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Neues Hochschulgesetz: Dresdner Studentenräte fürchten Verschlechterung für Beratungsangebote

Neues Hochschulgesetz: Dresdner Studentenräte fürchten Verschlechterung für Beratungsangebote

Nach der Verabschiedung des neuen Hochschulgesetzes befürchten Dresdens Studentenräte eine Verschlechterung für das Beratungsangebot. „Wir können hochstwahrscheinlich in Zukunft unsere E-Mail-Beratung nicht mehr anbieten, weil wir nicht mehr davon ausgehen können, dass alle Studenten der verfassten Studierendenschaft angehören“, erklärt der Geschäftsführer für Hochschulpolitik im Studentenrat der TU Dresden, Andreas Spranger, gegenüber DNN-Online.

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In Zukunft müssen sich die Studenten wahrscheinlich ausweisen, wenn sie die Beratung des Stura in Anspruch nehmen wollen.

Quelle: dpa

Bisher hätten sich Studenten in schwierigen Situationen, wenn sie beispielsweise die zweite Wiederholungsklausur nicht bestanden haben oder es in Seminaren nicht genügend Plätze gab, einfach per Mail an den Studentenrat gewendet und um Rat gefragt. Dieses Modell sei mit dem neuen Gesetz gefährdet, so Spranger. Demnächst müssen die Studenten, anstatt schnell und unbürokratisch eine Mail zu schreiben, alle persönlich beim Studentenrat vorbeikommen.

Bevor es allerdings mit der Beratung losgehen kann, muss überprüft werden, ob derjenige überhaupt seinen Beitrag bezahlt hat. „Der Verwaltungsaufwand wird deutlich steigen. Wir brauchen somit mehr Personal, um die Studenten adäquat betreuen zu können“, betont das Stura-Mitglied.

Ähnliche Sorgen wie an der TU beschäftigen auch den Studentenrat der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). „Wir haben bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben, wie beispielsweise die Studienberatung zu erfüllen. Das wird schwierig, wenn sich die Studenten in Scharen dafür entscheiden, dass sie nicht mehr für den Studentenrat bezahlen möchten und somit weniger Geld zur Verfügung steht“, sagt Stura-Mitglied Paul Riegel.

Gerade die Studienberatung sei an der HTW jedoch sehr wichtig. „Es gibt bei uns immer wieder Probleme, weil in den Musterstudienordnungen für bestimmte Fächer keine klaren Fristen für Prüfungsvorleistungen stehen. Die Prüfer müssten daher klar sagen, wie die Frist lautet und ob der entsprechende Student zugelassen ist. Viele Professoren lassen die Studenten jedoch im Unklaren, ob sie zugelassen sind, so dass der Student auf gut Glück für die Prüfung lernt“, so Riegel.

In diesen Fällen hätten die Studenten die Möglichkeit, sich an den Studentenrat zu wenden. Außerdem würden sie, wenn sie durch eine Prüfung gefallen sind oder eine schlechte Note bekommen haben, dort erfahren, wie sie sich wehren können. „Vielen Lehrenden ist nicht bewusst, dass es sich bei ihren Entscheidungen um Verwaltungsakte handelt, die man nicht so locker handhaben kann. In der Vergangenheit haben wir es erreicht, dass Noten geändert wurden oder Wiederholungsprüfungen möglich waren", freut sich der 30-Jährige.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Beratungsangebots des HTW-Stura ist die Bafög-Beratung. „Ein Großteil unsere Studenten hat vorher eine Berufsausbildung gemacht. Die Eltern wollen oder können dann für ein Studium nichts mehr bezahlen. In diesen Fällen gibt es die Möglichkeit, elternunabhängiges Bafög zu beantragen. Das wissen aber viele nicht“, betont Riegel, der vor seinem Wirtschaftsingenieurstudium eine Ausbildung zum Automobilkaufmann absolviert hat.

Seiner Erfahrung nach werde man im Bafög-Amt darüber nicht informiert. So erhielten nicht wenige Studenten, weil sie nicht wissen, wie sie den Antrag stellen müssen, einen Ablehnungsbescheid. Anschließend stehe ihnen zwar die Rechtsberatung des Studentenwerkes offen, aber das sei auch nicht der ideale Weg, weil man bei der gleichen Behörde, die einen ablehnt, Rat suchen würde, findet Riegel.

Aus diesem Grund hält er das Angebot des Stura auch weiterhin für sehr wichtig. Ob es eine Zukunft hat, hängt seiner Meinung nach stark davon ab, wie das Rückmeldeformular gestaltet wird. „An einer Fachhochschule in Merseburg hat man die Frage nach dem Beitrag für studentische Gremien auf dem Rückmeldeformular für das neue Semester abgefragt. In der Folge wollten sich 80 Prozent der Studenten das Geld sparen.“ Es sei daher  wichtig, die beiden Vorgänge voneinander zu trennen und bei der Fragestellung vorsichtig zu sein, denkt Paul Riegel.

 Andreas Spranger vom Stura der TU würde sich sogar wünschen, dass der Austritt nur schriftlich und nicht elektronisch möglich wäre. „Das wäre eine gute Lösung, weil man so sicherstellen könnte, dass sich die Entscheidung niemand leicht macht.“ Eine Universität, die nach dem Prinzip Kunde und Dienstleister funktioniert, möchte er aber auch in Zukunft nicht haben.

„Bei uns gibt es nicht nur Beratungsangebote, die stark besucht werden. Auch Minderheiten wie Ausländern oder Studierenden mit Kind stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. Diese Gruppen sind vielleicht marktwirtschaftlich nicht attraktiv, weil sie nur sehr klein sind. Dennoch liegen sie uns am Herzen“, sagt der Stura-Geschäftsführer.

Stephan Hönigschmid

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