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Ortschaftsrat lehnt Asylbewerberheim in Pappritz nach kontroverser aber ruhiger Diskussion ab

Ortschaftsrat lehnt Asylbewerberheim in Pappritz nach kontroverser aber ruhiger Diskussion ab

Der Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig hat am Montagabend nach namentlicher Abstimmung mit großer Mehrheit den Plan von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) abgelehnt, Mitte Dezember in Pappritz ein Asylbewerberheim einzurichten.

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Der Pappritzer Hof im Dresdner Ortsteil Pappritz - gleich nebenan soll ein Hotel zur Asylbewerberunterkunft umgebaut werden.

Quelle: DNN Archiv

Die Argumente der Stadt für das Vorhaben, im Dorf ein Heim für 60 junge Männer zu eröffnen, überzeugten die Ortschaftsräte nicht. Vor allem fühlten sich die Volksvertreter nicht eingebunden in die Standortwahl.

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Durch den erhöhten Bedarf an Plätzen muss Dresden auch mehr Geld ausgeben.

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Viele Fragen, u.a. zur sozialen Betreuung der Asylbewerber, zur Baugenehmigung und zum Brandschutz, sind aus ihrer Sicht nicht geklärt. CDU-Ortschaftsrat Carsten Preussler, der zugleich Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr in Weißig ist, äußerte beispielsweise Kritik am Brandschutzkonzept für das Heim.

Der Abstimmung vorausgegangen war eine kontroverse, teils emotionsgeladene Debatte, die dennoch ruhig verlief. Ortsvorsteherin Daniela Walter (CDU) hatte die Sondersitzung wohlweislich in die geräumige Sporthalle in Schullwitz verlegen lassen. Mehr als 300 Schönfeld-Weißiger verfolgten die Debatte. Bei der ersten Sitzung zum Thema Asylbewerberheim Mitte November im Gasthof Cunnersdorf hatten die Plätze bei weitem nicht ausgereicht. Damals vertagte der Ortschaftsrat die Entscheidung über das Heim, weil viele Fragen offen geblieben waren.

Zu Beginn der Debatte verlas die Ortsvorsteherin die Antworten auf einen Fragenkatalog, den der Ortschaftsrat an Sozialbürgermeister Seidel gesandt hatte und lud anschließend zum Bürgerdialog ein. In den Fragenkatalog eingeflossen waren Hinweise und Anregungen einer Pappritzer Bürgerinitiative, die knapp 600 Unterschriften gegen die Eröffnung des Heims gesammelt hatte. Seidel verwies in seinen Antworten u.a. erneut darauf, dass die Kriminalität im Umfeld von bereits bestehenden Asylbewerberheimen nicht angestiegen sei.

Die Hochländer diskutierten die Heim-Pläne kontrovers: Während die einen für eine Willkommenskultur plädierten, überwog bei anderen die Skepsis bei der Standortwahl. Eine Frau aus dem benachbarten Reitzendorf warb dafür, die Asylbewerber mit offenen Armen zu empfangen. „Wenn wir auf die Menschen zugehen, bekommen sie ein Gesicht, sonst bleiben sie eine graue furchteinflößende Masse“, sagte sie. Sie könne sich durchaus vorstellen, eine Patenschaft über einen der Flüchtlinge zu übernehmen und ihn Weihnachten einzuladen. Rechtsanwalt Ekkehard Nolting, seit 22 Jahren Pappritzer, wollte wissen, welche Möglichkeiten es gibt, mit den künftigen Bewohnern und der Heimleitung in den Dialog zu treten.

Einigkeit herrschte darüber, dass ein Sozialarbeiter für die 60 möglicherweise traumatisierten Flüchtlinge gebraucht wird. Der vorgesehene Betreuungsschlüssel von 1:150 sei nicht angemessen. Zum wiederholten Male kritisierten Pappritzer Einwohner u.a., dass soziale Einrichtungen in einem reinen Wohngebiet planungsrechtlich nicht zulässig seien und es an Außenflächen mangele (DNN berichteten). Nächste Woche muss nun der Stadtrat über das Gesamtkonzept entscheiden.

Katrin Richter

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