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Personalkosten der Verwaltung steigen deutlich

Im Dresdner Rathaus fehlen 383 Mitarbeiter Personalkosten der Verwaltung steigen deutlich

Die Stadtverwaltung beschäftigt über 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das kostet Geld. Zum Jahresende werden rund sechs Millionen Euro mehr ausgegeben als ursprünglich geplant. Und dass, obwohl 383 Stellen unbesetzt sind.

Gegenwärtig sind in der Stadtverwaltung 6946 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
 

Quelle: Vladimir Zaplakhov

Dresden.  In der Stadtverwaltung sind gegenwärtig 383 Stellen nicht besetzt. Das teilte jetzt Personalbürgermeister Peter Lames (SPD) den Stadträten mit. Lames hält die Zahl der offenen Stellen für unproblematisch. „Der Personalbestand ändert sich von Tag zu Tag. Ein gewisser Bestand an unbesetzten Stellen ist für die Fluktuation erforderlich.“

Gegenwärtig sind in der Stadtverwaltung 6946 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Werden die inaktiven Beschäftigten wie Langzeiterkrankte, Sonderurlauber oder Personen in Elternzeit abgezogen, sinkt der Personalbestand auf 6717 Beschäftigte, die sich in 5941 Vollzeitstellen teilen. Lames rechnet in diesem Jahr mit Personalkosten in Höhe von 354,589 Millionen Euro. Das sind 6,303 Millionen Euro mehr, als im Haushalt eingeplant wurden. Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) hat diese Summe bereits als Haushaltsrisiko benannt. Die Mehrkosten sollen über Steuermehreinnahmen gedeckt werden.

Dass die Personalkosten im Rahmen bleiben, liegt an vorausschauender Planung. Die Verwaltung war von einem Tarifabschluss mit drei Prozent Gehaltssteigerung ausgegangen, tatsächlich sind es aber nur 2,4 Prozent geworden. Für die Jahre 2017/2018 wird die Verwaltung deutlich höhere Personalkosten als gegenwärtig fordern. Zahlreiche Geschäftsbereiche haben Stellenbedarf angemeldet. Etwa Baubürgermeister Raoul Schmidt Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen), der für schnellere Erteilung von Baugenehmigungen mehr Personal anmahnt. Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) weist auf die wachsende Einwohnerzahl hin, die für die Ortsämter und Ortschaften mehr Aufgaben mit sich bringe. Wenn das gegenwärtige Niveau gehalten werden solle, seien mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforderlich. Sittel will im Zuge der Haushaltsdebatte auch einen erneuten Anlauf unternehmen, die Personalstärke des Gemeindlichen Vollzugsdienstes aufzustocken. Der Stadtrat hatte jüngst ein Plus von 20 Stellen mit den Stimmen von Grünen, Linken, AfD und FDP/Freie Bürger verhindert.

Das Ordnungsamt hat aber schon jetzt Probleme, Stellen zu besetzen. 329 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten es laut Stellenplan sein, 296 sind es aber tatsächlich. Die Fluktuation ist hoch, die Beschäftigten bewerben sich häufig auf ausgeschriebene Stellen in anderen Ämtern der Stadtverwaltung. Das größte Personalloch klafft – prozentual gesehen – im Hochbauamt. 11,5 Prozent der Stellen sind unbesetzt, das sind 18 von 152.

Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Geschäftsbereich von Sittel (CDU) beschäftigt. Diesem obliegt die Aufsicht über das große Brandschutz- und Katastrophenamt mit 685 Beschäftigten, so dass sich die Zahl von Sittels Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf 1404 addiert. Es folgt der Finanzbürgermeister mit 1018 Bescäftigten, Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) bringt es auf eine Personalstärke von 912. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen) hat dagegen nur 257 beschäftigte in ihrem Dezernat. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat alles andere als einen aufgeblähten Geschäftsbereich, er ist unmittelbarer Chef von 188 Personen.

Das zweitgrößte Amt nach dem Amt für Brandschutz und Katastrophen ist das Kulturamt mit 634 Beschäftigten. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Verwaltungspersonal, auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Staatsoperette Dresden und Philharmonie zählen zum Kulturamt.

Der Personalbürgermeister hat jetzt ein fortgeschriebenes Personalentwicklungskonzept für die nächsten Jahre vorgelegt. Besonderen Wert wird dabei auf die Gewinnung von Nachwuchskräften, die Förderung von Führungskompetenzen, auf Gesundheitsmanagement, die Einführung eines neuen Beurteilungssystems und eines Einarbeitungskonzeptes für neue Beschäftigte gelegt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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