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Paradoxe Forderungen der Dresdner Linken zu Ostern: Sonntagsruhe wahren, Karfreitag feiern

Paradoxe Forderungen der Dresdner Linken zu Ostern: Sonntagsruhe wahren, Karfreitag feiern

Pünktlich zu Ostern wirbt die Dresdner Stadtrats-Fraktion Die Linke erneut für die Sonntagsruhe. Am 21. März hatte Fraktionschef André Schollbach im Stadtrat aus der Bibel zitiert und sich vehement dafür eingesetzt.

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Rico Gebhardt, Chef der Linken in Sachsen. (Archiv)

Quelle: dpa

Paradoxerweise fordert der linke Landesvorsitzende Rico Gebhardt gleichzeitig die Abschaffung des Tanzverbotes am Karfreitag ein. Die Kirche verweist dagegen auf Ostern als christliches Fest.

Dresden. Paradoxerweise fordert der linke Landesvorsitzende Rico Gebhardt gleichzeitig die Abschaffung des Tanzverbotes am Karfreitag ein. Die Kirche verweist dagegen auf Ostern als christliches Fest.

Schollbach sinnierte in seiner Rede jedoch über die Bedeutung der Religion. „Wenn ihnen schon Verfassung und Familie Schnuppe ist, dann sollte ihnen zumindest das Wort Gottes heilig sein“, appellierte er an die Stadträte und zitierte das dritte der zehn Gebote. Der Sonntag sei somit „Ein Tag an dem man zur Ruhe kommen kann“, so Schollbach.

Als Lehrstunde in der Bibelkunde soll einen Videomitschnitt auf der Fraktions-Homepage nun gelten. Von der religiös bedingten Karfreitagsruhe am Osterfest, dem höchsten Fest der Kirche, will sich Gebhardt trotzdem verabschieden. „Das Tanzverbot ist tatsächlich ein überlebtes Relikt und kann schadlos abgeschafft werden“, ist er überzeugt.

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, hat sich dagegen ausgesprochen, die Karfreitags-Ruhe abzuschaffen. Der „Leipziger Volkszeitung“ sagte sie, „es fehlt uns der Sinn für Grenzen, für besondere Zeiten. Und deshalb fehlt uns auch der Sinn für Feiern und Feste.“ Sie empfinde es als zivilisatorischen Rückschritt, wenn der Rhythmus der Feiertage und Feste aufgelöst werde. „Das Besondere geht verloren, Beliebigkeit macht sich breit.“, sagte Junkermann.

Matthias Oelke, Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, betonte am Donnerstag die untrennbare Einheit des Osterfestes mit den dazugehörigen christlichen Traditionen. „Das Osterfest ist das wichtigste Fest der Christen. Es ist ein Fest der Besinnung und der Einkehr, der Karfreitag erinnert an die Kreuzigung Christi", so Oelke. In katholischen Kirchen werde an diesem Tag etwa selbst auf ein Orgelspiel verzichtet.

Der Vorstoß der Linkspartei sei Ausdruck des Wunsches nach grenzenloser Verfügbarkeit das ganze Jahr über. Der Argumentation, dass in Sachsen lediglich eine Minderheit einer christlichen Konfession angehöre und daher einer Mehrheit ein religiös motiviertes Verbot aufoktoyiert werde,  erteilte Oelke eine Absage. "Der Karfreitag ist ein bundesweiter christlicher Feiertag, und bundesweit sind mehr als zwei Drittel der Bürger Christen. Ich bin sicher, dass auch die sächsische Linksjugend froh ist, an Karfreitag und Ostermontag nicht arbeiten zu müssen." Wer die freien Tage an Ostern mitnehmen wolle, müsse aber auch die damit verbundenen Bräuche und Traditionen respektieren.

"Ich bin zudem überzeugt, dass eine Mehrheit der Deutschen die christlichen Traditionen respektiert und mit einem Tanzverbot an Karfreitag sehr gut leben kann", so Oelke weiter.

dbr/jaja/dpa

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