichen Abend gebeichtet. Die Rückzahlung erfolgte allerdings erst, nachdem ein anwaltliches Schreiben des DFB bei der Stadt eingegangen war. Einige Stadträte hatten dabei die offizielle Darstellung des WM-Beauftragten angezweifelt.

Die Stadträte fürchten nun, dass die Stadtverwaltung den Fall mit dem Untersuchungsbericht abschließen wolle, obwohl es noch genügend offene Fragen gebe. „Die haben Tatsachen geschaffen", meinte Barbara Lässig unter Verweis auf einen Antrag der SPD im allgemeinen Ausschuss, wonach das Rechnungsprüfungsamt den ganzen Fall noch einmal unabhängig prüfen soll. Dies sollte am Montagabend in die Wege geleitet werden. Das sei der „einzige Hoffnungsschimmer", der bleibe, meint Thomas Blümel.

Stephan Lohse

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.