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Neuling, Umsteiger, Alter Hase und Underdog - Vier Stadtratskandidaten über ihre Beweggründe

Neuling, Umsteiger, Alter Hase und Underdog - Vier Stadtratskandidaten über ihre Beweggründe

„Endspurt“ heißt es in dieser Woche für die Dresdner Stadtratskandidaten. Am Sonntag entscheidet sich, wer für die nächsten fünf Jahre im Stadtrat sitzen darf.

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Vincent Drews

Quelle: SPD

Zum ersten Mal stellt sich Vincent Drews der Entscheidung der Bürger. Er tritt für die SPD in der Neustadt auf Listenplatz 1 an. Der 26-jährige Lehramtsstudent der Geschichte und Gemeinschaftskunde ist Vorsitzender der Neustadt-SPD und arbeitet für den Deutschen Gewerkschaftsbund. Den Bezug zur Politik bekam er, wie man so schön sagt, in die Wiege gelegt. „Meine Mama ist Politikwissenschaftlerin und wir haben zuhause schon immer viel diskutiert. Gemeinschaftskunde war dann eines meiner Lieblingsfächer in der Schule“, erzählt Vincent Drews.

Über ein Freiwilliges Soziales Jahr beim politischen Jugendring Dresden blieb er bei der Politik hängen. Knüpfte erste Kontakte zu den Jusos der SPD und entschied sich schließlich zur Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten. Danach arbeite er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Landtagsabgeordnete Sabine Friedel in deren Büro auf der Prießnitzstraße. Seinen ersten Wahlkampf erlebte er 2008. 2014 steht er nun selbst ganz oben auf der Liste für „seine“ Neustadt. „Der Wahlkampf nimmt mich gerade voll und ganz ein. Auf mindestens 30 Stunden pro Woche Aufwand komme ich in jedem Fall“. Für dieses Semester ruht sein Studium auch erst einmal.

Neben den rund 45 Wahlkampfkaktionen, die er absolviert hat, kommen nach eigenen Angaben noch viel Organisations- und Verwaltungsaufgaben als Spitzenkandidat. „Während der Arbeit für die Partei habe ich viel dazu gelernt und mir vor allem mehr Selbstvertrauen und Organisationstalent angeeignet“, so Drews. Inhaltlich hat sich der junge SPD´ler mehrere Themen vorgenommen. „Als wichtige Themen für die Neustadt sehe ich vor allem die stetig steigenden Mieten, der schlechte Betreuungschlüssel in den Kitas und nach wie vor das Müllproblem im Alaunpark.“

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Magnus Hecht

Quelle: Die Linke

Ebenfalls das erste Mal auf einem Kommunalwahlschein steht der Name von Magnus Hecht. Doch ein Berufsanfänger ist er nur in der Politik. In der Neustadt, wo er kandidiert, braucht man den langjährigen Geschäftsführer der Scheune nicht vorzustellen. Seit Jahren kennt man ihn für sein Engagement für die Bunte Republik Neustadt und die lokale Musikszene. Außerdem ist der 2. Vorsitzender der Livekomm und freier Kulturberater. Nun steht der 42-Jährige auf dem Listenplatz zwei in der Neustadt für die Linke.

„Während meiner Elternzeit habe ich mich intensiv mit den Programmen der Parteien auseinandergesetzt. Inhaltlich hat mich die Linke am meisten überzeugt“, so Hecht. Der zweifache Vater hat Anfang 2013 den Mitgliedsausweis beantragt. Einen umfassenden Einblick in die Politik bekam er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Linken-Landtagsabgeordneten Annekatrin Klepsch. Seine Themen sind die, mit denen er sich am besten auskennt und genau mit dieser Kompetenz will er die Wähler überzeugen. „Wenn ich es in den Stadtrat schaffe, möchte ich mich für die Themen Kulturpolitik, Kreativwirtschaft und Musik stark machen“, berichtet Magnus Hecht. Eifrig hat der Umsteiger in den letzten Wochen Plakate gehängt und sich an Wahlkampfaktionen beteiligt. „Ich bin echt aufgeregt, wie die Wahl am Sonntag ausgeht“, so Hecht.

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Angela Malberg

Quelle: CDU

Immer noch aufgeregt, obwohl sie schon seit 1990 im Stadtrat sitzt, ist Angela Malberg. „Ich dachte immer, die Aufregung wird mit dem Alter weniger, doch eher das Gegenteil ist der Fall“, schmunzelnd die 62-Jährige. Angela Malberg wurde 1952 in Dresden geboren, ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Sie ist ausgebildete Kinderdiakonin und übte diese Tätigkeit über viele Jahre aus. Bereits seit 1990 ist sie Stadtverordnete bzw. Stadträtin, 1992 erfolgte der Wechsel vom Demokratischen Aufbruch zur CDU. „Nach so vielen Jahren und Wahlkämpfen habe ich vor allem gelernt, auf die Menschen zuzugehen und mich mit ihnen auszutauschen“, erzählt die „Alte Häsin“ im Dresdner Stadtrat.

Angela Malberg ist Mitglied des Fraktionsvorstands sowie gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Zudem ist sie Sprecherin für ausländerpolitische Themen. Auch nach so vielen Jahren hängt Angela Malberg noch selbst die Plakate mit auf. Dabei kommen natürlich auch Fragen von ihren jüngeren Kollegen. „Ich werde schon oft um Rat gefragt, besonders zum Umgang mit den Bürgern an den Wahlständen.“ Fragt man sie, mit welchen Themen die Dresdner während des Wahlkampfes auf sie zukommen, ist die Antwort eindeutig: Soziale Themen. „Hartz IV ist für die Dresdner nach wie vor ein Thema, auch die Stadtentwicklung und Familienthemen. Nach meinem Empfinden ist die Kitaplatzproblematik an sich nicht mehr aktuell, nun wünschen sich die Eltern verstärkt wohnortnahe Betreuung“, sagte die Dresdnerin. Um ihre Nervosität am Wahltag ein wenig zu zügeln, will sie erst mit Freunden essen gehen und dann gemeinsam mit ihren Parteikollegen den Ergebnissen entgegen fiebern.

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Lydia Engel

Quelle: Stadtratsfraktion Grüne

Genauso aufgeregt ist die 18-jährige Lydia Engel. „Ich bin zwar nur auf Listenplatz 8 und rechne mir keine großen Chancen aus, aber gespannt und hibbelig bin ich auf jeden Fall“, erzählt die Schülerin. Spannend findet die Neustädter neben dem Plakatieren und Flyer verteilen vor allem den direkten Kontakt mit den Wählern. In vielen Gesprächen mit den Menschen an den Wahlständen hätte sie einen guten Einblick in die relevanten Themen bekommen. „Überrascht hat mich, das für viele Neustädter das Thema Freiraum Elbtal und die Position der Parteien dazu wahlentscheidend ist“, so Engel. Als weitere wichtige Probleme sieht Engel die steigenden Mieten im Szeneviertel.

Lydia Engels Interesse für Politik wurde bereits in ihrem Elternhaus geweckt. „Schon früh habe ich mit meinen Eltern über politische und gesellschaftliche Fragen debattiert. In der 8. Klasse hat sich mein Interesse durch ein Praktikum in der Grünen Stadtratsfraktion gefestigt.“ Auch wenn sie sich wegen ihres hinteren Listenplatzes keine großen Hoffnungen auf einen Einzug in den Stadtrat macht, Lydia Engel sieht es olympisch: „Dabei sein ist alles!“. Am Sonntagabend wird sie wie alle anderen Kandidaten auch gebannt auf die ersten Zahlen ab etwa 20 Uhr warten.

Julia Vollmer

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