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Parteinachwuchs auf Wahlkampf: Stimmen werben statt Freizeit genießen

Parteinachwuchs auf Wahlkampf: Stimmen werben statt Freizeit genießen

Im diesjährigen Wahlkampf mischen auch die Jugendorganisationen der Parteien kräftig mit. Ob Infostand oder Haustürwahlkampf: Der enthusiastische Parteinachwuchs ist in Dresden eifrig dabei, um Stimmen für die jeweiligen Kandidaten zu werben.

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Quelle: DNNOnline Montage

Jusos: Die Stimmung ist gut

„Wir stellen bei unseren Gesprächen fest, dass die Stimmung durchaus gut ist“, sagt beispielsweise Dresdens Juso-Chef Stefan Engel. Er ist davon überzeugt, dass die Partei in Dresden erfolgreich sein kann. „2002 haben wir in Dresden die meisten Zweitstimmen geholt und Marlies Volkmer hätte der CDU fast das Direktmandat weggeschnappt“, so Engel.

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Die Dresdner Linksjugend im Wahlkampf.

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An ihren Ständen geben die Jusos den Passanten sowohl einen Flyer der Direktkandidaten Thomas Blümel und Ines Vogel, als auch das SPD-Wahlprogramm in Kurzform. Aus diesem kurzen Kontakt entwickelt sich dann von Fall zu Fall ein ausgewachsenes Gespräch. Allerdings sind die Diskussionen nicht nur inhaltlicher Natur. „Manche Menschen registrieren gar nicht, dass Wahl ist. Erst durch unsere Stände werden sie darauf aufmerksam“, sagt Richard Kaniewski. Neben der Werbung für das Parteiprogramm sei es dann das Ziel, die Passanten zu animieren, überhaupt zur Wahl zu gehen, betont der Lokalpolitiker.

Junge Union: Vorurteile korrigieren

Auch die 130 Mitglieder der Jungen Union Dresden sind regelmäßig im Einsatz, um für ihre Partei und ihre Direktkandidaten zu werben. „Zum einen sind wir eng in den Wahlkampf der Ortsverbände eingebunden. Zum anderen wollen wir eigene Highlights setzen“, berichtet der Dresdner JU-Sprecher Alexander Seedorff gegenüber DNN-Online. So konnten Besucher des Merkel-Auftritts am Neumarkt bei der Jungen Union beispielsweise eine Cola mit „Angie“ trinken.

Das Engagement sei vielfältig. Manche JU-Mitglieder seien beruflich stark eingebunden und würden trotzdem zwei bis drei Stunde pro Woche im Wahlkampf mitmachen, andere seien pro Woche zehn Stunden und mehr im Einsatz. „Das erfordert dann schon ein hohes Maß an Idealismus“, verrät Seedorff.

Das Feedback der Dresdner an den Wahlkampfständen sei gut. Es gebe zwar noch immer Vorurteile über die angeblich stocksteife Junge Union, die wolle das Team aber im Wahlkampf weiter korrigieren. „Wir geben uns so, wie wir sind“, so Seedorff.

JuliA: Zuversicht für Schwarz-Gelb

Mitten im Wahlkampf ist auch der FDP-Nachwuchs. „Wir haben als Jugendverband keine eigene Kampagne wie zum Beispiel in Leipzig, sondern unterstützen die Strategie der Mutterpartei“, sagt der Vorsitzende der Jungliberalen Aktion Dresden (Julia), Philipp Junghähnel.

Regelmäßig gingen die Mitglieder auf Tour durch die Stadt, um Plakate zu reparieren oder neu aufzuhängen. „Wir treffen uns jeden Mittwoch und planen dann unsere Aktionen. Außerdem bekommen die Mitglieder alle wichtigen Informationen per Mail“, so Junghähnel. 54 Mitstreiter zählt die Julia aktuell. Und die vertreten im Wesentlichen die gleichen Positionen wie die FDP. „Wir hatten in letzter Zeit nur unterschiedliche Auffassungen, als es um das Kulturkraftwerk ging. Da war die Partei zunächst für das Projekt, während wir es von Anfang an abgelehnt haben“, betont der Vorsitzende. Junghähnel zeigt sich davon überzeugt, dass die FDP mit diesem Programm bei Wähler punkten kann. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die schwarz-gelbe Regierung erhalten können“, sagt er.

Linksjugend: Plakatieren mit System

Diskutieren, Plakate kleben und eine Brunchtour: Die Mitglieder der Linksjugend hatten in den Wochen vor der Bundestagswahl einiges zu tun. Einmal in der Woche treffen sich die rund 15 bis 20 Aktiven der Linksjugend in der WIR-AG am Martin-Luther-Platz. „Derzeit sind bei uns junge Menschen um die 25 Jahre aus allen Bereichen aktiv. Zu unseren Mitgliedern zählen Studenten, Schüler und Berufstätige“, erzählt Linksjugend-Sprecher Anton Hörtels. Das derzeit jüngste Mitglied ist 18 Jahre alt. Die meisten der Mitglieder kommen bereits im Elternhaus oder über Freunde in Kontakt mit der linken Politik. „In der Schule entdecken dann viele, dass sie etwas bewegen wollen und kommen zu uns“, so Anton Hörtels.

In den Wochen vor der Wahl war die Linksjugend hauptsächlich mit Plakatieren in vielen Dresdner Stadtteilen beschäftigt. „Wir haben für das Plakate hängen ein System. Natürlich muss die Botschaft der Werbung auch zum Stadtteil und dessen Bewohnern passen. Ein Wahlplakat für sozial verträgliche Mieten werden wir also sicher nicht in einem gutbürgerlichen Viertel wie Pillnitz aufhängen“, berichtet der Sprecher. Zum Abschluss des Wahlkampfes, der für die Linksjugend so richtig am 17. August begann, soll es im Haus der Begegnung am Wahlabend eine Party geben,

Grüne Jugend: Auf Tour mit dem Parteivorstand

Auch bei der Grünen Jugend Sachsen stand im Wahlkampf das Plakatieren ganz oben auf der Tagesordnung. Außerdem warteten tausende Flyer auf ihre Verteilung. Der Höhepunkt des Wahlkampfes war jedoch eine Tour gemeinsam mit dem Bundesvorstand der Grünen. Wie Grünen-Sprecherin und Mitglied im Landesvorstand Silvia Kunz berichtet, haben Mitglieder der grünen Jugend verkleidet als Schwein und Huhn auf die Gefahren der Massentierhaltung aufmerksam gemacht. Sachsenweit hat die Jugendorganisation der Grünen etwa 170 Mitglieder zwischen 16 und 24 Jahren. „Die meisten unserer Mitglieder entdecken, so wie ich selbst mit 16 Jahren, ihr Interesse an Politik. Sie suchen nach einer Jugendorganisation, die gut zu ihnen und ihren Idealen passt“, so Silvia Kunz. Kunz selbst ist mittlerweile in den Landesvorstand ihrer Partei aufgestiegen und belegt den Listenplatz 9. Während ihrer Semesterferien arbeitet Silvia Kunz gerade sechs bis sieben Stunden täglich für den Wahlkampf.

JV / sl / STH

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