Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Protest gegen Asylbewerber: 200 Menschen folgen „Freital steht auf“

Protest gegen Asylbewerber: 200 Menschen folgen „Freital steht auf“

Die Bürgerinitiative „Freital steht auf – Nein zum Hotelheim“ hat am Freitag nach Himmelfahrt zum Jubiläumsspaziergang gegen die Unterbringung von Asylbewerbern im ehemaligen Hotel Leonardo in Döhlen aufgerufen.

Voriger Artikel
Erzieher-Streik in Dresden soll weitergehen - SPD fordert Einsparungen für Eltern
Nächster Artikel
Töberich diskutiert bei Marina-Garden-Frühstück an der Elbe

200 Menschen nahmen an der Demo „Freital steht auf" teil. Die Redner fordern eine Schließung des Asylbewerberheims.

Quelle: Hauke Heuer

Rund 200 Menschen folgten dem Aufruf, was wohl dem Feiertag geschuldet bleibt, nachdem im März teilweise bis zu 1500 Leute zu den an die Pegida-Veranstaltung erinnernden Spaziergängen gekommen waren.

phpd7e1b2cf0c201505161040.jpg

Rund 200 Menschen folgen am Freitag (15.5.2015) der Initiave „Freital steht auf“, die sich gegen das Asylheim in Freital einsetzt. Laut Polizei verlief die Demo ohne Zwischenfälle.

Zur Bildergalerie

Neben Transparenten mit Forderungen nach Bürgerentscheiden über die Asylpolitik und mehr Kindertagesstätten wehten auch wieder etliche Deutschlandfahnen während dreier Reden und dem anschließenden Spaziergang. Das Feindbild: Sie alle sind dagegen, dass im ehemaligen Hotel Leonardo Asylbewerber wohnen. Um die 120 Flüchtlinge sind dort untergebracht, für bis zu 200 ist Platz. Redner René Seyfried, der in Freital als OB-Kandidat antritt, bringt es auf den nicht ganz zu klärenden Punkt: „Weg mit pro shelter in Freital!“  Das Heim müsse geschlossen werden. Völlig gegen das Konzept von Asyl sei man hier aber nicht. „Wir wollen Kriegsflüchtligen helfen, Wirtschaftsflüchtlinge abschaffen.“ Wo diese akzeptierten Kriegsflüchtlinge dann aber wohnen sollen, bleibt ungeklärt.

Auch andere Freitaler OB-Kandidaten unterstützen die Forderungen von „Freital steht auf“, lässt Seyfried verlautbaren. Welche, das sagt er nicht.  Ebensowenig verrät er, wie er seine „familienfreundliche Politik“ finanzieren will. „Ich habe Ideen und Visionen, wie wir sie umsetzen, lasse ich offen“, sagt er. Er habe keine Erfahrung in der Politik. Aber zwei Kinder. Dem Publikum gefällts.

Während des von etlichen Polizeiwagen gesicherten Umzugs vom Platz des Friedens zum Freitaler Rathaus und wieder zurück scheint die Stadt wie ausgestorben. Anwohner beobachten das Geschehen aus dem Fenster. Von den Protestlern aufgefordert, sich zu beteiligen, folgt zaghaftes Winken. Aus einem Fenster im Erdgeschoss schaut eine Frau mit ihrer behinderten Tochter. Sie könne das Mädchen mitbringen, wird ihr gesagt. Sie lächelt. Bei vergangenen Spaziergängen war es zu Rangeleien mit linken Gegnern und Pressevertretern gekommen. Diesen Freitag ist alles ruhig. Markige Worte gegenüber einem Fotografen fallen trotzdem.

Die Heime werden nicht in Einfamilienhaussiedlungen gebaut, sondern dort, wo die Unter- und niedrige Mittelschicht wohnt, hatte einer der Redner zuvor beschrieben. Diese Unter- und schwache Mittelschicht hat sich hier augenscheinlich versammelt, bunt gemischt in der Altersstruktur. Junge Mädchen sind unter den Ordnern, Mütter mit Kindern, junge und ältere Pärchen und Rentner folgen dem Zug. Gruppen von jungen, stark aussehenden und – man kann es deutlich hören – im Skandieren von Parolen geübten Burschen. „Wir sind das Volk“, ist zu hören. Auch: „Wir wollen keine Asylantenheime“. Oder das inhaltsleere „Eins, zwei, drei“ gefolgt von einem markigen „Uuuh“. Immer wieder, die jungen Burschen freuen sich sichtlich über sich selbst.

Franziska Schmieder

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadtpolitik
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.