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Neues Leben dank neuer Niere – Dresdnerin Simone Bär spendet für ihren Lebenspartner

Neues Leben dank neuer Niere – Dresdnerin Simone Bär spendet für ihren Lebenspartner

Wenn Simona Bär am Samstag die Augen aufschlägt, wird sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit zuallererst an eine der schwierigsten Entscheidungen ihres Lebens erinnern.

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Tilo Pietsch geht es dank der Organspende seiner Lebenspartnerin Simone Bär wieder gut.

Quelle: privat

Denn dann ist der bundesweite „Tag der Organspende“, der zentral auf dem Dresdner Altmarkt mit einem „Infodorf fürs Leben“ begangen wird. Ein Thema, das die Dresdnerin immer mit einem Datum verbindet: dem 15. April 2010. An jenem Donnerstag vor zwei Jahren spendete die 42-Jährige ihrem Lebenspartner Tilo Pietsch eine ihrer Nieren. Der 49-Jährige litt an Nierenversagen und war seit 2008 auf die Dialyse angewiesen. Gesundheitlich ging es ihm immer schlechter. Als Simone Bär erfuhr, dass das Dresdner Uniklinikum Transplantationen auch bei Blutgruppenunverträglichkeit vornimmt, stand ihre Entscheidung für eine Organspende fest.

Ein Großteil der Organverpflanzungen in Dresden werden an der Uniklinik vorgenommen. Das Klinikum ist für Nieren-, Bauchspeicheldrüsen-, Herz- und Lungentransplantationen zugelassen. Im vergangenen Jahr wurden in der Landeshauptstadt Organe von 23 Verstorbenen entnommen, 18 Entnahmen fanden in den Uniklinik statt, drei im Friedrichstädter Krankenhaus und zwei im Krankenhaus Dresden-Neustadt.

Besonders bei der Verpflanzung von Nieren, wie im Fall von Simone Bär und Tilo Pietsch, verfügen der Transplantationsbeauftragte der Uniklinik Professor Manfred Wirth, Direktor der Klinik für Urologie, und sein Stellvertreter Professor Christian Hugo, Nephrologe an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III, über große Erfahrungen. 2011 verpflanzten sie insgesamt 67 Nieren, 21 der Organe waren dabei Lebendspenden naher Angehöriger. Mit 30 Prozent ist der Anteil an Lebendspenden in Dresden erstmals höher als im Bundesdurchschnitt, wo er bei 20 Prozent liegt.

Im Fall von Simone Bär war die Entscheidung zur Spende gleich in mehrfacher Hinsicht ein großer Schritt. Denn die 42-Jährige leidet unter ausgeprägter Angst vor medizinischen Behandlungen, insbesondere vor Operationen. Für ihren Partner überwand sie diese Angst jedoch. Rein medizinisch gesehen ist eine Nierentransplantation auch relativ komplikationslos. „Nierenspender haben im Normalfall auf lange Sicht kein erhöhtes Gesundheitsrisiko und können bald nach der Operation wieder ihr gewohntes Leben führen“, versichert Professor Hugo.

Bevor es allerdings zur Operation kam, warteten viele Untersuchungen auf die Dresdner. Neben Tests, die ihre physische Gesundheit feststellen sollten, folgten für beide auch eine psychologische Untersuchung und eine Befragung durch die Ethik-Kommission. Ein positives Votum der Kommission erfolgt nur, wenn der Empfänger im Vorfeld definitiv keinen Zwang auf den Spender ausgeübt hat, keine psychische Abhängigkeit oder finanzielle Anreize bestehen und allein der Wunsch des Spenders, dem anderen zu helfen, den Ausschlag für die Organspende gibt.

Bei Simone Bär bestanden an den Intentionen keine Zweifel. Die Operation führte schließlich Oberarzt Dr. Steffen Leike von der Klinik für Urologie durch. Noch auf dem OP-Tisch begann Bärs Niere im Körper ihres Freundes zu arbeiten. Zwar dauerte es ein paar Monate, bis sie sich genauso fit und gesund fühlte wie vor der Operation, Einschränkungen hat sie heute in ihrem Alltag aber nicht mehr. „Ich würde mich immer wieder so entscheiden“, sagt sie und hat dabei auch die gesteigerte Lebensqualität ihres Partners im Blick.

Sein Leben ist glücklicherweise nicht mehr von einer Maschine abhängig, aber die Zahl der Menschen, die eine neue Niere brauchen, ist in Deutschland viermal so hoch wie das Angebot an Spenderorganen. „Häufig warten Nierenkranke sieben Jahre und länger auf eine Niere von einem Verstorbenen. Für viele dieser Patienten ist das zu lang und leider sterben jedes Jahr einige von ihnen, während sie auf ein Spenderorgan warten“, erklärt Professor Wirth. Hinzu kommt, dass nur 6,6 Prozent der Verstorbenen, denen Organe entnommen werden durften, im Vorfeld per Organspendeausweis oder Patientenverfügung schriftlich festgelegt hatten, dass sie spenden wollen. Ein Umstand, den der „Tag der Organspende“ mittels Aufklärung ändern möchte.

Christin Grödel/Tanja Tröger

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