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Schritt für Schritt zum Kleingartenpark

Schritt für Schritt zum Kleingartenpark

Wie eine grüne Lunge mit zwei Flügeln erstreckt sich beiderseits der Hansastraße ein riesiges Kleingartenareal. 16 Schrebervereine bewirtschaften hier auf einer Fläche von 48 Hektar über 1700 Kleingartenparzellen.

Dieses Gebiet wollen die Stadt und der Stadtverband der Dresdner Gartenfreunde gemeinsam zu einem Kleingartenpark entwickeln. Der Dresdner Stadtrat gab dafür im Januar 2011 seine Zustimmung. DNN sprach mit Titus Porstmann, dem Projektleiter Kleingartenpark im Amt für Stadtgrün, wie es um die Umsetzung dieses Planes steht.

Wozu soll überhaupt aus dem Kleingartenareal ein Kleingartenpark werden und bis wann?

Ziel ist, das Naherholungspotential, das diese große grüne Fläche bietet, auch für die Bewohner der umliegenden, dicht bebauten Wohngebiete nutzbar zu machen. Die Menschen sollen dort zwischen den schön bepflanzten Gärten spazieren gehen und sich auf Bänken ausruhen können. Zudem ist der Plan, den umliegenden Kindertagesstätten im Kleingartenpark Bildungsangebote zu machen. Es geht aber auch darum, den Kleingartenbestand in diesem innerstädtischen Gebiet langfristig zu sichern. Das Projekt ist nicht von heute auf morgen umzusetzen, sondern nur Schritt für Schritt in den nächsten 30 Jahren.

Kleingartenpark - das hört sich toll an. Aber was muss denn beidseits der Hansastraße verändert werden, damit man von einem solchen sprechen kann? In den Gartenvereinen kann man doch auch jetzt schon spazieren gehen!?

Das mit dem Spazieren ist eben nicht so einfach. Manchmal gibt es Verbindungswege zwischen den einzelnen Kleingartenvereinen, oft aber auch nicht. Da läuft man in Sackgassen. Ziel ist, ein Wegenetz zu schaffen, mit dem sich Spaziergänger das gesamte Gebiet erschließen können. Das geht aber nicht von heute auf morgen. Schließlich wollen wir keinen aus seinem Garten vertreiben. Wir warten, bis Gärten leer werden, bieten Gärten zum Tausch an, versuchen gemeinsam mit dem Stadtverband Überzeugungsarbeit zu leisten. Das ist zugegebenermaßen nicht immer leicht. Viele Kleingärtner stehen dem Projekt recht aufgeschlossen gegenüber, bringen sich auch selbst mit Rat und Tat ein. Andere sehen das Vorhaben sehr kritisch.

Warum?

Sie fürchten um ihre Ruhe und Sicherheit, dass überall Hundekot liegt, wenn Spaziergänger mit ihren vierbeinigen Freunden Gassi gehen. Und dass die Zahl der Einbrüche steigt.

Diese Ängste kann man doch nachvollziehen, oder?

Kleingartenanlagen sind grundsätzlich öffentliche Grünanlagen, müssten also ohnehin öffentlich zugänglich sein. Die Erfahrung in anderen Städten ist eher, dass sich mit mehr Öffentlichkeit in Kleingartenparks die Sicherheit erhöht. Denn wenn immer mal ein Spaziergänger vorbeikommt, ist das für Einbrecher eher unangenehm.

Sollen im Kleingartenpark sogenannte Hundetoiletten aufgestellt werden?

Nein, das ist nicht vorgesehen.

Was soll noch verändert werden, um das Gebiet links und rechts der Hansastraße in einen Kleingartenpark zu verwandeln?

Mit vier großen Haupteingängen und einer einheitlichen Umfriedung wollen wir die Außenwirkung des Kleingartenparks erhöhen. Geplant ist, Brachflächen zu erschließen, als Aufenthaltsbereiche und Spielflächen nutzbar zu machen. Zudem entstehen Parkplätze, um Konflikte zwischen Kleingärtnern und den Bewohnern der umliegenden Wohngebiete abzubauen. Einige Wege müssen grundhaft ausgebaut werden. Die Zufahrten von der Hansastraße aus links und rechts in die Kleingartenanlagen - im Volksmund einfach Feldweg genannt - wird es künftig nicht mehr geben. Das hat mit der geplanten und in jüngster Zeit viel diskutierten Querungshilfe für Fußgänger in diesem Bereich zu tun und damit, dass besagter Weg von Autofahrern als Schleichweg genutzt wird.

Das Konzept sieht z.B. auch Streuobstwiesen und ein Kleingartenmuseum vor. Des Weiteren stellen die Kleingärtner Hinweisschilder auf, die den Besuchern nicht nur die Orientierung erleichtern, sondern sie auch auf Highlights in den einzelnen Vereinen hinweisen sollen. Langfristig gibt es zudem das Ziel, die großen Gewerbeflächen eines Baumdienstes und eines Baubetriebes zu verlagern. Und es ist vorgesehen, das Turmhaus an der Hansastraße zu sanieren. Dort könnte dann u.a. der Stadtverband Dresdner Gartenfreunde einziehen. Aber bis dahin fließt noch viel Wasser die Elbe hinunter.

Welche Vorhaben wurden denn schon umgesetzt?

Die öffentliche Fläche mit Festwiese und Spielplatz im Kleingärtnerverein Erholungsheim wurde neu gestaltet. Der Haupteingang Nord zum Kleingartenpark ist geschaffen und mit Staudenflächen, Sitzbank, Insektenhotel gestaltet worden. Das Gelände der ehemaligen Gärtnerei an der Weinböhlaer Straße ist beräumt. Auf der Fläche entstanden neue Gärten. Es gab mehrere Baumpflanzungen, im KGV Erholungsheim haben wir eine von Kleingärten umschlossene Brachfläche mit einem Weg erreichbar gemacht. Auf dem Zugang zu dieser Brachfläche wurden Bänke aufgestellt, Kräuterbeet und Fühlpfad angelegt, ein Klanggerüst aufgestellt. Die Kleingärtner haben mit der Binnenbeschilderung begonnen und viele andere kleine Maßnahmen.

Was ist für dieses Jahr geplant?

Die Brachfläche, die wir jetzt zugänglich gemacht haben, soll beräumt und für eine Gestaltung vorbereitet werden. Der Bau des Haupteinganges West steht auf dem Plan. Allerdings ist noch nicht sicher, ob dieser nun am Pestalozziplatz oder an der Weinböhlaer Straße entsteht. An dieser Straße werden wir in diesem Jahr auch 19 Stellplätze für den KGV Eigenheim bauen und die Erneuerung des Außenzaunes fortsetzen.

Gibt es bereits einheitliche Öffnungszeiten für den Kleingartenpark? Und wenn ja - wer hat die festgelegt?

Es gibt einheitliche Öffnungszeiten, und zwar 9 bis 20 Uhr - vom 1. Mai bis zum 30. September. Festgelegt wurden diese gemeinsam mit den Mitgliedern der "Territorialen Arbeitsgruppe Kleingartenpark", der die Vorsitzenden der 16 im Areal ansässigen Kleingärtnervereine angehören.

Und im Winter?

Vorerst gibt es da noch keine einheitlichen Öffnungszeiten. Trotzdem sind große Teile des Areals auch im Winter zu begehen, da z. B. Spartenheime der Osthälfte bewirtschaftet werden. Von der Weinböhlaer Straße aus ist meistens ein Tor zum KGV Erholungsheim, beim Hansadreieck der Nordeingang offen. Und raus kommt man immer.

Wer finanziert eigentlich die Schaffung des Kleingartenparks?

Seit dem Stadtratsbeschluss wurden jedes Jahr 25 000 Euro im Haushalt eingestellt. So auch wieder in diesem Jahr. Zudem versuchen wir, das Projekt mit der Hilfe vieler Partner umzusetzen und Fördermittel für einzelne Maßnahmen einzuwerben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.03.2013

Catrin Steinbach

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