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Rund 200 Teilnehmer bei neuer Nachttanzdemo in Dresden

Rund 200 Teilnehmer bei neuer Nachttanzdemo in Dresden

Etwa 200 überwiegend jugendliche Demonstranten haben sich bei einer mehrstündigen Tanzdemo am Samstagabend für ein alternatives Gesellschaftsmodell eingesetzt.

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Etwa 200 überwiegend jugendliche Demonstranten setzten sich tanzend für einen alternativen Gesellschaftsentwurf ein.

Quelle: Tanja Tröger

Begleitet von drei Lautsprecherwagen und einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei bewegten sie sich von der Tannenstraße in der Neustadt über Friedrichstadt nach Löbtau.

„Wir mögen den Kapitalismus nicht und wollen ihn durch ein solidarisches Wirtschaftssystem ersetzen“, erklärte Ronny, einer der Organisatoren, via Lautsprecher zu Beginn der Demonstration. Außerdem forderte die vom Libertären Netzwerk Dresden organisierte Veranstaltung gesellschaftliche Mitbestimmung, die Kollektivierung der Betriebe, die Unterstützung selbstorganisierter Gruppen sowie die Abschaffung von Nationalstaaten mit ihren „Repressionsorganen“. Grinsend merkte der Sprecher zu Beginn der Demo noch an: „Das wird schwierig – wir sind nicht so viele.“

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Die Tanzdemo klang mit einer Party auf der Brache zwischen Columbus-, Baluschek- und Eichendorffstraße aus.

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Erhofft hatten sich die Veranstalter etwa 500 Teilnehmer, etwa ein Drittel davon kam schließlich. Mitorganisator Ronny war ein wenig enttäuscht, sagte jedoch: „Mir geht es weniger um Masse, sondern darum, dass die Leute hinter den Ideen stehen.“

Anders als vorgesehen begann die Demo erst gegen 17 Uhr oberhalb des Alaunparks. Bereits nach etwa fünf Minuten in Höhe Königsbrücker Straße/Bischofsweg der erste Halt: Einem der DJs auf den Lautsprecherwagen war eine Betonplatte auf den Fuß gefallen, auf der seine Tontechnik stand. Laut Auskunft einer Mitorganisatorin wurde der Verletzte in ein Krankenhaus gebracht, gebrochen sei wahrscheinlich nichts. Nach etwa einer Viertelstunde Pause wurde die Demo fortgesetzt.

An den Bahnhöfen Neustadt und Mitte legten die Demonstranten Zwischenstopps ein. In Redebeiträgen stellten sich verschiedene selbstorganisierte Projekte vor, beispielsweise Dresdner Umsonstläden, die Gewerkschaft „Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU)“ sowie das Wohn- und Kulturprojekt Robert-Matzke-Straße 16, das auf Anweisung von Bauaufsichtsamt und Vermieter seine Keller- und Erdgeschossräume nicht mehr als Veranstaltungslokal nutzen darf.

Die Demonstranten kürzten die ursprünglich angemeldete Route über Fröbel- und Rudolf-Renner-Straße ab und liefen stattdessen die Löbtauer Straße entlang. Dadurch erreichten sie bereits gegen 20.15 Uhr ihr Ziel. Nach weiteren Redebeiträgen, etwa vom linken Wohnprojekt und Volxküche „Praxis“ sowie der „Undogmatischen Radikalen Antifa Dresden“, feierten die Demonstranten auf der Brache zwischen Columbus-, Baluschek- und Eichendorffstraße.

Die Polizei zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. „Alles lief friedlich, unsere Auflagen wurden erfüllt, es gab keine Zwischenfälle, die Versammlungsleiterin war kooperativ“, sagte Hundertschaftsführer Hubert Kapolka. Lediglich über die Lautstärke der Musik könne man geteilter Meinung sein. „Das war für uns schwer zu ertragen“, meinte er schmunzelnd. Den Vorwurf der Veranstalter, die Polizei sei anfänglich recht aggressiv aufgetreten, habe die Personalien der ersten 30 bis 40 Demoteilnehmer festgestellt und Rucksäcke kontrolliert, weist Kapolka von sich: „Wir haben nur die Ordner kontrolliert, ob sie volljährig sind und keine hohen Strafen in ihrer Kartei haben.“ Zudem hätten die Beamten überprüft, ob die Anwesenden Glasflaschen oder andere gefährliche Gegenstände dabei hatten.

Ab 23 Uhr luden die Tanzdemo-Veranstalter noch zu einer Soli-Party im „Freiraum Elbtal“ am Puschkinplatz ein – Devise: „Alles, was ihr da trinkt, hilft uns!“

ttr

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