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Protest gegen Dresdner Hafencity hält an – zweite Bürgerversammlung kann Anwohner nicht überzeugen

Protest gegen Dresdner Hafencity hält an – zweite Bürgerversammlung kann Anwohner nicht überzeugen

Der Protest gegen das Großprojekt Hafencity an der Leipziger Straße in Dresden hält unvermindert an. Auch eine zweite Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Foyer des Alten Schlachthofs konnte die Wogen nicht glätten.

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Dieses grobe Modell der Hafencity hatte Investor USD mitgebracht.

Quelle: Stephan Lohse

Auch wenn die Vertreter von Stadtplanungsamt und Investor USD dieses Mal besser vorbereitet waren, gab es jede Menge Kritik.

Architekt Martin Richter vom zuständigen Planungsbüro zeigte erstmals Visualisierungen der geplanten Anlage zwischen Leipziger Straße und Pieschener Hafen. Er argumentierte mit viel öffentlichem Raum, einem vom Wasser weg verlegten breiteren Elbradweg und neuen Wegbeziehungen. Von manchen Anwohnern musste er sich hingegen eine „manipulierte“ Bildauswahl und architektonische Anleihen in Prohlis und Gorbitz uanhören.

Neben einigen Anwohnern, die teils harsche und unsachliche Kritik äußerten, blieb ein Großteil der gut 200 Besucher sachlich und zeigte sich gut vorbereitet. Einmal mehr wurden die Zehn- und Achtgeschosser an der Elbe kritisiert, auch das Thema Hochwasserschutz kam wieder zur Diskussion. Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes, versicherte dabei einmal mehr, dass die Idee der zu flutenden Tiefgaragen in anderen Städten längst erfolgreich erprobt sei. Er gab aber auch zu: „Die Bebauung kann die Überflutung der Leipziger Straße nicht verhindern.“ Architekt Richter hatte wenige Minuten vorher das Gegenteil behauptet.

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Das Foyer des Alten Schlachthofes war gut gefüllt.

Quelle: Stephan Lohse

Von Barrierefreiheit der Hafencity bis hin zur Verträglichkeit mit dem Wasserhaushaltsgesetz lauteten die Fragen in der rund dreistündigen Versammlung. Zudem wurde lautstark beklagt, dass die Hafencity die vorhandene Nutzung des Geländes zerstöre. So fürchtet der Betreiber des Citybeaches, seine Beachvolleyballfelder aus Lärmschutzgründen aufgeben zu müssen, Anhänger von „Freiraum Elbtal“ warfen der Stadtverwaltung vor, das Aus des Projektes als „Kollateralschaden“ in Kauf zu nehmen. „Kultur ist mehr, als sich in ein Cafe zu setzen und Geld auszugeben“, hieß es. Zudem gebe es weder Schulen noch Kitas, Spiel- oder Sportplätze auf dem Areal.

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Der Kran demonstriert, wie hoch die geplanten Bauten der Hafencity werden sollen.

Zur Bildergalerie

Szuggat gab zu, dass Initiativen wie „Freiraum Elbtal“ durch die künftig höheren Mieten wohl verdrängt würden. Eine befürchtete Gentrifizierung Pieschens sei seiner Meinung nach aber nicht zu erwarten.

Noch bis zum 26. Juli können sich alle Dresdner mit einer Stellungnahme zum Bebauungsplan der Hafencity äußern. Die Frist war verlängert worden, nachdem es bei einer ersten Bürgerversammlung organisatorische Pannen gegeben hatte. Die damalige Veranstaltung war zunächst abgesagt worden, fand dann aber doch statt. Danach entschloss sich die Stadt zum zweiten Termin am Donnerstag. Ob Investor USD die Hafencity tatsächlich bauen darf, ist noch nicht fix. Eine Entscheidung dazu muss zunächst der Stadtrat fällen. Dort haben bislang voraussichtlich die Befürworter des Projektes eine Mehrheit.

Stephan Lohse

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