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Stadt Dresden legt Konzept für Erinnerungskultur vor: Konsens im hochpolitischen Raum

Stadt Dresden legt Konzept für Erinnerungskultur vor: Konsens im hochpolitischen Raum

Was haben Gottfried Semper, Wilhelm Külz, Erich Kästner, Rudolf Mauersberger oder Ludwig Renn miteinander zu tun? Es sind Dresdner, die mit markanten Daten der Stadtgeschichte verbunden sind.

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Wohl kein Tag im Jahr ist in Dresden so präsent wie der 13. Februar. Das Konzept für Erinnerungskultur ist aber deutlich weiter gefasst.

Quelle: Jane Jannke

Deshalb werden sie in dem Konzept „Erinnerungskulturelle Grundlagen der Landeshauptstadt Dresden" neben anderen historischen Persönlichkeiten ausdrücklich erwähnt. Mehr als ein Jahr lang haben Stadträte und fachkundige Bürger in einem Ausschuss für Erinnerungskultur an dem Konzept gearbeitet, das am Freitag von Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) vorgestellt wurde.

Lunau wurde von seinen Bürgermeisterkollegen nicht darum beneidet, in diesem hochpolitischem Raum Verantwortung übernehmen zu müssen, aber seine im Vorfeld geäußerten Befürchtungen wurden nicht bestätigt. „Wir haben einen Konsens gefunden", erklärte Lunau. „Es gab nicht einen Punkt, auf den wir uns nicht einigen konnten." Der sachkundige Bürger Holger Hase bestätigte: „In den ersten Sitzungen wurden erst mal politische Befindlichkeiten ausgetauscht. Das hat Zeit gekostet. Aber dann hat die inhaltliche Arbeit Fahrt aufgenommen."

Für Hase sind der Ausschuss und das Konzept beispielhaft: „Der Stadtrat hat sich für eine schwierige Materie mit uns Sachkompetenz dazugeholt. Das sollte bei künftigen Projekten wieder so gemacht werden", findet der Militärhistoriker. „Es geht darum, Geschichte im Rahmen einer Stadt sichtbar zu machen", erläutert Joachim Klose, der die Arbeitsgruppe „13. Februar" leitet und Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung für Sachsen ist. „Das Konzept ist offen in der Interpretation und in der Zielsetzung."

Das betont auch Lunau. Das Konzept sei nicht allgemeinverbindlich, sondern definiere die Grundlagen, nach denen die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit allen Akteuren in der Stadt Gedenkaktivitäten vorbereiten kann. „Wir wollen keine Einbahnstraße gründen, sondern einen Dialog." Wobei das Gedenkkonzept auf den fünf Säulen „Demokratische Erinnerungskultur", „Deutungsvielfalt", „Geschichtsvermittlung", „Empathie bewirken" und „Zusammenarbeit" stehen soll.

Für die Praxis heißt das: Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) berichtet dem Stadtrat künftig einmal im Jahr über die Aktivitäten mit städtischer Beteiligung. Am Ende eines Jahres entscheidet der Stadtrat über die Termine für das übernächste und das überübernächste Jahr. Schließlich soll die Verwaltung auch einen Koordinator für erinnerungskulturelle Veranstaltungen erhalten.

„Da müssen wir aber erst die Haushaltsberatungen abwarten", sagte Lunau. 40.000 Euro Fördermittel für Projekte auf dem Feld der Erinnerungskultur sollten zur Verfügung gestellt werden und 10.000 Euro für Tagungen und Kongresse, weitere 10.000 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit. Unter anderem soll ein „Erinnerungskalender" im Internet entstehen, in den alle zivilgesellschaftlichen Akteure der Stadt ihre Termine eintragen können. Am 15. Mai soll laut Lunau der Stadtrat über das Konzept entscheiden.

Thomas Baumann-Hartwig

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