Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Sachsen zahlt zusätzlich 25 Millionen für DDR-Heimkinder

Sachsen zahlt zusätzlich 25 Millionen für DDR-Heimkinder

"Es hat sich deutlich gezeigt, dass die über den Fonds bereitgestellten Hilfe- und Unterstützungsleistungen sehr gut angenommen werden. Von daher ist es wichtig, dass die Perspektive des Fonds sichergestellt wird", begründet Sachsens Sozialministerin Christine Clauß (CDU) die beträchtliche Aufstockung.

Bislang haben sich allein in Sachsen mehr als 5000 Betroffene in der Beratungsstelle gemeldet - Schätzungen gehen allerdings von bis zu 20 000 ehemaligen Heimkindern aus, die Ansprüche geltend machen könnten. Weil Betroffene häufig monatelang auf einen Termin warten müssen, soll auch das Personal in der Beratungsstelle nochmals aufgestockt werden. Sachsen war zu DDR-Zeiten ein Zentrum der staatlich verordneten Umerziehung: Hier befand sich ein Drittel der Jugendwerkhöfe und Spezialheime, darunter in Torgau auch der einzige Geschlossene Jugendwerkhof der DDR.

Der ostdeutsche Heimkinder-Fonds war ursprünglich mit 40 Millionen Euro angesetzt worden, die sich die ostdeutschen Länder und der Bund je zur Hälfte teilen. Sachsen hat bislang rund zwei Millionen in den Fonds eingezahlt, bis 2017 sollten insgesamt 5,9 Millionen durch den Freistaat überwiesen werden. Weil die Nachfrage aber so gewaltig und die Mittel nahezu erschöpft sind, wird nun nachgelegt. Die Sozial- und Finanzressorts von Bund und ostdeutschen Ländern haben sich am Dienstagabend auf eine Gesamtsumme von 200 Millionen Euro geeinigt - das entspricht einer Verfünffachung. Die Ost-Ministerpräsidenten müssen dieser Vereinbarung zwar noch zustimmen, was aber "nur Formsache" sei, heißt es.

Sachsen müsste sich demnach mit mehr als 30 Millionen Euro an dem Fonds beteiligen. Vorsorglich sind bereits 25 Millionen Euro zusätzlich für den neuen Doppelhaushalt 2015/16 angesetzt worden. Da dieser umfangreiche Posten nicht zu Lasten des eigentlich zuständigen Sozialministeriums gehen kann, sollen die Zahlungen aus dem Gesamt-Haushalt erfolgen. Wo im Gegenzug möglicherweise Gelder eingespart werden müssen, lässt sich noch nicht sagen.

Der Fonds steht seit dem 1. Juli 2012 ehemaligen DDR-Heimkindern zur Verfügung und bietet finanzielle Unterstützung für Therapien, Mobilität, Kuren, Ausbildungen sowie Rentenersatzleistungen. "Trotz dieses erheblichen Mehrbedarfs soll es keine Einschnitte bei den Leistungen geben", macht Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) klar. Ihre Amtskollegin Christine Clauß sagt nach unzähligen Gesprächen: "Viele dieser Menschen tragen bereits ihr ganzes Leben tiefe Wunden in sich, die nicht verheilen oder immer wieder aufbrechen." Für westdeutsche Heimkinder gibt es seit Anfang 2012 einen ähnlichen, 120 Millionen Euro umfassenden Fonds.

iWer Geld aus dem Fonds erhalten möchte, muss dies spätestens bis zum 30. September 2014 anmelden. Die Beratungsstelle für Sachsen befindet sich in Leipzig (Funkenburgstraße 2). Informationen gibt es unter Telefon 0341 1266240, per E-Mail (heimerziehung@ksv-sachsen.de) und im Internet www.fonds-heimerziehung.de. Erkundigungen sind zudem unter der bundesweiten, kostenlosen Telefonnummer 0800 1004900 möglich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.02.2014

Andreas Debski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.