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Schnitte, Brüche, Prellungen, Platzwunden, Hundebiss: Über 150 Demonstranten verletzt

Schnitte, Brüche, Prellungen, Platzwunden, Hundebiss: Über 150 Demonstranten verletzt

Februar sind nicht nur Polizisten, sondern auch Demonstranten verletzt worden. Nach Schätzungen des Allgemeinen Sanitätsdienstes (ASDS) erforderten die Ereignisse am vergangenen Wochenende über 150 Verletzte.

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Quelle: dpa

Bei den Ereignissen am 19. Die Sanitäter verarzteten unter anderem Schnittverletzungen, Knochenbrüche, Prellungen, Platzwunden und einen schweren Hundebiss. Sebastian Thiele, Sprecher des Bündnisses Nazifrei, sprach zudem von Schädel-Hirn-Traumata und ausgeschlagenen Zähnen. Über 200 Demonstranten mussten laut dem Sprecher die Augen von Pfefferspray gespült werden.

Der öffentliche Rettungsdienst fuhr laut Feuerwehr über 70 Einsätze, die in Verbindung mit den Demonstrationen standen.

 

Das Bündnis Nazifrei kritisierte ein unverhältnismäßiges Vorgehen der Polizei, die auch friedliche Demonstranten angegriffen haben soll. „Bereits am Vormittag wurden in der Nöthnitzer Straße Gegendemonstranten ohne erkennbaren Grund angegriffen", sagte Bündnis-Sprecher Thiele. Jana Ulbricht, Sprecherin der Dresdner Polizei dementiert dies: „Ohne Zweifel mussten Hilfsmittel und auch körperliche Gewalt eingesetzt werden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass gegen friedliche Demonstranten gewalttätig vorgegangen wurde." Das Vorgehen der Polizei müsse am konkreten Fall beurteilt werden.

Der Vizechef der Polizeidirektion Oberes Elbtal/Osterzgebirge, Andreas Arnold, zeigte unterdessen Bundestagsvize-

präsident Wolfgang Thierse (SPD) an. Thierse hatte in den Medien die Absicherung der Rechtsextremen durch die Polizei kritisiert. Die Einsatzkräfte müssten sich dadurch beleidigt fühlen, meint Arnold.

Konzeptlosigkeit wirft das Bündnis Courage sowohl Land als auch der Stadt Dresden vor: „Menschen, die friedlich protestiert haben, um das zu ermöglichen, was Politik und Verwaltung nicht vermochten, werden in einen Topf mit Gewalttätern geworfen", sagte Courage-Sprecher Christian Demuth. Er gibt der Politik die Schuld für eine mangelnde bürgerliche Demonstrationskultur: „Weil Polizei und politische Spitze in Dresden und Sachsen friedlichen Protest jahrelang kriminalisierten, konnte kein städtischer Bürgerprotest entstehen."

FDP-Landtagsabgeordneter Carsten Biesok sprach sich für eine gesellschaftliche Debatte aus, „bei der Rechts- und Linksextreme mit an einen Tisch" geholt werden müssen. „Wir brauchen einen Konsens in der Demonstrationskultur. Die Ereignisse haben sich hochgeschaukelt. Gewalt darf in Dresden nicht weiter eskalieren", sagte Biesok.

CDU-Landtagsabgeordneter Lars Rohwer drückte sein Mitgefühl für alle verletzten Polizeibeamten aus: „Wir prangern die Gewalttaten an, die es aus den extremistischen Milieus gegeben hat, sowohl von links als auch von rechts."

Dirk Hilbert wehrte sich gegen Vorwürfe, die Stadt habe nicht genug getan: „Die Stadt hat sich deutlich genug positioniert. Mehr Gesicht zeigen können wir nicht." Die Stadt will jetzt die Ergebnisse der Sonderkommission abwarten und dann über ein künftiges Vorgehen beraten.

Katrin Tominski

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