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Schildbürgerstreich bei Lampen für die Kuppelhalle: Werden 330.000 Euro verschwendet?

Schildbürgerstreich bei Lampen für die Kuppelhalle: Werden 330.000 Euro verschwendet?

Die Kuppelhalle im Rathaus erhält ihre historische Beleuchtung zurück. Tilo Wirtz, baupolitischer Sprecher der Linke-Stadtratsfraktion, hatte sich lange dafür eingesetzt.

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Die Kuppelhalle im Rathaus erhält ihre historische Beleuchtung zurück. (Archivfoto)

Quelle: Catrin Steinbach

Nachdem das sächsische Innenministerium vor wenigen Tagen 250.000 Euro Denkmalschutz-Fördermittel zugesagt hatte, war der Weg frei für die historischen Leuchten. Der Stadtrat stimmte am Donnerstag den Plänen von Wirtz mehrheitlich zu. Die Fördermittel werden nicht ganz ausreichen, 80.000 Euro Zusatzkosten kommen auf die Stadt zu.

Wirtz lobte den Beschluss als Meilenstein für den Denkmalschutz. Die Kuppelhalle sei einer von wenigen Räumen in der Stadt, der die Bombardierungen 1945 schadlos überstanden habe. Die historische Beleuchtung sei nach 1945 gestohlen und durch moderne Lampen ersetzt worden. Dieser unbefriedigende Zustand könne jetzt im Zuge der Rathaussanierung behoben werden, so Wirtz.

Die SPD-Fraktion stimmte gegen den Vorschlag. "Das passt nicht in die Zeit", erklärte SPD-Unterbezirksvorsitzender Christian Avenarius. 330.000 Euro seien verdammt viel Geld. "Wir überlegen, ob wir Kitas schließen oder nicht. Da können wir dem Rathaus nicht so einen Luxus gönnen", erklärte Avenarius.

Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) goss weiteres Wasser in den Wein. Neben den historischen Leuchtern müssten nämlich zusätzlich noch moderne Lampen angebracht werden. "Sonst würden die Besucher die Treppenstufen nicht sehen. Die alten Lampen können die Kuppelhalle nicht ausleuchten", erklärte der für die Rathaussanierung zuständige Fachbürgermeister und fasst zusammen: "Wir werden da einen interessanten Mix haben. Im schlimmsten Fall sieht man die historischen Leuchter gar nicht." Ob das die Intention des Denkmalschutzes sei? "Ich gehe davon aus, dass unsere Bedenken zur Kenntnis genommen worden sind", meint Vorjohann.

Während die städtischen Denkmalschützer die moderne Beleuchtung beibehalten wollten, soll das Landesamt für Denkmalschutz den Wirtz-Vorschlag unterstützt haben. Der Beschluss brachte den FDP-Fraktionsvorsitzenden Holger Zastrow auf die Palme. "Das ist doch pure Geldverschwendung", schimpfte er. "Auch Fördermittel sind Steuergelder und müssen vernünftig eingesetzt werden", fragte Zastrow und fragte spitz: "Werden eigentlich Touristen auf die tolle Kuppelhalle hingewiesen? Und ist sichergestellt, dass sie rund um die Uhr geöffnet ist? Oder werden nur Stadträte die historischen Leuchten bewundern können?"

Laut Vorjohann muss die historische Beleuchtung jetzt von einer Spezialfirma nachgebaut werden. Das werde ungefähr ein Jahr dauern. Bis dahin müsse ein Provisorium die Kuppelhalle beleuchten. Die modernen Leuchten, die vor der Sanierung abgebaut wurden, lagern in einem städtischen Depot. "Was wir damit machen, wissen wir noch nicht", so der Finanzbürgermeister.

Thomas Baumann-Hartwig

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