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Politiker von morgen: Der Sächsische Landtag in Dresden empfängt Studenten zur elbMUN Conference 2015

Politiker von morgen: Der Sächsische Landtag in Dresden empfängt Studenten zur elbMUN Conference 2015

Die Ukraine hat sich einen Eklat erlaubt. Vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen klagte ihre diplomatische Vertreterin zutiefst emotional die Völkerrechtsverletzungen durch Russland an und überzog damit mehrmals ihre streng regulierte Redezeit.

Russische Delegierte konterten in ihrer wütenden Rede sofort mit dem entschiedenen Ausspruch: "Die Krim war und ist unsere."

Was sich nach einem diplomatischen Krimi anhört und sicher die Titelseiten vieler Zeitung füllen würde, findet aktuell im Sächsischen Landtag statt. Allerdings sind es keine wahren Politiker, die sich hier einen Schlagabtausch liefern, sondern die Politiker von morgen. 118 Studenten aus aller Welt nehmen im Plenarsaal die Plätze der Parlamentarier ein und erproben sich auf dem diplomatischen Parkett. Die Abkürzung "MUN" steht für "Model United Nations", die Studenten simulieren die Sitzungen der Vereinten Nationen nach den vorgeschriebenen Regeln und erarbeiten Resolutionen.

Dabei steht die "elbMUN" dieses Jahr bewusst auch für das internationale, weltoffene Dresden und positioniert sich entschieden gegen fremdenfeindliche Strömungen. Bereits zum sechsten Mal organisieren Dresdner Studenten die Konferenz, vom Catering bis hin zu einem eigenen Finanzteam. In diesem Jahr mussten die Organisatoren dabei vor allem um internationale Teilnehmer kämpfen: "Unser Dresden ist bunt, aber das mussten wir mit unserem Marketing dieses Jahr besonders intensiv betonen", erläutert die Vorstandsvorsitzende Mira Lüthe die Problematik. Aber auch in diesem Jahr konnten dann wieder Teilnehmer aus aller Welt rekrutiert werden. Es reisten sogar Studenten aus Tunesien, Kenia und Albanien an.

Und so begannen am Montag die Sitzungen, streng nach dem Protokoll der Vereinten Nationen. Kompromisse wurden erkämpft, Waffendeals erstritten und auch die eine oder andere Floskel ausgetauscht. Jeder Delegierte hatte sich im Vorfeld ein Land ausgewählt und dessen Position erarbeitet. "Dabei ist es vor allem spannend, dass die Teilnehmer mitunter Länder vertreten, deren Position sie nicht teilen. So kann jeder sein Einfühlungsvermögen stärken und Toleranz üben", erklärt Vorstandsmitglied Natalie Brindle. Die Studentin der Internationalen Beziehungen an der TU Dresden ist sich mit ihren Kollegen einig, dass die "elbMUN" einen wichtigen Beitrag zu mehr Weltoffenheit und Toleranz in Dresden leisten kann.

Neben anderen Gastrednern war besonders der angereiste Generalkonsul der USA für Mitteldeutschland Scott Riedmann ein Höhepunkt der Woche. "Er hat sich so viel Zeit für all unsere Fragen genommen, das hat mich beeindruckt! Und für einen Diplomaten war er überraschend ehrlich", berichtet die Teilnehmerin Nadja Baumert.

Ob die Studenten nun Stellung beziehen für eine aufstrebende Volkswirtschaft wie China oder sich für die nüchterne Rolle des friedfertigen Vermittlers entscheiden, noch bis Freitag lernen sie im Sächsischen Landtag aus erster Hand, welche Hürden den politischen Alltag erschweren und wie entscheidende Verhandlungsdurchbrüche überhaupt erst entstehen können.

Vielleicht einigen sich auch Russland und die Ukraine noch auf ein neues Abkommen. Davon könnten sich dann selbst die wahren Politiker noch etwas abschauen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.04.2015

Konstanze Nastarowitz

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