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Runder Tisch soll Asylfragen in Dresden klären

Runder Tisch soll Asylfragen in Dresden klären

Auf die Landeshauptstadt Dresden werden noch in diesem Jahr laut einer aktuellen Prognose des Freistaates Sachsen etwa 1340 neue Asylbewerber zukommen. Damit muss die Stadt insgesamt 300 Flüchtlinge mehr aufnehmen, als eigentlich im Februar dieses Jahres angekündigt.

Doch wie und wo sollen die Neudresdner untergebracht werden? Wer kümmert sich um ihre Betreuung und wie macht man es den Neuankömmlingen leicht, sich in die hiesige Gesellschaft einzufügen? Diese und andere Fragen sollen in Zukunft am Runden Tisch "Asyl in Dresden" von Vertretern der Kirchen, von Vereinen, Verbänden, Initiativen, Verwaltung und Politik sowie ehrenamtlich Engagierten aus Dresden diskutiert werden. Zu Wochenbeginn wurde der Startschuss gegeben: 48 verschiedene Vertreter kamen zu mehrstündigen Gesprächen zusammen - darunter beispielsweise die Polizei, der Eigenbetrieb Kita der Stadt Dresden, die sächsische Bildungsagentur, der Ausländerbeirat, die Caritas und viele mehr.

"Steigende Asylbewerberzahlen müssen nicht immer unbedingt ein Problem sein", mahnte Frank Richter, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung und Moderator des Runden Tisches. Mit Hilfe der Gespräche wolle er sich gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren für eine "Kultur des Willkommens" einsetzen. "Die geht aber weit über die Unterbringung hinaus", sagte er. Vielmehr ziele das Projekt darauf ab, das Leben der Asylsuchenden menschenwürdig zu gestalten und bei den Dresdnern für ihre Akzeptanz zu sorgen.

Einem konkreten Plan, mit welchen Mitteln die hochgesteckten Ziele in erreichbare Nähe rücken könnten, folgt der Runde Tisch "Asyl in Dresden" allerdings bisher nicht. Er diene dem Informationsaustausch, so Richter. Alle, die etwas zum Thema Asyl beizutragen hätten, sollten sich einbringen und auf Augenhöhe diskutieren - egal, ob Vertreter aus Politik und dem humanitären Bereich oder sogar der einzelne Bürger. Denn die kommende Sitzung, die für Oktober 2014 anberaumt ist, soll für alle Interessierten zugänglich gemacht werden.

Derzeit leben in Dresden rund 1600 Asylbewerber aus mehr als 30 unterschiedlichen Nationen. Die Mehrzahl stammt aus der russischen Föderation, zweit- und drittstärkste Gruppe unter Dresdner Asylbewerbern sind die Serben und Inder. Bis zum Jahresende soll ihre Zahl aller Voraussicht nach insgesamt auf 2000 Personen steigen.

Angesichts dieser Werte sind Gespräche über ihre Integration wie am Runden Tisch zwar ein Schritt in die richtige Richtung, eine schnelle Lösung für das Unterbringungsproblem von Asylsuchenden bieten sich aber zunächst nicht. "Momentan bin ich froh, dass ich weiß, wie ich die Neuankömmlinge, die im Juli und August Dresden erreichen, unterbringen soll", gab Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) zu. Neue Standorte müssten her.

Derzeit gebe es Überlegungen, bestimmte Räumlichkeiten anzumieten. "Aber auch mobile Raumeinheiten, mit denen wir schon im Kita-Bereich gute Erfahrungen gemacht haben, kämen in Frage", führte Seidel weiter aus. Bestenfalls könne die Stadt die Asylsuchenden auf kleinere Wohneinheiten à 50 Personen im Stadtgebiet verteilen. Angesichts der vielen erwarteten Asylbewerber müsse man sich auch mit Varianten von über 100 Personen pro Wohneinheit auseinandersetzen. "Das aber Zeltstädte, wie in anderen deutschen Großstädten aufgebaut werden, steht hier bei uns in Dresden keineswegs zur Debatte", versprach der Sozialbürgermeister.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2014

Susann Schädlich

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